Da half nur noch Ohrenzuhalten: Beim ZDF-Trödel-Donnerstag setzte ein Vorschlag seiner Kollegen einem „Bares für Rares“-Händler gehörig zu. Was steckte hinter dem ungewöhnlichen Aufruhr?
Idee von „Bares für Rares“-Händler schockt Kollegen„Ich muss das verhindern!“

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Die Idee eines Händlerkollegen wollte Benjamin Leo Leo (links) am liebsten gar nicht hören. (Bild: ZDF)
Ohren zu und durch? So hatte sich ein „Bares für Rares“-Händler die Sache ganz sicher nicht vorgestellt: Ein harmlos klingender Vorschlag seiner Kollegen löste bei ihm heftigen Protest aus. Dabei wollte er eigentlich nur ein besonderes Stück vor dem Schlimmsten bewahren.

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Bei „Bares für Rares“ stand ein Sideboard zum Verkauf. (Bild: ZDF)
Ein Möbelstück mit ungeahntem Konfliktpotenzial: Bei „Bares für Rares“ ließ ein Sideboard nicht nur die Kasse klingeln, sondern sorgte auch für einen Händler, der seinen Ohren kaum traute. Eine glanzvolle Vergangenheit hatte das Möbelstück zuletzt nicht gerade hinter sich. „Wir haben es auf der Straße gefunden - zu verschenken“, erzählte Lisa. „Es stand auch im Regen.“ Das Paar rettete den Schrank. Doch für die eigene Wohnung war auf Dauer zu groß.
Ein echtes Retro-Schätzchen oder doch nur hübsch anzusehen? Der Experte bescheinigte dem niederländischen Vollholz-Sideboard aus den 1960er- bis 1970er-Jahren eine hochwertige Verarbeitung. Seine Preisprognose: 350 bis 500 Euro. Deutliche Wasserflecken und mutmaßliche Spuren eines heißen Bügeleisens konnten Sven Deutschmanek nicht abschrecken. „Die Patina gefällt mir“, lautete sein Urteil. Ob die Händler diesen Geschmack teilten?
Händler kann Idee von Kollege kaum fassen: „Da kann ich gar nicht zuhören“

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Das Möbelstück wurde in den 1960er- bis 1970er-Jahren hergestellt. (Bild: ZDF)
Christian Vechtel nahm das Möbelstück kritisch unter die Lupe: „Das ist nicht das gleiche Holz wie das. Auf gar keinen Fall. Guck dir mal die Innenseiten an.“ Liza Kielon sah dagegen durchaus Potenzial: „Man kann dem Ganzen neues Leben einhauchen.“ Über die Art der Wiederbelebung sollte allerdings noch heftig diskutiert werden ...
„Ihr wärt für uns genau die Käuferschicht“, staunte Vechtel, als die Verkäufer den Händlerraum betraten. Auch Liza Kielon wunderte sich: „Ihr seid ja eigentlich genau die Zielgruppe dafür.“ Das Paar sah es genauso. Wäre da nicht das Platzproblem gewesen: „Wir hätten es gerne behalten.“ Im Händlerteam um David Suppes wurde über eine mögliche Neugestaltung nachgedacht. Als David Suppes mit der Idee ankam, das Holz komplett mit Farbe zu überziehen - „vielleicht modern in so einem Babyblau“ -, war bei einem Kollegen Schluss mit lustig.
„Da bin ich raus, da kann ich gar nicht zuhören“, hielt sich Benjamin Leo Leo demonstrativ die Ohren zu. Doch kampflos wollte er das Sideboard keinesfalls dem Farbeimer überlassen: „Ich muss das verhindern!“ Gesagt, getan! Mit dem höchsten Gebot sicherte sich Leo Leo die Kommode der Marke Fristho. Für 400 Euro fand der Straßenfund ein neues Zuhause. Da hatte sich die Rettungsaktion für die Verkäufer auch finanziell gelohnt.
„Bares für Rares“-Händler staunt: „Als Kind hätte ich sonst was dafür getan!“

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David Suppes hatte die Idee, die Kommode womöglich in einer neuen Farbe anzustreichen - sehr zum Unverständnis von Kollege Leo Leo. (Bild: ZDF)
Sven Deutschmanek im Ermittlermodus: Er testete ein Utensil aus dem nächsten Verkaufsobjekt direkt an Horst Lichter. Die Lampe bestand den Praxistest, der Moderator reagierte gespielt genervt: „Boah. Irgendwann schick ich dich rüber zu den Händlern“, drohte er scherzhaft. „Vielleicht kauft dich einer.“
Auch die Herkunft des Koffers war filmreif: In den 1970er-Jahren hatte der Verkäufer während einer vorübergehenden Tätigkeit bei der Kripo eine Einbruchserie aufgeklärt. Dafür bekam er 1982 den Spurensicherungskoffer als Dankeschön überreicht. Sven Deutschmanek taxierte die ungewöhnliche Belohnung auf 100 bis 150 Euro. Bei Benjamin Leo Leo weckte die kriminalistische Ausrüstung sofort Erinnerungen: „Als Kind hätte ich sonst was dafür getan!“

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Benajmin Leo Leo war die Kommode 400 Euro wert. (Bild: ZDF)
Im Händlerraum begann das große Rätselraten. War der Koffer eine Requisite aus einer Fernsehserie oder vielleicht ein passendes Spielzeug dazu? „Klären Sie uns auf“, forderte Liza Kielon den Verkäufer auf. Als Heinz seine Geschichte erzählte, staunten die Spürnasen nicht schlecht. Besonders David Suppes war von der ungewöhnlichen Vergangenheit begeistert: „Das ist so cool! So eine Geschichte hab ich noch nie gehört!“ Nach einem Bieterduell mit Liza Kielon erhielt er für 300 Euro den Zuschlag. „Wann hat man schon mal die Möglichkeit einen echten Spurenkoffer zu bekommen?“
„Bares für Rares“-Händlerin will Kauf selbst behalten
Hinter den nächsten beiden Objekten steckte eine berührende Familiengeschichte. Eine Armbanduhr und ein Bild des Kölner Künstlers Jörg Immendorff sollten nach dem Tod ihres Besitzers verkauft werden. Seine Tochter erfüllte damit einen besonderen Wunsch: „Er wollte eigentlich immer selber gerne hierin kommen“, erzählte sie traurig.
Große finanzielle Erwartungen hatte sie nicht. „Alles über 80 Euro wäre schön, weil das einen symbolischen Wert hat, dass ich hier bin.“ Experte Colmar Schulte-Goltz sah deutlich mehr Potenzial und veranschlagte für beide Stücke zusammen 250 bis 350 Euro. Die limitierten Kunstwerke aus dem Jahr 1995, die für einen wohltätigen Zweck entstanden waren, erzielten stolze 550 Euro. Neubesitzer Benjamin Leo Leo kündigte an, den guten Gedanken fortzuführen: „Ich werde von dem Erlös was spenden.“
Auch ein edles Stück aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stand zum Verkauf. Die Silberschale überzeugte mit schlichter Eleganz und einer harmonischen Gestaltung. Expertin Wendela Horz sprach von „eine sehr gelungene Symbiose“. Trotz kleiner Beschädigungen sollte das Stück aus einer Haushaltsauflösung 400 bis 450 Euro wert sein. Die Händler lagen mit ihren Geboten ganz auf Expertenkurs. Elke Velten sicherte sich die Schale für 400 Euro: „Das freut mich sehr. Ich glaub, ich behalte die sogar selber.“
Hoch zu Ross ging es beim nächsten Gegenstand zu: Ein keramischer Aschenbecher der Firma W. Goebel aus den Jahren 1935 bis 1949, verziert mit Pferd und Reiter, wurde auf 90 bis 140 Euro geschätzt. Christian Vechtel ließ sich die ungewöhnliche Gesellschaft sogar 250 Euro kosten. Zum Abschluss kamen noch „Schöne Geschichten, mit denen man sich schmücken kann“ unter den Hammer, wie Horst Lichter Armband und Collier treffend beschrieb. Die Muschelkameen (1820-1850) gingen für 900 Euro an David Suppes - deutlich mehr als die geschätzten 700 bis 800 Euro. Der Händler zeigte sich zufrieden: „Das ist super verkäuflich.“ (tsch)
