Amira Pocher Moderatorin spricht über Tabu-Thema: „Viele Frauen schämen sich“ 

Moderatorin Amira Pocher kommt 2018 zu einer Benefiz-Gala zugunsten der McDonald's Kinderhilfe-Stiftung.

Amira Pocher hat mit einer neuen App ein echter Herzensprojekt auf den Weg gebracht. Das Foto zeigt sie im November 2018 bei einer Charity-Veranstaltung in München.

Seit sie mit Comedian Oliver Pocher (44) verheiratet ist, ist auch Amira Pocher (29) ins Rampenlicht gerückt. Eine Tatsache, die sie jetzt nutzt. Zugunsten eines Themas, über das nicht gern gesprochen wird.

Sei es die Teilnahme an TV-Shows wie „Let’s Dance“ oder die ein oder andere kontroverse Aussage bei Instagram und Co.: Moderatorin Amira Pocher ist engagiert – und polarisiert bisweilen.

Doch mit einer App bringt Amira Pocher jetzt ein echtes Herzensprojekt auf den Weg. Mit EXPRESS.de hat die 29-Jährige über Frauenprobleme und ihre Ehe mit  Oliver Pocher gesprochen. Und sie verriet auch, was sie am Landleben so liebt.

Amira Pocher: Ehefrau von Oliver Pocher will Frauen den Druck nehmen

Sie bringen eine App auf den Markt, in der es um Beckenbodentraining geht. Wie kam Ihnen die Idee? Hatten oder haben Sie selbst Probleme damit?

Alles zum Thema Amira Pocher

Amira Pocher: Ich selbst hatte damit bisher keine Probleme. Ein innovatives Produktionsteam ist mit dem Konzept auf mich zugekommen. Im ersten Moment dachte ich, das wäre nichts für mich. Ich habe das dann nochmal überdacht. Es ist ein wichtiges Thema, welches zu wenig Gehör findet. Gerade nach Schwangerschaften wird immer übers Gewicht gesprochen – das deprimiert. Keiner spricht über die Gesundheit. Ich sehe das als Chance, meine Reichweite dafür zu nutzen, Frauen den Druck zu nehmen, nach der Schwangerschaft direkt wieder schlank sein zu müssen. Viel wichtiger ist, dass sie ihren Körper von innen heraus wieder stärken und das macht unsere PelvicFlow App.

Was darf man sich unter der App vorstellen?

Amira Pocher: Die App beinhaltet ein ganzheitliches Beckenbodentraining, nicht zu verwechseln mit Übungen, wie man sie im Internet anschauen kann. Unsere App ist als Präventionskurs zertifiziert und wird bis zu 100% von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Das Programm geht acht Wochen lang. Es gibt mehrere Module, eine Kombi aus Theorie und Übungen, die ich vormache. Man lernt viel über den Beckenboden, z. B. wird auch das Trinkverhalten trainiert.

Amira Pocher bei einer Übung aus ihre App „Pelvic Flow“

In ihrer neuen App zeigt Amira Pocher Übungen, die den Beckenboden trainieren.

Über Beckenbodentraining und Inkontinenz wird bisher nicht gerne gesprochen. Warum sprechen Sie darüber?

Amira Pocher: Ich schätze, viele Frauen schämen sich. Das Thema wird immer größer, in Drogerien wird die Abteilung für Inkontinenzprodukte immer umfangreicher, es wird viel mehr für solche Produkte geworben. Das zeigt, dass es ein weit verbreitetes Problem ist. Inkontinenz betrifft 25 bis 30 Prozent der Frauen, Beckenbodenschwäche ist die häufigste chronische Krankheit bei Frauen. Ich möchte helfen dies zu verbessern.

Was war die ultimative Wahrheit, die Sie gerne vor ihren Schwangerschaften schon erfahren hätten?

Amira Pocher: Ich bin durch meine Schwangerschaften recht gut durchgekommen. Es gab keine wirklichen Überraschungen. Ich hatte echt schöne Schwangerschaften, war sehr gut beraten und hatte die richtigen Leute um mich, die mir die wichtigen Dinge vermittelt haben.

Amira Pocher tanzte bei „Let's Dance“: „Hab' gute Body-Memory“

Hat sich durch die Schwangerschaften die Beziehung zu Ihrem Körper verändert?

Amira Pocher: Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn, wie er die Schwangerschaften gemeistert hat, ohne Faxen zu machen. Durch den Kaiserschnitt habe ich manchmal noch Schmerzen im Unterbauch, damit gehe ich regelmäßig zum Osteopathen.

Sie sind sehr sportlich. Hat Ihnen das bei der Teilnahme an „Let’s Dance“ geholfen?

Amira Pocher: Ich habe schon in meiner Jugend viel Sport gemacht, hatte zehn Stunden Turnen jede Woche, habe Leichtathletik gemacht und Volleyball gespielt. Ich habe aber zehn Jahre lang dann fast nichts gemacht. Mein Trainer sagt, dass ich eine gute Body-Memory habe. Mein Körper nimmt schnell wieder die alte Form an, das ist mein Glück. Es zahlt sich aus, Sport zu machen. Der Körper dankt es einem.

Sie haben ihren Mann auf Tinder kennengelernt. Da sind ja bekanntlich oft Fakes unterwegs. Als Sie das Profil von Oliver Pocher gesehen haben, hatten Sie da Zweifel, ob er es wirklich ist?

Amira Pocher: Er hatte seinen Instagram-Account verlinkt. Da habe ich gesehen, dass das der offizielle Account ist. Also war mir schnell klar, dass er es echt ist.

Gemeinsam mit Ihrem Mann haben Sie einen Podcast, in dem Sie Berufliches und Privates schon öfter vermischen. Führt das zu Problemen? Geht man sich da nicht auch mal auf die Nerven?

Amira Pocher: Nein, das gleicht sich gut aus. Wir haben viele Projekte getrennt voneinander. Wenn es nach mir ginge, könnten wir noch mehr zusammenarbeiten.

Wie werden Krach oder Streit im Hause Pocher generell gehandhabt?

Amira Pocher: Wir streiten eigentlich nicht. Klar, es gibt Diskussionen, aber das wird dann direkt aufgelöst. Olli macht einen Witz – und dann ist es wieder gut. Wir sind beide nicht nachtragend.

In den sozialen Medien setzt es bisweilen auch harte Kritik. Wie gehen Sie damit um?

Amira Pocher: Ich lese das nicht, also muss ich auch nicht damit umgehen. Wenn ich Kritik hören will, frage ich Freunde, Familie oder mein Management. Das, was die Trolls auf Instagram schreiben, ist keine Kritik. Die lassen nur Dampf ab.

Sie stehen noch nicht so lange in der Öffentlichkeit. Haben Sie sich schon daran gewöhnt oder ist es manchmal noch komisch, z. B. auf der Straße erkannt zu werden?

Amira Pocher: Inzwischen habe ich mich dran gewöhnt. Ich finde es schön, wenn Leute einen treffen und sympathisch finden. Da habe ich echt Freude dran.

Zuletzt hat auch die bewegende Geschichte mit Ihrem Vater für Schlagzeilen gesorgt. Sie haben Ihn jetzt schon vier Jahre nicht gesehen. Haben Sie jetzt regelmäßig Kontakt? Ist ein Besuch geplant?

Amira Pocher: Wir stehen telefonisch in Kontakt. Er kann derzeit nicht herkommen. Wir haben uns aber vorgenommen, bald nach Ägypten zu fliegen, damit er auch die Enkelkinder kennenlernt.

Sie sind am schönen Wörthersee geboren, leben jetzt in Köln. Wo gefällt es Ihnen besser? Sind Sie eher Stadt- oder Landkind?

Amira Pocher: Ich bin ein Landkind. Wir wohnen auch in Köln eher ländlich. Ich mag nicht so viele Menschen auf einmal, ich mags abgelegen und ruhig – von mir aus mit krähenden Hühnern in der Nachbarschaft. Das finde ich toll.

Amira Pocher: Vom Wörthersee ins Rheinland

Amira Pocher wurde am 28. September 1992 in Klagenfurt am Wörthersee geboren. Sie wuchs mit ihren zwei Brüdern bei ihrer Mutter auf. Ihr Vater, ein Ägypter, ging zurück in seine Heimat, als sie drei Jahre alt war. Amira arbeitete als Visagistin und Hairstylistin. 2014 zog sie nach Deutschland, lernte 2016 Oliver Pocher kennen. Im Oktober 2019 folgte die Hochzeit. Im März 2020 trat sie in der RTL-Liveshow „Pocher vs. Wendler – Schluss mit lustig!“ erstmals im TV auf.

Es folgten weitere TV-Auftritte. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie einen Podcast „Die Pochers hier!“, wirkte 2020 in der Show „Late-Night-Show Pocher – gefährlich ehrlich!“ mit. 2022 gründete sie die Beauty-Marke „Fayble“, belegte bei „Let’s Dance“ den vierten Platz. Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden gemeinsamen Kindern in Köln.

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