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„Bares für Rares“-Händler startet mit 80 Euro - plötzlich geht es um Tausende

In der Donnerstagsausgabe von „Bares für Rares“ stand ein leuchtender Schriftzug der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz zum Verkauf. (Bild: ZDF)

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In der Donnerstagsausgabe von „Bares für Rares“ stand ein leuchtender Schriftzug der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz zum Verkauf. (Bild: ZDF)

Bunte Neonröhren entpuppten sich bei „Bares für Rares“ als wertvolle Kunst. Plötzlich boten die Händler Tausende - nach Walter Lehnertz „80 Euro“-Gebot ...

Auf den ersten Blick wirkte es wie poppige Neon-Deko: bunte Röhren und ein blinkender Schriftzug. Doch hinter dem Lichtspiel steckte eine bekannte Künstlerin. In der Donnerstagsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ sorgte die Expertise deshalb für eine Überraschung - und ein spannendes Bietergefecht trotz „80 Euro“-Start ...

„Wunderschön“ fand Horst Lichter das Mitbringsel nach der Expertise. (Bild: ZDF)

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„Wunderschön“ fand Horst Lichter das Mitbringsel nach der Expertise. (Bild: ZDF)

Kunsthistorisch konnte Lichter die „Apparatur“ nicht einordnen. Dafür beschrieb er es umso treffender: „Es ist schwer, es ist verchromt, es blinkt.“ Und Bianca Berding fügte noch hinzu, dass „man damit auch etwas vorsichtiger umgehen sollte“. Verkäufer Jan aus Würzburg hatte das Objekt jedenfalls bei einer Zwangsversteigerung erworben. Die filigranen Neonröhren waren nicht nur empfindlich, sondern vor allem „sehr poppig und bunt“

Gemeinsam bildeten sie den Schriftzug „Light is what we see“, das zentrale Thema im Werk der Wiener Künstlerin Brigitte Kowanz. Seit den 1980er-Jahren setzte sie sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Licht, Sprache und Raum auseinander.

„Bares für Rares“-Expertin findet Kunstwerk „nicht langweilig, aber auch sehr dekorativ“

Bis zu 7.000 Euro seien laut Expertin Bianca Berding für den leuchtenden Schriftzug drin. (Bild: ZDF)

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Bis zu 7.000 Euro seien laut Expertin Bianca Berding für den leuchtenden Schriftzug drin. (Bild: ZDF)

Berding erklärte, was die Künstlerin mit Licht sichtbar machen wollte: „Licht selbst ist für das menschliche Auge unsichtbar. Erst wenn es auf Gegenstände trifft, wird seine Wirkung wahrnehmbar.“ Die erste Arbeit aus dem gleichnamigen Werkkomplex hatte sie im Jahr 1994 geschaffen: damals mit Morsezeichen als Lichtsignale. Das Objekt aus der Sendung war aber später entstanden, nämlich 2011. Hier hatte die Künstlerin eine weitere Wahrnehmungsebene integriert: Mit dem Spiegel wurde der Betrachter in das Werk hineingezogen und sah sich selbst im Kontext von Licht und Reflexion. Berding bewertete die Kunst als sehr charmant, „nicht langweilig, aber auch sehr dekorativ“.

Im Händlerraum lag Walter Lehnertz (links) mit seinem ersten Gebot mächtig daneben. (Bild: ZDF)

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Im Händlerraum lag Walter Lehnertz (links) mit seinem ersten Gebot mächtig daneben. (Bild: ZDF)

Mit seiner bunten Leuchtschrift konnte das Werk wie eine leicht zugängliche Spielart von Pop-Art wirken. Doch hinter dem limitierten Objekt (14/18) steckte ein vielschichtiges Konzept. Zudem galt Kowanz als wichtige europäische Position der Lichtkunst und hatte ihre Arbeiten in zahlreichen Galerien und Museen gezeigt, wie der Biennale in Venedig. Auch außerhalb von ihrem Heimatland Österreich hatte die Künstlerin einen großen Sammlerkreis. Berding betonte: „Sich mit so einer Idee im männerdominierten Kunstraum zu etablieren und dauerhaft zu halten, ist als Frau nicht so einfach.“ Nach der Expertise hatte Lichter einen neuen Blick auf die Kunst: „Wunderschön.“

Horst Lichter witzelt: „Weiß, wie viel Lichter wert sein können“

Wolfgang Pauritsch bezahlte 5.100 Euro für das Kunstwerk seiner Landsfrau. (Bild: ZDF)

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Wolfgang Pauritsch bezahlte 5.100 Euro für das Kunstwerk seiner Landsfrau. (Bild: ZDF)

Der Wunschpreis von Jan lag jedenfalls bei 9.000 Euro. Doch so hoch wollte Berding das Objekt doch nicht einschätzen, „auch wenn ein ähnliches Werk vor kurzem für 13.000 Euro ersteigert wurde, das war ein Ausschlag nach oben“. Im Schnitt lagen die Ergebnisse niedriger und somit taxierte sie das Kunstwerk auf 6.000 bis 7.000 Euro. Nachdem der Verkäufer die Händlerkarte angenommen hatte, fragte Berding den Moderator: „Hättest du das gedacht? So viel Geld für einen Schriftzug?“ Lichter antwortete gelassen: „Natürlich.“ Sein angebliches Kunstwissen steckte wohl in seinem Namen, denn: „Ich weiß, was Lichter wert sein können“, ergänzte er mit einem Zwinkern.

Im Händlerraum brauchte Walter Lehnertz etwas Unterstützung bei der Übersetzung und rief: „Alter, können die das nicht auf deutsch schreiben?“ Kollege Wolfgang Pauritsch half ihm sogleich auf die Sprünge und übersetzte extra falsch: „Das heißt: 'Donnerstags gehe ich schwimmen'.“ Die restliche Runde konnte sich das Lachen nicht verkneifen ...

„Was für ein tolles Neonlichtobjekt haben sie uns mitgebracht“, lobte Jan van Katwijk, als der Verkäufer im Händlerraum eintraf. Nachdem er die Fakten geliefert hatte, gab der Verkäufer zu: Zeitgenössische Kunst sei nicht sein Metier. Er wollte lieber die Einschätzung der Händler erfahren. „Das habe ich schnell eingeschätzt: 80 Euro“, so Lehnertz. Danach erhöhte Pauritsch schnell auf einen vierstelligen Betrag und entfachte ein Bietergefecht. Denn auch seine Kollegen wussten: „Das ist ein großer Name“. Am Ende erhielt aber Pauritsch den Zuschlag, zahlte 5.100 Euro und freute sich. Nicht nur, weil die Künstlerin wie er aus Österreich kam, sondern weil er wusste: „Das ist was Tolles.“

McDonalds-Stoppuhren finden bei „Bares für Rares“ einen Liebhaber

Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine Silberdose von Tiffany & Co. von Patrick Lessmann in die 1890er-Jahren datiert. Für die reich verzierte Tiffany-Dose für Süßes aus Sterlingsilber (925) wünschte sich der Verkäufer 1.000 Euro. Der Experte schätzte 700 bis 1.000 Euro und Händler Wolfgang Pauritsch zahlte sogar 1.500 Euro. Bei einem qualitativ hochwertig gearbeiteten Kleinmöbel handelte es sich laut Bianca Berding um ein Gesellenstück. Sie datierte das Schreinerstück zwischen 1880 und 1900 und schätzte den Wert auf 500 bis 600 Euro. Die Verkäuferin wünschte sich gerade mal 300 Euro. Jos van Katwijk legte 600 Euro auf den Tisch.

Zwei Stoppuhren von McDonalds datierte Annika Raßbach auf 2004, denn „damals wollte die Fast-Food-Kette dem Namen alle Ehre machen und in 60 Sekunden Bestellungen aufs Tablett liefern.“ Für die Objekte der „60-Sekunden-Wette“ wünschte sich die Verkäuferin 200 Euro. Die Expertin schätzte 100 bis 120 Euro. Jan Cizek waren die Stoppuhren 230 Euro wert. Schmuck aus 585er-Gold mit Smaragden stammte aus dem ehemaligen Sudetendeutschland. Patrick Lessmann datierte die Demi Parure aus Collier und Ohrhängern um 1860. Der Wunschpreis lag bei 1.500 Euro, die Expertise bei 2.900 bis 3.000 Euro und Elisabeth Nüdling zahlte 2.900 Euro. (tsch)

Mit großen Hoffnungen kamen Ingrid und Heinrich aus Ludwigshafen zu Horst Lichter in die Mittwochsausgabe von „Bares für Rares“. Immerhin war ihr „schönes Gemälde“ fast 200 Jahre alt. Doch als Friederike Werner das Bild genauer unter die Lupe nahm, folgte für das Paar eine ernüchternde Überraschung. (Bild: ZDF)
„Oh Gott, ehrlich?“
Horst Lichter entsetzt über wahren Wert von „Bares für Rares“-Objekt