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Alfred Biolek (†87) „Sterben will ich in Köln“ – sein letztes großes Interview

Alfred Biolek, früherer Moderator, Entertainer und Autor, am 19. September 2018 im Kölner Stadtgarten

Alfred Biolek an seinem Lieb­lings­platz, dem idyl­li­schen Stadt­gar­ten direkt vor seiner Haustür.

Der große Alfred Biolek ist tot: Er starb in Köln. In der Stadt, die er so geliebt hat. Dem EXPRESS hatte er eines seiner letzten großen Interviews gegeben. Mit berührenden Aussagen.

Köln. Er hatte ein besonders Faible für seine Heimatstadt Köln, drehte hier unzählige Sendungen, wohnte am Stadtgarten: Ein großer Wunsch des Talkmasters, Grandseigneurs und Gourmets Alfred Biolek, in Freistadt (ehemalige Tschechoslowakei) geboren und am  23. Juli 2021 im Alter von 87 in Köln gestorben, hat sich erfüllt.

Dem EXPRESS sagte Alfred Biolek in einem seiner letzten großen Interviews im September 2018: „Den Tod sehe ich ganz entspannt. Sterben will ich in Köln.“

Alfred und Scott Biolek mit einer Aufnahme aus dem Köln der 70er Jahre. Alfred Biolek ist tot.

Alfred Biolek und sein Adoptivsohn Scott Biolek mit einer Aufnahme aus dem Köln der 70er Jahre: EX­PRESS-Fo­to­graf Bernd Kollmann erwischte den schon damals berühmten TV-Mo­de­ra­tor (links auf dem alten Foto) bei einem urigen Schuh­ma­cher in der City. „Eine tolle Er­in­ne­rung, vielen Dank!“, freute sich Bio.

Alfred Biolek, gestorben in Köln im Alter von 87 Jahren. Der Mann, der das Leben mit beiden Händen griff und auskostete, hatte ein undramatisches Verhältnis zum Tod. „Wenn ich über meinen Tod spreche, reagieren viele Menschen so erschrocken. So, als ob sie Mitglied eines Vereins wären, in dem man nicht stirbt. In dem man ewig lebt. Was machen die Leute für ein Theater darum?“, sagte er dem EXPRESS.

Alfred Bioleks Wunsch vor dem Tod: „Sterben will ich in Köln“

Talkmaster Alfred Biolek, der in der Spichernstraße wohnte, hatte damals über Köln gesagt: „Seitdem ich in Köln bin, bin sehr glücklich und lebe gerne hier. In meiner Wohnung bin ich am liebsten. Zu Hause ist doch das schönste Veedel (...). Ich bleibe jetzt in Köln und das tue ich gerne. Solange ich lebe, will ich hier leben. Und wenn ich sterbe, dann auch in Köln.“

2010 hatte Alfred Biolek nach einem schweren Treppensturz im Koma gelegen, erlitt einen Gedächtnisverlust. Bio über diese Zeit: „Mein Sohn Scott hat mir damals aus meiner Biografie vorgelesen. So fand ich nach und nach mein Gedächtnis wieder.“

Wunderbares Lebensmotto von Alfred Biolek

Auf die Frage nach seinem Lebensmotto sagte er damals 84-jährige Alfred Biolek, der zeitlebens von seiner Mutter Hedwig „Fredi“ genannt wurde: „Jeder muss ein eigenes Motto finden. Jeder muss so leben, wie er ist. Ich habe mir nicht ausgesucht, wer ich bin. Ich habe mich so entwickelt. Ich lebe so, wie ich mich fühle. Und das kann ich nur den anderen Menschen auch empfehlen. So leben, wie man sich fühlt. Das ist doch ein schönes Motto.“

Alfred Biolek von Regisseur Rosa von Praunheim geoutet

Alfred Biolek, wurde 1991 in der RTL-Sendung „Der heiße Stuhl“ zusammen mit Entertainer Hape Kerkeling als homosexuell geoutet. Diesen ungeheuerlichen Vorfall, ausgelöst durch den ebenfalls schwulen Regisseur Rosa von Praunheim („Die Bettwurst“), hatte Biolek kurze Zeit später so kommentiert: „Es hat wehgetan, aber es hat die Verspannung gelöst.“

Alfred Biolek präsentiert sich vor der Aufzeichnung von "Boulevard Bio" mit seinem Gast, der Pop-Ikone Britney Spears, am 15. Januar 2002 in Köln.

Britney Spears bei „Boulevard Bio“ im Januar 2002 in Köln. Dem EXPRESS sagte „Bio“ über den Besuch der Pop-Prinzessin: „Von ihr war ich nicht sehr begeistert. Sie war in meiner Sendung, aber darüber sage ich lieber nichts öffentlich ...“ 

Im EXPRESS-Gespräch 2018 hatte er zum Thema Home-Ehe gesagt, dass diese „natürlich“ etwas für ihn gewesen wäre: „Heutzutage ist das ja alles ganz normal und natürlich, und das ist gut so. Zu meiner Zeit damals war das ja alles ganz anders, da war so etwas verboten. Deswegen konnte ich auch so nicht offiziell leben. Ich wünschte, es wäre damals schon erlaubt gewesen, dass homosexuelle Paare hätten heiraten dürfen. Aber wer weiß, wie ich dann gelebt hätte ...“ (pm/smo)

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