Nach SchicksalsschlagPolizistin Johanna kocht beim „Dinner“ aus Dankbarkeit, „dass ich altern darf“

Johanna (29) beschreibt sich als „Polizeibeamtin mit Herz und Seele“. (Bild: RTL)

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Johanna (29) beschreibt sich als „Polizeibeamtin mit Herz und Seele“. (Bild: RTL)

Nicht nur mit ihrem Orient-Menü möchte Johanna (29) weg aus ihrer „Komfortzone“. Tag 3 von „Das perfekte Dinner“ (VOX) im Münsterland ist nämlich auch der Vorabend ihres 30. Geburtstags. Mit ihm feiert die Polizistin auch ein „neues Leben“.

An Tag 3 im Münsterland, dem Vorabend ihres 30. Geburtstags, trifft sich die „Dinner“-Runde bei Johanna in Stadtlohn. (Bild: RTL)

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An Tag 3 im Münsterland, dem Vorabend ihres 30. Geburtstags, trifft sich die „Dinner“-Runde bei Johanna in Stadtlohn. (Bild: RTL)

„Einfach mal was Neues“, lautet Johannas Motto an Tag 3 bei „Das perfekte Dinner“ im Münsterland. Und das gilt an diesem Abend nicht nur für sie. Mit ihrem orientalisch inspirierten Menü möchte die 29-jährige Polizeibeamtin den kulinarischen Horizont ihrer Gäste erweitern. Doch noch etwas anderes macht die Zusammenkunft besonders.

An diesem Abend wird in Stadtlohn nämlich auch in Johannas 30. Geburtstag gefeiert. Dieser bedeutet nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern ein ganz neues Leben. Direkt nach ihrem 29. Geburtstag erlitt Johanna nämlich einen Schlaganfall im Kleinhirn. Nun kann sie nach vollständiger Genesung ihren runden Geburtstag feiern. „Ich bin dankbar dafür, dass ich altern darf“, sagt sie. Also kocht sie, probiert Neues aus und feiert jenseits aller Perfektion ihr Leben. Und dafür kann es eigentlich nicht genug Punkte geben.

Johanna kocht gerne Spezialitäten aus anderen Kulturkreisen. (Bild: RTL)

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Johanna kocht gerne Spezialitäten aus anderen Kulturkreisen. (Bild: RTL)

Hinter Johannas Menü-Idee steckt mehr als die Lust am Experimentieren. Johanna, die sich als „Polizistin mit Herz und Seele“ bezeichnet, arbeitet als Spezialbeamtin im Bereich interkulturelle und interreligiöse Angelegenheiten, hat mit Moscheegemeinden und Kulturvereinen zu tun und unterstützt Integrationskurse für Geflüchtete. Ihr Ansatz: „Dialog schafft Vertrauen.“ Offenbar auch Genuss: „Man kommt den Menschen auch über die Esskultur näher.“ So soll auch ihr Dinner Brücken bauen.

Motto: Ein Tag im Orient

  1. Vorspeise: Türkischer Morgen - Türkische Linsensuppe / Acili Ezme / Fladenbrot
  2. Hauptspeise: Mittag in Syrien - Tabakh Roho / syrischer Reis / Taboulé - Rind / Reis / Petersilie
  3. Nachspeise: Shabiyat / Layali Lubnan - Teig / Pudding

„Irgendwann hat man genug Süß im Bauch“

Johanna kocht orientalisch - Basti (links) und Axel sind gespannt, was sie erwartet. (Bild: RTL)

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Johanna kocht orientalisch - Basti (links) und Axel sind gespannt, was sie erwartet. (Bild: RTL)

Zum Abschluss genießt Basti einen türkischen Tee. (Bild: RTL)

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Zum Abschluss genießt Basti einen türkischen Tee. (Bild: RTL)

In der Küche bekommt Johanna Unterstützung von ihrer Schwester Katharina (25). Deren Aufgabe erweist sich dabei als echte Geduldsprobe: Sie darf Pistazien schälen (“Die fertigen ohne Schale gab's nur im Drei-Kilo-Sack“).

Los geht die kulinarische Tagesreise mit einem „Türkischen Morgen“: Johanna serviert eine klassische türkische Linsensuppe, die pikante Gemüsepaste „Acili Ezme“ und selbst gebackenes Fladenbrot. Die Suppe bleibt hinter den Erwartungen zurück. So dachte Basti (38) eigentlich an „Ommas Linsensuppe mit Sucuk“. Für Vicky (30) ist darin „zu wenig Wumms“. Zum Hauptgang heißt es dann „Mittag in Syrien“: Hinter dem Namen „Tabakh Roho“ steckt ein Rinderschmortopf, den Johanna mit syrischem Reis mit kleinen Nudeln und Nüssen sowie dem Petersiliensalat Taboulé kombiniert. Hätte Vicky sie nicht an diese Komponente erinnert, hätte die Gastgeberin sie fast vergessen. Doch die Ernüchterung folgt: Den Gästen ist der Salat zu sauer. Vickys Fazit: „Würde ich mir so nicht nochmal bestellen.“ Christina (30) wiederum kritisiert die mangelnde Würze des Schmorgerichts: „Ich kenne einen Münsterländer Eintopf, der ähnlich schmeckt.“

Auch beim Dessert bleibt Johanna ihrem Motto treu. Angekündigt sind Shabiyat, mit arabischem Pudding gefüllte Teigtaschen aus Baklava-Teig, und Layali Lubnan, ein zweischichtiges Dessert aus Grieß- und Milchpudding. Auch hier ist die Begeisterung verhalten, doch Johanna gibt Entwarnung: „Ihr müsst nicht aufessen. Irgendwann hat man ja genug Süß im Bauch“.

Am Ende bekommt Johanna 28 Punkte. Doch die Bewertung ist an diesem Abend nach dem überstandenen Schicksalsschlag längst nicht das Wichtigste. (tsch)

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