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Caren MiosgaDie Sorge um ihre Mutter macht neue Doku ganz persönlich

Caren Miosga spricht an einem Tisch.

Copyright: IMAGO/HMB-Media

Caren Miosga ist am Freitagabend zu Gast in der „NDR Talkshow“. (Archivbild)

Ihre Mutter braucht immer mehr Hilfe: Caren Miosga über ihre Pflege-Doku. Am Freitag ist sie in der „NDR Talk Show“.

Es geht nicht nur um fremde Familien. In ihrer neuen ARD-Dokumentation beschäftigt sich Caren Miosga mit einem Thema, das auch sie privat betrifft: Ihre Mutter ist mehr und mehr auf Hilfe angewiesen. Der Film heißt „Und wer fragt nach mir? Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung“. Mit der „Süddeutschen Zeitung“ hat die Moderatorin darüber gesprochen, was jetzt auf sie und ihre Geschwister zukommt.

„Es wurde ein persönliches Thema, als klar wurde, dass meine Mutter immer mehr Hilfe benötigt“, erzählt Miosga. Noch kann sich ihr Vater um die Mutter kümmern. Doch was passiert, wenn irgendwann beide Eltern mehr Unterstützung brauchen? Genau diese Frage treibt Miosga und ihre Geschwister um.

Neue ARD-Doku: Für Caren Miosga wird Pflege zur Familiensache

Dabei geht es um ganz handfeste Entscheidungen, schildert Miosga im Gespräch mit der „Süddeutschen“. Bleiben die Eltern in dem Haus, das sie einst selbst gebaut haben? Oder wäre eine kleinere Wohnung am Ende die einfachere Lösung? Mit solchen Fragen, sagt sie, schlagen sich viele Angehörige herum.

Für den Film war Miosga bei Menschen unterwegs, die ihre Liebsten daheim versorgen. Sie bekam Einblick in einen Alltag, der Außenstehenden meist verborgen bleibt. Was sie nach eigener Aussage besonders beeindruckt hat: wie offen die Betroffenen auch über die harten Seiten der Pflege geredet hätten.

Pflege-Alltag: Wenn Familien nicht mehr können

Frust und Wut – über solche Gefühle wird normalerweise kaum gesprochen, sagt Miosga. Im Interview beschreibt sie, wie stark sich Beziehungen wandeln können, wenn ein Mensch auf einmal pflegebedürftig wird. Trifft es etwa den Ehepartner, gerät dieser in eine große Abhängigkeit. Genau daraus könnten Frust und Wut entstehen.

Caren Miosga zu Gast bei der NDR Talk Show.

Copyright: IMAGO/APress

Seit 2024 moderiert Caren Miosga den Sonntagabendtalk der ARD. (Archivbild)

Eine der Frauen im Film berichtet: Eigentlich schafft sie die Pflege gar nicht mehr. Beim Dreh stand für Miosga und ihr Team immer wieder eine heikle Frage im Raum – wie tief dürfen wir in die Privatsphäre dieser Menschen eindringen? Besondere Sorgfalt sei auch bei Menschen nötig gewesen, die sich selbst nicht mehr äußern können.

Die Familien selbst hätten dem Team versichert, wie wichtig es sei, zu zeigen, was Pflege im Alltag wirklich heißt. Viele von ihnen fühlten sich nicht genug wahrgenommen – nicht von der Politik, aber auch nicht von der Gesellschaft.

Caren Miosga: Pflegende Angehörige verdienen mehr Wertschätzung

Für Miosga ist Pflege eine gesellschaftliche Aufgabe, die immer größer wird. Seit Jahren steige die Zahl der Pflegebedürftigen, und auch in Zukunft werde sie weiter wachsen. Weil viele Menschen zu Hause versorgt werden, fällt den Angehörigen eine Schlüsselrolle zu. Ohne sie, so ihre Einschätzung, würde das Pflegesystem überhaupt nicht funktionieren. Über all das will die Moderatorin auch am Freitag (23. Oktober) als Gast in der „NDR Talk Show“ sprechen.

Aktivismus? Den verbindet Miosga nach eigenen Worten nicht mit der Doku. Für sie ist es ein Unterschied, ob sie im Fernsehstudio politische Fragen stellt oder an einem Film arbeitet. Im Austausch mit pflegenden Angehörigen sei es vor allem darum gegangen, zuzuhören und empathisch zu sein.

Eine klare Ansage macht sie gegenüber der „Süddeutschen“ trotzdem: „Was ich sehr wohl sehen kann, ist, dass diese Menschen mehr Anerkennung brauchen.“

Zu sehen ist „Und wer fragt nach mir? Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung“ am Montag, 26. Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten. (red)