Horst Lichter war sofort begeistert von der nostalgischen Leuchtreklame. Doch im Händlerraum von „Bares für Rares“ sorgt der Firmenname nur für ratlose Gesichter. Dabei steckte hinter dem Schild ein traditionsreicher deutscher Hersteller ...
Horst Lichter schwärmt von Leuchtreklame, doch die „Bares für Rares“-Händler sind ahnungslos

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Von einer Leuchtreklame konnten Horst Lichter (rechts) und Sven Deutschmanek gar nicht genug bekommen. (Bild: ZDF)
Ein nostalgisches Objekt sorgte in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ zunächst bei Horst Lichter und Sven Deutschmanek für riesengroße Begeisterung. Im Händlerraum hingegen kannte allerdings niemand die traditionsreiche Marke. Trotzdem wurde am Ende sogar der Schätzpreis übertroffen ... „Das gefällt mir aber sehr gut“, schwärmte Lichter beim Anblick des Rixe-Schilds. Auch Deutschmanek war angetan: „Ja, sehr schön, vor allem der nostalgische Farbton, so Creme-Weiß.“ Lichter wollte daraufhin den Preis wissen, doch Deutschmanek hatte eine bessere Idee: „Wir können uns das teilen, eine Woche hängt es bei dir, eine Woche bei mir.“

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Die Verkäufer Sabine und Harald bekamen die Leuchtreklame vor rund 20 Jahren geschenkt. (Bild: ZDF)
„Schade“, kommentierte Lichter mit einem Augenzwinkern, als Sabine und Harald aus Mainhausen an den Tisch traten. Denn fast hätten Lichter und Deutschmanek das Schild unter sich aufgeteilt. Die Leuchtreklame hatte der Verkäufer vor rund 20 Jahren von einem guten Freund geschenkt bekommen, als eine Fahrrad- und Moped-Werkstatt aufgelöst wurde. Die Marke Rixe war dem Verkäufer damals unbekannt. Deutschmanek konnte die Wissenslücke aber schnell schließen: Rixe gehörte neben Dürkopp zu den traditionsreichen Fahrrad- und Motorradherstellern aus Bielefeld, das einst als bedeutendes Zentrum der deutschen Zweiradindustrie galt. Das Schild selbst datierte der Experte auf die frühen 1960er-Jahre.
Die Werbung im Hinterglasdruck mit Hammerschlaglack befand sich laut Deutschmanek „im absolut perfekten Zustand“. Lediglich die Neonröhre würde der Experte austauschen und die Leuchte „auf LED umrüsten“. Denn der Lichtschalter „surrt ein bisschen“. Für den Verkäufer war das aber kein Grund zur Veränderung: „Sie ist eben original.“ „Ich finde sie toll“, fasste Lichter seine Begeisterung noch einmal zusammen und verriet: „Ich mag auch Mopeds.“ Aber selbst für den niedrigen Wunschpreis des Verkäufers (100 bis 150 Euro) durfte Lichter nicht zuschlagen. Deutschmanek sah den Wert auch deutlich höher, bei 300 bis 400 Euro, denn „die ist authentisch und dafür gibt es immer Liebhaber“.
Herstellername gibt „Bares für Rares“-Händlern Rätsel auf

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Das Schild wurde in den frühen 1960er-Jahren hergestellt. (Bild: ZDF)
Im Händlerraum kippte die Stimmung zunächst: Mit dem Namen Rixe konnte keiner etwas anfangen. Walter Lehnertz bedauerte: „Schade, dass die Marke nicht bekannt ist. Richtig gut wäre das Schild von Hercules oder Kreidler.“ Wolfgang Pauritsch fragte: „Woher kommt Rixe?“ Umso überraschter war er, als der Verkäufer antwortete: „Deutschland.“

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Der Herstellername sagte keinem der Händler bei „Bares für Rares“ etwas. (Bild: ZDF)
Nachdem der Verkäufer die Eckdaten aus der Expertise genannt hatte, eröffnete Lehnertz mit 80 Euro. Zunächst kamen weitere Gebote nur zögerlich, doch dann lieferten sich Lehnertz und Markus Wildhagen ein Bietergefecht. Und obwohl Rixe als Markenname unbekannt war, kletterte der Preis schließlich sogar über die obere Grenze der Expertise. Erst bei 500 Euro zog Lehnertz die Reißleine: „Jetzt höre ich auf, mehr als 500 zahle ich nicht.“
Damit ging das Schild an Wildhagen. „Ich hoffe, Sie halten die Lampe in Ehren“, bat der Verkäufer, woraufhin Wildhagen beruhigte: „Auf jeden Fall.“ Obwohl auch er Rixe vorher nie gehört hatte, begeisterte ihn vor allem der außergewöhnliche Zustand.
Goldschmuck bleibt bei „Bares für Rares“ weit hinter Erwartungen zurück

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500 Euro war das Schild Markus Wildhagen am Ende wert. (Bild: ZDF)
Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine Porzellangruppe von Bianca Berding „dem bedeutenden Bildhauer Carl Werner“ zugeschrieben. Der Künstler hatte die Frau mit Reh 1933 für Hutschenreuther entworfen. Sie wurde bis 1960 produziert. Der Wunschpreis lag bei 50 Euro. Expertin Berding schätzte das Stück auf 80 bis 120 Euro. Elke Velten zahlte 120 Euro.
Heide Rezepa-Zabel datierte frühen Art-déco-Schmuck bestehend aus Stabbrosche und Ring aus jeweils 585er-Gold mit Altschliff-Diamanten auf den Zeitraum zwischen 1910 und 1920. Die Verkäufer wünschten sich 1.500 Euro. Die Expertin schätzte 950 bis 1.100 Euro und nach vielen Geboten zahlte Händler Pauritsch 1.200 Euro.
Bianca Berding datierte die Miniatur-Straßenlaterne „Rue de la Paix“ von Jaeger-LeCoultre mit einem 8-Tage-Werk samt Handaufzug in die 1960er-Jahre. Gewünscht wurden 200 bis 300 Euro und Elke Velten zahlte sogar 850 Euro. Heide Rezepa-Zabel verortete 585er-Goldschmuck von Sanderson & Sons aus Schottland (Edinburgh) in den 1860er-Jahren. Der Aquamarin (67 Karat) aus Brasilien zeigte leider einen Spannungsriss. Deshalb schätzte sie den Wert nur auf 3.500 bis 4.000 Euro. Gewünscht waren zwar 10.000 Euro. Doch wegen des Defekts zahlte Julian Schmitz-Avila „nur“ 2.800 Euro. (tsch)
