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Das sind die wichtigsten Lieder von Peter Alexander

In den 70er-Jahren war Peter Alexander mit seinen Hits auch Dauergast in der ZDF-“Hitparade“. (Bild: IMAGO / United Archives)

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In den 70er-Jahren war Peter Alexander mit seinen Hits auch Dauergast in der ZDF-“Hitparade“. (Bild: IMAGO / United Archives)

100 Jahre Peter Alexander: Von seinem ersten Charterfolg 1955 bis zu seinen späten Markenzeichen - das sind die Songs, die den Österreicher zur Schlagerlegende machten.

Sein musikalisches Erweckungserlebnis hatte Peter Alexander 1950: Damals sah der aufstrebende Schauspieler, der sich Gesang und Klavier selbst beigebracht hatte, in London ein Konzert von Frank Sinatra. Plötzlich wollte er nicht mehr ans Theater, sondern lieber „Entertainment, Gesang, Orchester und Jazz“ machen, wie er in einem Interview zu seinem 75. Geburtstag sagte.

Und wenn ein Künstler im deutschsprachigen Raum die Stimme, das Talent und das Charisma hatte, um zumindest auf den Spuren von Frank Sinatra zu wandeln, dann sicherlich das am 30. Juni 1926 als Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer geborene Multitalent. Natürlich feierte er auch im Kino (“Im weißen Rössl“, „Die Abenteuer des Grafen Bobby“) und im Fernsehen mit auf ihn zugeschnittenen großen Shows riesige Publikumserfolge.

Doch vor allem als Sänger blieb er unerreicht, die Zahlen sprechen für sich: Alexander landete 38 Top-10-Hits in der Bundesrepublik bis 1981, 80 Mal fanden sich seine Titel in den Top 100 wieder, In Deutschland schätzt man seine Tonträgerverkäufe seit 1956 auf fast 50 Millionen Stück. Zu seinem 100. Geburtstag unternehmen wir deshalb einen Streifzug durch die Lieder, die ihn unsterblich machten.

„Das süße Mädi“ (1955)

Mit „Ich zähle täglich meine Sorgen“ gelang Peter Alexander 1959 einer seiner ersten großen Hits. (Bild: Polydor)

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Mit „Ich zähle täglich meine Sorgen“ gelang Peter Alexander 1959 einer seiner ersten großen Hits. (Bild: Polydor)

Seit 1951 hatte er Lieder veröffentlicht, mit „Das süße Mädi“ landete Peter Alexander 1955 seinen allerersten Top-10-Hit in Deutschland. Die Vorlage lieferte der amerikanische Poptitel „The Naughty Lady of Shady Lane“, den unter anderem Dean Martin und Archie Bleyer gecovert hatten; den deutschen Text schrieb Kurt Feltz.

Der Texter lehnte sich am Original an - auch hier geht es um ein Baby, das neu in eine Familie kommt -, lieferte aber keine schlichte Übersetzung, sondern eine eigenständige deutsche Fassung. Die Single stieg bis auf Platz zwei der deutschen Charts, hielt sich sechs Monate in der Hitparade, davon vier in den Top 10.

„Ich zähle täglich meine Sorgen“ (1959)

„Liebesleid“ stieß 1969 die Beatles in den deutschen Singles-Charts vom Thron. (Bild: Ariola)

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„Liebesleid“ stieß 1969 die Beatles in den deutschen Singles-Charts vom Thron. (Bild: Ariola)

Bis heute - wie etwa die Abrufzahlen bei Spotify zeigen - ist „Ich zähle täglich meine Sorgen“ (1959) einer von Alexanders größten Hits. Hier traf er den humorvoll-einschmeichelnden Ton, der ihn berühmt machen sollte. vielleicht das erste Mal: Das Lied war - wie so oft - eine deutsche Version, in diesem Fall des amerikanischen Standards „Count Every Star“ aus dem Jahr 1950, neu getextet von Günther Behrle, vertont von Henry Mayer.

Die Botschaft: Sorgen nicht verdrängen, sondern spielerisch abzählen - und weitermachen. Leichter Rhythmus, orchestrale Begleitung, Alexanders einschmeichelnde Stimme. Der Song schaffte es in die deutschen Charts bis auf Platz zwei und wurde zu einer seiner verlässlichsten Nummern in TV-Shows und Live-Auftritten.

„Sag beim Abschied leise Servus“ (1960)

Wer Peter Alexander auf ein einziges Lied reduzieren müsste, käme um diesen Wiener Evergreen kaum herum. Ursprünglich 1936 von Peter Kreuder für Willi Forsts Film „Burgtheater“ komponiert - mit einer Melodie-Anleihe aus Johann Strauß' Operette „Blindekuh“ -, blieb der Song über Jahrzehnte das inoffizielle Lebensgefühl der Heurigen-Kultur.

„Die kleine Kneipe“ von 1976 ist bis heute Peter Alexanders größter Hit. (Bild: Ariola)

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„Die kleine Kneipe“ von 1976 ist bis heute Peter Alexanders größter Hit. (Bild: Ariola)

Das Besondere: die unpathetische Geste. Kein großes Adieu, kein Lebewohl - nur ein leises „Servus“, das alles sagt, ohne aufzutrumpfen. Alexander hielt den Titel mit seiner 1960er-Fassung für ganze Generationen lebendig - kaum eine seiner TV-Shows, für die er jahrzehntelang vor der Kamera stand, endete nicht mit dem Klassiker.

„Der letzte Walzer“ (1967)

Einen seiner größten Charterfolge landete Alexander 1967 mit „Der letzte Walzer“ - der deutschen Bearbeitung von „The Last Waltz“, im Original von Les Reed und Barry Mason, übersetzt von Kurt Feltz. Der Titel war ein moderner 3/4-Walzer, der mitten in der späte 60er-Poplandschaft platzte: Die Hörer machten ihn umgehend zur Nummer eins in Deutschland, in Österreich kam er in die Top 10.

Alexanders warme Crooner-Stimme verwandelte die nostalgische Geschichte vom letzten Tanz als Anfang und Ende einer Liebe in einen generationsübergreifenden Schlager, der seine TV-Popularität noch weiter befeuerte.

„Komm und bedien dich“ (1968)

Ungewöhnlich ernst: In „Schwarzes Gold“ singt Peter Alexander über Bergbau-Arbeiter. (Bild: Ariola)

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Ungewöhnlich ernst: In „Schwarzes Gold“ singt Peter Alexander über Bergbau-Arbeiter. (Bild: Ariola)

Auch diesen Song eignete sich Alexander perfekt an: „Komm und bedien dich“ - offiziell eine Übernahme des italienischen Liedes „Gli occhi miei“, das aber zuvor schon als „Help Yourself“ von Tom Jones berühmt wurde - war einmal mehr eine Produktion von Kurt Feltz, mit deutschem Text von Feltz und Hans Bradtke.

Bekannt wurde der Song auch durch seinen Auftritt im Kinofilm „Zum Teufel mit der Penne“ (1968), in dem Alexander einen undercover recherchierenden Reporter spielt - und auf einer Schulparty, von seiner Schülerband begleitet, spontan zu singen beginnt. Ein typischer Alexander-Moment: charmant, leichtfüßig, publikumsnah.

„Liebesleid“ (1969)

Mit „Der Papa wird's schon richten“ hatte Peter Alexander 1981 seinen letzten großen Hit. (Bild: Ariola)

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Mit „Der Papa wird's schon richten“ hatte Peter Alexander 1981 seinen letzten großen Hit. (Bild: Ariola)

Kein Aprilscherz: Am 1. April 1969 verdrängte Peter Alexander die Beatles von Platz eins der deutschen Verkaufshitparade. „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ musste „Liebesleid“ weichen - einem Walzer mit Wiener Charme, geschrieben von Kurt Feltz und Werner Scharfenberger. Einen Monat hielt Alexander die Spitzenposition, ehe Heintje ihn mit „Ich sing ein Lied für dich“ ablöste.

Dass ein Schlager mit gemächlichem 3/4-Takt ausgerechnet die Fab Four entthronte, sagt viel über Alexanders Zugkraft in jenen Jahren - und über seine Fähigkeit, das breite Publikum zu erreichen, das die Beatles in dieser Größe nicht hatten. Zur Wahrheit gehört aber auch: „Liebesleid“ war Alexanders letzter Nummer-Eins-Hit in Deutschland, selbst sein bis heute bekanntester und beliebtester Song schaffte den Sprung nach ganz oben nicht.

„Die kleine Kneipe“ (1976)

Das Lied, das viele als Alexanders Markenzeichen schlechthin bezeichnen, erschien 1976: die deutsche Fassung des niederländischen Evergreens „In 't kleine café aan de haven“ von Pierre Kartner, neu getextet von Michael Kunze. Die Botschaft des Songs: In der kleinen Kneipe fragt dich „keiner, was du hast oder bist“. Geborgenheit, Gleichheit, ein Ort ohne Hierarchie.

Die Melodie geht sofort ins Ohr, der Refrain singt sich wie von selbst - und genau damit traf Alexander den Nerv der 70er-Jahre-Schlagerkultur. Platz 2 in Deutschland, Platz 1 in der Schweiz, 40 Wochen in den österreichischen Charts. Parallel veröffentlichte er für die Heimat eine Dialektversion: „Das kleine Beisl“. Auch bei Spotify liegt das Lied mit über 12 Millionen Abrufen mit großem Abstand vor allen seinen Hits.

„Feierabend“ (1977)

Die 35-Stunden-Woche war 1977 nur eine Forderung der Gewerkschaften - ob es daran lang, dass „Feierabend“ zu einem der größten Hits von Peter Alexander wurde? Sicher ist: Das Lied - Komposition Ralph Siegel, Text Bernd Meinunger - schien wie für Alexander geschrieben: ein Lied über das Aufatmen nach dem langen Arbeitstag, über das kleine Glück. Mit seiner sympathischen, lebensfreudigen Art und seiner einschmeichelnden Stimme war er für diesen Stoff geradezu prädestiniert.

In Deutschland hielt sich der Song 16 Wochen in den Hitparaden. Gegen die (Erfolgs-)These von den damals noch längeren Arbeitszeiten spricht die anhaltende Popularität des Songs: „Feierabend“ ist bei Spotify der drittbeliebteste Song des Entertainers.

„Schwarzes Gold“ (1979)

Mit „Schwarzes Gold“ wagte Alexander 1979 etwas Ungewohntes. Das Lied - komponiert von Ralph Siegel, getextet von Werner Schüler - war kein leichter Gute-Laune-Schlager, sondern ein erzählerisches Porträt des Ruhrgebiets: vom Stolz der Bergleute auf ihre Arbeit bis zu Gefahr und Verlust, wenn eines Tages die Zeche stillsteht. Die Refrain-Metapher „Schwarzes Gold ist das Herz der Nacht“ verband Empathie für die Kumpel mit orchestraler Schlager-Dramatik.

Für Alexander, der sonst eher für Leichtigkeit stand, war das ein bemerkenswerter Tonwechsel - und der Beweis, dass er auch ernsten Stoffen gerecht wurde. Und auch wenn das Lied in den deutschen Charts „nur“ Platz elf erreichte, bei seinen damaligen Auftritten im Ruhrgebiet wie auch heute bei Spotify war der Bergbau-Song ein echter Hit.

„Der Papa wird's schon richten“ (1981)

Seinen letzten großen Charthit schrieb er sich 1981 mit einem Augenzwinkern ins Repertoire. Ralph Siegel und Bernd Meinunger lieferten Text und Musik für „Der Papa wird's schon richten“ - humorvolle Familienszenen, ein sofort mitsingbarer Refrain, Blasorchester-Begleitung im klassischen 4/4-Takt.

Genau die Art Gute-Laune-Unterhaltung, mit der Alexander seit Jahren ein breites Publikum erreichte - im Fernsehen wie auf Platte. Der Titel stieg bis auf Platz 3 in Deutschland und war damit Alexanders letzter Top-10-Einstieg. Aber auch dieser späte Hit überdauerte die Zeit: Bei Spotify ist der Titel mit knapp vier Millionen Aufrufen sein zweitbeliebtester. (tsch)

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