Applaus auf internationaler Bühne, Kritik von der eigenen Parteibasis: Den Widerspruch um das Standing von Bundeskanzler Friedrich Merz versuchte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im ZDF-“Morgenmagazin“ aufzulösen.
Als ZDF-Mann „Führungsschwäche“ von Merz anspricht, macht sich Linnemann energisch Luft

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CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (links) war ZDF-“Morgenmagazin“-Moderator Andreas Wunn live vom Parteitag aus Stuttgart zugeschaltet. (Bild: ZDF)
Kümmert sich der Bundeskanzler zu viel um Außenpolitik und zu wenig um Innenpolitik? Vor dem CDU-Parteitag in Stuttgart griff ZDF-Moderator Andreas Wunn Kritik an Friedrich Merz auf. Seinen Gesprächsgast, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, konfrontierte er auch mit dem Vorwurf der „Führungsschwäche“, gerichtet an den deutschen Regierungschef.
Linnemann, der im ZDF-“Morgenmagazin“ aus Stuttgart zugeschaltet war, atmete tief durch und holte nach einer Kunstpause zu einem energischen Plädoyer für seinen Parteichef aus. „Also wenn Sie sich die Münchner Sicherheitskonferenz angesehen haben und seine Rede, dann ist das nicht Führungsschwäche, sondern Führungsstärke“, sagte Linnemann. Merz bringe ein neues Selbstbewusstsein mit und damit Europa „zurück auf die weltpolitische Bühne“. Genau das sei nun gefragt.
„Außenpolitik in Neu-Delhi ist auch Wirtschaftspolitik in Stuttgart“
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Friedrich Merz eine Grundsatzrede gehalten, die von vielen Beobachtern als Gegenentwurf zur Rede von US-Vize-Präsident J.D. Vance vor einem Jahr verstanden wurde. „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer“, sagte Merz unter anderem: „Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet.“ Auch bekannte er sich zum freien Handel, der NATO und dem Klimaabkommen, „weil wir überzeugt sind: Globale Aufgaben werden wir nur gemeinsam lösen.“
Im ZDF-Moma verteidigte Carsten Linnemann den Kanzler-Kurs auch aus wirtschaftspolitischer Sicht. Er habe „ein Problem damit“, Außen- und Sicherheitspolitik von ökonomischen Erwägungen zu trennen: „Außenpolitik in Washington oder Neu-Delhi ist auch Wirtschaftspolitik in Stuttgart, Ulm oder Erfurt.“ Schließlich sei die deutsche Industrie, etwa im Bereich Maschinenbau, auf Exporte und freie Märkte angewiesen. „Deshalb bin ich froh, einen Bundeskanzler zu haben, der das sieht, versteht und lebt.“
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