Fataler Zahlendreher: Kunstwerk 500 Jahre älter als gedacht
Experten total danebenZahlenfehler macht Gemälde plötzlich eine halbe Million Euro wert

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Das Gemälde darf nun versteigert werden. (Symbolbild)
Ein fataler Zahlendreher mit gewaltigen Auswirkungen: In Italien wurde ein Kunstwerk von Spezialisten des Kulturministeriums aufgrund eines numerischen Irrtums um 500 Jahre zu jung eingeordnet. Die Darstellung der Madonna mit dem Jesuskind hat ihren Ursprung nicht, wie zunächst gedacht, im Jahr 1850, sondern tatsächlich im Jahr 1350. Dadurch ist die Arbeit eines unbekannten Meisters aus der norditalienischen Emilia-Romagna auch wesentlich wertvoller. Anstelle der anfänglich angenommenen 38.000 Euro wird sein Wert von internationalen Fachleuten nun auf über eine halbe Million Euro geschätzt.
Der Lapsus geschah laut einem Bericht der Zeitung «Corriere della Sera» bereits vor einiger Zeit. Im Jahr 2020 erteilte die Behörde in Rom die Genehmigung, das Bildnis «Madonna mit Kind» in die Schweiz zu verbringen. Die Sachverständigen befanden, es handle sich um eine Arbeit von „geringer Bedeutung“ und genehmigten die Ausfuhr. Basis für diese Fehleinschätzung war eine Notiz auf der Rückseite: «Gemalt von Alfonso Martorelli Fiori, Bologna im Jahr 1850».
Sensationelle Enthüllung bei Restaurierung
Bei der Instandsetzung im Ausland kam dann die Wahrheit ans Licht: Das Gemälde stammt tatsächlich aus dem Jahr 1350 – angefertigt von einem anonymen Künstler, der in Parma während des 14. Jahrhunderts wirkte. Dieser, als «Meister von 1302» bekannt, wird auch mit einer weiteren «Madonna mit Kind» in Verbindung gebracht, welche man heute im Baptisterium von Parma besichtigen kann. Das Auktionshaus Christie's bezifferte den tatsächlichen Wert mit einer Summe von 400.000 bis 500.000 Pfund (was bis zu 580.000 Euro entspricht).
Das italienische Kulturministerium unternahm daraufhin den Versuch, die Genehmigung zu widerrufen, hatte damit vor Gericht aber keinen Erfolg. Somit darf das Kunstwerk nun versteigert werden. Aus den Reihen der Opposition im römischen Parlament werden jetzt Rufe nach einem besseren Schutz des nationalen Kulturerbes laut. Die Parlamentarierin Vincenza Aloisio äußerte Kritik: «Wir haben nicht nur ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert verloren, sondern wurden auch Zeugen einer ineffizienten und chaotischen Vorgehensweise der zuständigen Behörden.» (dpa/red)
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