„Einmal nix“, scherzte Horst Lichter in der Mittwochsausgabe von „Bares für Rares“ (ZDF) zunächst noch. Dann jedoch sollte der Moderator eines Besseren belehrt werden.
Horst Lichter kann Wert von verrostetem Schild kaum fassen„Ach, hör auf!“

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Als Horst Lichter in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ erst einmal nur die Rückseite des „verrosteten Schilds“ sah, witzelte er noch: „Einmal nix.“ (Bild: ZDF)
Als Horst Lichter in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ erst mal nur die Rückseite des „verrosteten Schilds“ sah, war er nicht überzeugt. Doch das vermeintlich unscheinbare Objekt entpuppte sich als seltene Emaille-Rarität aus der Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg - mit einem überraschend hohen Schätzwert.

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Detlev Kümmel (rechts) präsentierte zunächst die stark verwitterte Rückseite des alten Werbeschilds. (Bild: ZDF)
„Einmal nix“, scherzte Lichter, als Detlev Kümmel zunächst die stark verwitterte Rückseite eines alten Werbeschilds präsentierte. Beim Blick auf die Vorderseite änderte der Moderator jedoch seine Meinung: „Das Motiv ist sehr schön.“ Entdeckt hatte Verkäufer Marcus aus Düren das Schild vor 35 Jahren bei der Übernahme seines Orthopädie-Betriebs.
Experte Kümmel ordnete das Emailleschild der Mainzer Firma Werner & Mertz zu, die die Schuhcreme-Marke Erdal bereits 1901 eingeführt hatte. Zwei Jahre später wurde der Frosch zum Markenzeichen, zunächst noch in grüner Farbe. Erst ab 1919 erhielt er sein bis heute bekanntes rotes Erscheinungsbild, das auch auf dem Schild zu sehen war.
„Und dann kommt der Prinz“

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Experte Kümmel ordnete das Emailleschild der Mainzer Firma Werner & Mertz zu, die die Schuhcreme-Marke Erdal bereits 1901 eingeführt hatte. (Bild: ZDF)
Anhand der Herstellerkennzeichnung datierte Kümmel das Schild auf die Jahre zwischen 1919 und 1921. Produziert wurde es von Boos & Hahn in Offenburg. Da das Unternehmen seinen Standort für die Schilderproduktion nach 1921 nach Ortenberg verlegte, ließ sich das Alter des Objekts recht genau bestimmen. „Über 100 Jahre alt“, staunte Lichter. Die Jahre hatten sichtbare Spuren hinterlassen. Lichter würde die Abplatzungen und Roststellen behandeln und das historische Motiv in einem Holzrahmen hinter Glas setzen, verriet er. Schließlich habe das Schild „den Krieg überstanden“. Kümmel wusste: Solche Emaille-Schilder sind äußerst begehrt.

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Auch im Händlerraum stieß das historische Schild auf großes Interesse. (Bild: ZDF)
„Das ist eine Rarität“, ergänzte Marcus und wünschte sich 500 Euro für das historische Werbeschild. Kümmel schätzte den Wert sogar deutlich höher ein, auf 800 bis 1.000 Euro. „Ach, hör auf“, konnte Lichter die Summe zunächst kaum glauben. Umso größer war die Freude bei Marcus, dessen Wunschpreis durch die Expertise praktisch verdoppelt wurde.
Auch im Händlerraum stieß das historische Schild auf großes Interesse. Besonders Jos van Katwijk zeigte sich begeistert von dem Motiv und drückte dem berühmten Frosch sogar einen Kuss auf. Damit spielte er augenzwinkernd auf das Märchen vom Froschkönig an. „Und dann kommt der Prinz“, scherzte Liza Kielon. „Oder die Prinzessin“, lachte van Katwijk.
Jos van Katwijk sichert sich das „tolle Ding“

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Die erhofften 600 Euro wollte Jos van Katwijk (links) nicht zahlen. Zum Deal kam es trotzdem. (Bild: ZDF)
Als Marcus verriet, dass das Werbeschild mehr als 100 Jahre alt sei, wuchs die Begeisterung im Händlerraum weiter. „Wow, ein Vorkriegs-Frosch“, staunte Elisabeth Nüdling. Nach dem traditionellen Einstiegsgebot von Walter Lehnertz über 80 Euro legte die Händlerin direkt nach und erhöhte auf 100 Euro.
In kleinen Schritten kletterten die Gebote nach oben, bis sich am Ende nur noch Liza Kielon und Jos van Katwijk ein Duell um das Schild lieferten. Doch als die 500-Euro-Marke erreicht war, stieg Kielon aus. Der Verkäufer versuchte daraufhin, noch etwas mehr herauszuholen, und fragte van Katwijk sogar auf Niederländisch, ob 600 Euro möglich seien.
Die erhofften 600 Euro wollte van Katwijk zwar nicht zahlen, aber die zwei fanden einen Kompromiss und einigten sich auf 550 Euro. Der Händler freute sich über den Zuschlag und lobte das Schild als „tolles Ding“. Auch Verkäufer Marcus verließ den Händlerraum zufrieden - auch wenn der Verkaufspreis unter der Schätzung des Experten geblieben war. (tsch)
