Der Name der Pop-Art-Ikone sprach für sich und ließ Horst Lichter vor Ehrfurcht staunen und den Preis rasant nach oben steigen ...
„Echter Andy Warhol“ holt mehr als vierfachen Wunschpreis bei „Bares für Rares“

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Daniel Meyer (rechts, mit Sarah Schreiber) sicherte sich das Warhol-Unikat weit über dem Schätzpreis. (Bild: ZDF)
„Oh! Handschuhe! Das ist ein edles Schriftstück“, erkannte Horst Lichter in der Freitagsausgabe seiner ZDF-Trödelshow die Wichtigkeit der auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Karte. Noch ahnte er nicht, welch berühmten Namen der „Bares für Rares“-Verkäufer gleich nennen würde ...
„Was haben wir denn da Schönes?“, fragte Lichter den Experten Detlev Kümmel. „Wir haben eine Signatur, eine Speisekarte“, begann Kümmel. Da horchte der leidenschaftliche Koch Horst Lichter auf: „Was gab es denn Leckeres?“ Kümmel deutete an: „Leckere französische Raffinessen.“
Genaueres konnte Sepp aus Brunnen am Vierwaldstättersee erzählen: „Ich war Küchenchef und Gastronom.“ Lichter schlussfolgerte: „Dann hast du das Essen hier gekocht?“ Der Verkäufer bestätigte: „Da hatte ich das Vergnügen und durfte für Andy Warhol und andere Gäste dieses Menü kochen.“ Bei dem Namen zuckte Horst Lichter vor Ehrfurcht zusammen: „Wow! Was hast du denn da Leckeres gekocht?“

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Das Dinner fand am 24. Mai 1978 statt, zwei Tage vor Ausstellungsbeginn des Pop-Art-Künstlers in Zürich. (Bild: ZDF)
Kümmel las vor: „Gänsestopfleber, Ochsenschwanzsuppe, danach gab es dann Kalb, zum Schluss gab es dann die Käseplatte, und danach gab es dann noch ein Soufflé mit heißen Früchten.“ Bei Lichter meldete sich ein Hüngerchen: „Ich würde das jetzt essen.“
Doch es ging ja um die Signatur. „Nach dem Essen wurde ich in den Speisesaal gebeten“, erzählte Sepp. „Und da hat mich jemand gefragt: Möchten Sie ein Autogramm von Andy Warhol?“ Da sagte Sepp nicht nein. „Mit dem grünen Kugelschreiber hat er dann dieses Kunstwerk vollbracht.“
Das Dinner fand am 24. Mai 1978 statt, zwei Tage vor Ausstellungsbeginn des Pop-Art-Künstlers in Zürich. „Andy Warhol ist nun mal eine Weltgröße in der Kunst“, betonte Lichter. Kümmel fügte hinzu: „Er war damals schon eine Ikone“ - und heute noch immer. „Von daher ist er schon eine der Größen überhaupt.“
Die persönliche Widmung, die künstlerische Umrahmung des Wortes „Diner“ sowie die Unterschrift machten aus der Speisekarte ein Unikat. „Es scheint ihm geschmeckt zu haben“, meinte Kümmel. Außerdem bestätigte er die Echtheit: „Es ist definitiv eine Handsignatur.“

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Verkäufer Sepp (rechts) erzählte Detlev Kümmel (links) und Horst Lichter: „Und da hat mich jemand gefragt: Möchten Sie ein Autogramm von Andy Warhol?“ (Bild: ZDF)
Sepp gab seinen Wunschpreis an: „Ein echter Warhol - 400 Euro?“ Detlev Kümmel bewerte die Karte als „Zeichnung“ und schätzte den Wert sogar auf 600 bis 700 Euro. Mit der obligatorischen Händlerklarte ging es in den Händlerraum.
„Wir sind ganz, ganz angetan und finden das sehr spannend“, bekundete Daniel Meyer im Namen aller Händlerinnen und Händler Kaufinteresse. „Ich glaube, dass es ein Bietergefecht gibt“, kündigte Wolfgang Pauritsch an. Genauso kam es.
„Es ist ja fast ein Porträt“, meinte Meyer, in der grünen Strichführung das Profil des Verkäufers zu erkennen. Das Startgebot von 250 Euro stieg rasant nach oben. Bald wurde die 1.000-Euro-Schwelle überschritten.
Und es ging noch weiter. „Verkaufen Sie mir diese schöne Diner-Karte für 1.800 Euro?“, machte Meyer das höchste Gebot und bekam den Zuschlag. Sepp strahlte: „Boah, ich bin echt überrascht! 400 Euro habe ich erwartet, 1.800 Euro sind es geworden - kaum zu glauben!“ (tsch)
