Eine kuriose Brille mit unerkennbarem Sinn stellte den Verkäufer bei „Bares für Rares“ vor ein Rätsel. Selbst die KI konnte nicht weiterhelfen. Wie gut, dass Experte Sven Deutschmanek Bescheid wusste.
„Seltsame Brille“ bei „Bares für Rares“Experte lässt bei Rarität KI alt aussehen

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„Das sieht aber cool aus“, machte Horst Lichter seinem „Bares für Rares“-Experten Sven Deutschmanek (Bild) ob seiner Brille ein Kompliment. (Bild: ZDF)
Horst Lichter fiel sofort auf, dass der „Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek eine andere Brille trug. „Das sieht aber cool aus“, fand er, wunderte sich dennoch über den Sinn und Zweck des Objekts ... „Wo hast du diese außergewöhnliche Brille her?“, fragte Lichter den Verkäufer Josef aus Kevelaer. „Ich habe jemandem geholfen beim Aufräumen“, antwortete Josef. „Da kam dann dieses Pappkartönchen zum Vorschein.“

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Verkäufer Josef hatte die Brille einst in einem „Pappkartönchen“ gefunden. (Bild: ZDF)
„Dann mache ich das auf und entdecke diese Brille“, erzählte er weiter. Bei der Internet-Recherche nach dem Sinn des Objekts kam er nicht weiter: „Tatsächlich sagt KI: Das ist ein Eierschneider. Ein doppelter Eierschneider.“ Josef lachte: „Aber das habe ich nicht geglaubt.“ Doch auch zwei Brillen-Museen brachten ihn nicht weiter, „und da habe ich gedacht, komme ich mal hierher“.
Sven Deutschmanek fand über die Brille aus den 1950er- oder 60er-Jahren des niederländischen Herstellers Safelight aus Den Haag einiges heraus: „Die hatten damals Patent angemeldet für eine sogenannte Lamellenbrille.“ „Man hat versucht mit diesen Lamellenbrillen ein neues System zu entwickeln, vergleichbar mit einer Jalousie“ - als eine Art Sonnenschutz. „Der große Nachteil daran war halt, dass diese Lamellen nicht bewegbar sind“, weshalb man den Kopf nach oben und unten bewegen musste.

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Während die KI irreführenderweise einen doppelten Eierschneider vermutete, klärte der Experte auf: Es handle sich um eine Lamellenbrille. (Bild: ZDF)
„Sonnenbrille?“, machte es bei Josef Klick. „Sowas in der Art“, nickte der Experte. „Man wollte mit dieser Brille letztendlich der Sonnenbrille leichte Konkurrenz machen. Das ist natürlich nicht geglückt.“ Denn: „Nachteil dieser Lamellen ist: Ich habe keinen UV-Schutz.“ „Die wurde nie genutzt“, daher bestätigte Sven Deutschmanek einen perfekten Zustand. „Was für ein Irrweg der Erfindungen“, staunte Horst Lichter. „Eigentlich ein Kuriosum.“ Und das war 50 bis 80 Euro wert. „Wobei: Man weiß nie, was passiert“, hatte Lichter eine Vorahnung.
„Verrücktes Teil“ begeistert „Bares für Rares“-Händler

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„Ich habe Fragen ...“, wunderte sich Händler David Suppes über die außergewöhnliche Brille. (Bild: ZDF)
„Ich habe Fragen ...“, setzte Händler David Suppes im Händlerraum die Brille auf. „Man sagt mir nach, ich habe ein Brillengesicht, aber die Brille bringt mich wahrscheinlich auch an meine Grenzen.“ Ganz davon abgesehen: „Die ist ja verrückt!“
Josef pries seine Rarität an: „Das ist eine ganz seltene, seltsame Brille.“ Für Optiker vielleicht ein interessantes Dekostück: „In jedem Laden ein absoluter Eyecatcher.“ Er meinte aber auch: „Sieht gut aus, aber ist nutzlos.“ Christian Vechtel hatte plötzlich eine Vision: „Stellen Sie sich vor, diese Brille würden Sie in einem Science-Fiction Film sehen ...“ Josef nickte, denn auch er dachte anfangs an Joseph Beuys und Dadaismus. Da startete Vechtel doch gerne mit 50 Euro. Und schon kam die Verhandlung in Fahrt.

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Markus Wildhagen bezahlte 150 Euro für die Sehhilfe. (Bild: ZDF)
„Verrücktes Teil“, fand Markus Wildhagen und erhöhte von 110 Euro direkt auf 150 Euro. Damit waren die anderen raus und der Verkäufer nahm strahlend fast das Doppelte des Schätzpreises entgegen. Dann verriet Wildhagen, warum ihm die Brille so viel wert war: „Mein erstes Sammelgebiet mit 14 Jahren war Brillen sammeln.“ Deswegen: „Ich habe immer ein Faible für Brillen.“
Goldarmreif bringt bei „Bares für Rares“ 12.500 Euro ein
Begehrt war auch die Norica-Keramikvase von Carl Sigmund Luba aus der Zeit um 1900, deren Wert auf 480 bis 680 Euro geschätzt wurde. David Suppes wollte die Rarität unbedingt haben und bekam sie auch für 650 Euro: „Das ist eine der schönsten Jugendstil-Vasen, die ich jemals gesehen habe.“ Der handgefertigte Goldarmreif mit Amethyst-Cabochons aus den 1970er-Jahren war 12.500 bis 13.000 Euro wert. David Suppes entschied das Wettbieten gegen Elke Velten bei 12.500 Euro für sich.
Die Pferdebronze „Dschinn, Étalon barbe“ von Pierre-Jules Mêne aus dem Jahr 1846 hatte einen Wert von 1.000 bis 1.200 Euro. Elke Velten sicherte sich die Statuette für 1.000 Euro: „Ich habe noch nie so ein wieherndes Pferd gesehen.“ Der winzige Taschenkalender mit Namenstagen aus dem Jahr 1905 wurde auf 30 bis 50 Euro geschätzt. Christian Vechtel gab 50 Euro aus und schaute gleich nach, welcher Name an seinem Geburtstag eingetragen war: „Da steht Klara!“ (tsch)
