Achim Reichel wird 75 Was der Kult-Rocker mit Beatles und Stones zu tun hatte

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Achim Reichel im Studio.

Köln – Er war auf England-Tour und hatte die Rolling Stones im Vorprogramm. Er machte mit den Beatles   in der Kneipe rum. Und  er hat einen unsterblichen Party-Hit geschaffen – ohne den gäbe es (vielleicht)  BAP nicht.

Kultrocker Achim Reichel wird am Montag 75 Jahre alt.  Und bereut nichts – wie er EXPRESS beim Treffen in Köln verriet.

Zum Geburtstag mit Heidi nach Lissabon

Diesmal lässt er es  nicht wie sonst in Hamburg krachen, sondern verzieht sich mit Ehefrau Heidi nach Lissabon.  Sein Geburtstags-Album „Das Beste“ ist bereits in den Charts, die Geburtstags-Tour folgt im Herbst (12.11., Köln, 16.11., Düsseldorf).

Ein rockiges Leben – dass es dazu kam, war nie geplant. Eigentlich wollte der Hamburger Jung wie sein Vater und Großvater zur See fahren, hatte aber nebenbei seine eigene Schülerband, die Rattles. Die tourten mit den noch unbekannten Rolling Stones durch England. "Mick Jagger, Keith Richards & Co. saßen mit uns im Tourbus und fielen nicht auf“, erinnert sich Achim. „Das änderte sich, als während der Tour ihr Song »I Wanna Be Your Man« zum Hit wurde. Ab da wurden sie mit Limousinen transportiert.“

Paul McCartney war ein netter Junge

reichel Beatles Blitz Tour

Mit den Beatles war Achim Reichel (vorne rechts) 1966 auf Blitz-Tour.

Mit den Beatles teilte Reichel  die Bühne des Star-Clubs und die Plätze an der Theke ihrer Stammkneipe: „Paul McCartney war ein netter Junge“, sagt Reichel. „Wenn er zu uns  kam, gab er den Mädels die Hand und machte einen Diener. Dagegen war John Lennon schräg drauf. Ich wusste nie,  ob der mich durch den Kakao ziehen oder lustig sein wollte.“ Besonders bizarr: „Einmal habe ich ihn morgens um drei nackt auf der Bühne  mit einer Klobrille um den Hals erlebt. Verrückt!“

Hier lesen Sie, wie Paul McCartney live in Düsseldorf auftrumpfte.

Eine geplante US-Tournee – und der Traum von einer Weltkarriere - platzte, weil Achim zur Bundeswehr musste und die blonden Locken fielen. Später nahm Reichel das Kult-Album „Grüne Reise“ auf, vertonte Shanties und Volkslieder. 1991 sein größter Hit, immer noch ein Party-Ohrwurm: „Aloha Heja He“, die schaurig-schöne Seemanns-Ballade.  „Das wollte ich gar nicht veröffentlichen.  Wenn man einen Hit schreiben will,  sollte  man Worte wie Gonokokken  und Matrosen am Mast, was ja Filzläuse bedeutet, vermeiden.“

Niedecken sah Achim im Netzhemd

Und was war da mit BAP? „Wolfgang Niedecken hat mir erzählt,  dass er als ein  Knirps  die Rattles  gesehen hat  und ich stand vorn im engen Netzhemd. Das fand er so geil, dass er beschloss, Rockstar zu werden. So habe ich die kölsche Rock-Geschichte beeinflusst.“

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