„Das perfekte Dinner“ Bayerischer Spanier hinterlässt Eindruck – „Man wünscht sich mehr Herren wie ihn“

Abel pustet einen Haushaltshandschuh auf.

„Das perfekte Dinner“ (12. September 2022): Arbeitshandschuhe müssen sein: Auftakt-Gastgeber Abel in Passau beweist einen langen Atem. 

„Der hat sicher Feuer im Blut“, mutmaßt Lehrerin Ursel an Tag 1 des „Perfekten Dinner“ in Passau über Auftakt-Gastgeber Abel. Das löst der aus Gran Canaria stammende Fotograf auch prompt ein.

„Ich möchte hier keine Messer im Rücken, sondern neue Freunde machen“: Zum Auftakt von „Das perfekte Dinner“ in der bayerischen Bilderbuch-Stadt Passau hat sich Abel aus Gran Canaria einiges vorgenommen.

Auch die Erwartungshaltung an den Multikulti-Faktor sind hoch. „Der wird den Abend sicher flamenco-mäßig rocken“, freut sich Ursel (51), Lehrerin für Deutsch und Erdkunde, auf einen womöglich heißblütigen Abend. Dabei wirkt der Fotograf, den es beruflich von den Kanaren nach Niederbayern verschlug, eher gemütlich.

Das Vulkanische seiner Heimat spiegelt sich eher in der mit allerlei Gestein geschmückten Tischdeko wider. Und statt heftigem Temperament versprüht Abel neben sympathischem Humor vor allem Melancholie: „Die Aussicht von unserem Balkon ist schön“, so der 39-Jährige, mit Blick über sanfte Felder und Wälder.

„Aber gerade bei Hitzewellen wäre es schön, wieder das Meer in der Nähe zu haben.“ Also was bleibt ihm übrig, als Wind und Wellen wenigstens kulinarisch umzusetzen?

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„Das perfekte Dinner“: Abels Motto lautet „Made in Bavaria“

In der Tat präsentiert Abel eine höchst erstaunliche Kombination aus klassischen spanischen Tapas und bayerischen Delikatessen. „Ich will, dass meine Mutter diese Sendung sieht und versteht, dass ich kochen kann“, umreißt er sein ganz persönliches Ziel.

  • Vorspeise: Bayerische Tapas
  • Hauptspeise: Klassiker unter Wasser
  • Nachspeise: Polvito Banoffee

Dazu braucht die Mama jedoch ein Gespür für rustikal Bajuwarisches. Seine Gazpacho bindet Abel mit Brezn-Bröseln und garniert sie ebenfalls mit Croutons aus Laugengebäck.

In die Croquetas kommt eine „Dekonstruktion aus Weißwurst“ – püriertes Traditions-Brät, vorher allerdings landeskundig von der Haut befreit.

Die Technik war Abel laut eigener Auskunft nicht immer geläufig: „Bei meinem ersten Weißwurst-Frühstück habe ich sie mitgegessen – für die Familie meiner Freundin ein Skandal“, so der Hobbykoch, der mit Freundin Christin (29) und ihrem urbayerischen Papa einen Culture-Clash-Blog betreibt: „Bayern hat ja eine ganz eigene Kultur und Sprache.“

Nicole: „Nicht ganz Kartoffel, nicht ganz Pommes“

Bei den Croquetas zeigt sich Nicole (34) eher skeptisch: „Nicht ganz Kartoffel, nicht ganz Pommes, mag ich nicht so.“ Aber zum Glück gibt es bei den Tapas noch Empanadas mit karamellisierten Zwiebeln sowie Salat mit Feigen und kanarischem Käse. Ganz zu schweigen vom fulminanten Hauptgang: „Unter Wasser“ weist hier nicht auf Fisch hin, sondern eine ganze Reihe an Rinderfilet-Stücken und Gemüse, die luftdicht verpackt im Sous-Vide-Gerät (Abel: „Mein Jacuzzi“) vor sich hin garen.

Das Dessert ist bereits beim Hingucken ein Gedicht aus karamellisierter Kondensmilch „Dulce de Leche“, Haselnuss-Keksen und gebratener Banane. „Man wünscht sich mehr junge Herren wie ihn“, so Gina, die feine Dame der Runde, die ihr Alter geheim halten möchte.

Und so erzielt der bayerische Spanier Abel aus dem Stand 33 Punkte und überzeugt auch den jüngsten Teilnehmer Laurenz („Wird richtig schee heit auf'd Nacht“). Ursel gerät gar voll und ganz ins Schwärmen: „Dieses Menü war wie Abels Heimat – sonnig, süß und geschichtet.“ (tsch)

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