Abo

US-Militärschlag in VenezuelaTrumps Elite-Einheit schnappt sich Diktator Maduro

Aktualisiert

Die USA haben auf Anordnung von Präsident Donald Trump Venezuela angegriffen und den umstrittenen Staatschef Maduro gefangen genommen.

Donald Trump hat seine Drohung in die Tat umgesetzt. In der Nacht zum Samstag griffen die USA Ziele in Venezuela an. Machthaber Nicolás Maduro wurde von einer US-Elite-Spezialeinheit gefangen genommen und aus dem Land gebracht.

Nach Angaben von US-Justizministerin Pam Bondi wurden der Diktator und seine Ehefrau in New York angeklagt. Maduro würden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen, teilte Bondi auf der Plattform X mit.

Delta Force eine „hochselektive, streng geheime Einheit“

Maduro war von Einheiten der Delta Force in Gewahrsam genommen worden, berichtete der US-Sender CBS News unter Berufung auf US-Beamte. Wo er sich derzeit befindet, ist unklar.

Die Truppe sorgte bereits wiederholt für Schlagzeilen - etwa 2019, als der damalige Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, in Syrien getötet wurde. Auch damals sollen Spezialkräfte der Einhalt beteiligt gewesen sein.

Die US-Militärpublikation military.com beschreibt die Delta Force als eine „hochselektive, streng geheime Einheit“ des US-Militärs. Es soll sich um eine Anti-Terror-Einheit handeln, die besonders dafür ausgebildet ist, Zielpersonen gefangenzunehmen beziehungsweise zu töten und Terrorzellen auszuheben. Zusammen mit den Navy Seals zähle die Delta Force zu den am besten ausgebildeten Spezialeinsatzkräften des US-Militärs und der Welt, so die Militärzeitschrift.

Die 1977 gegründete Einheit 1977  war Informationen zufolge an einer ganzen Reihe riskanter Einsätze wie beispielsweise der Militäroperation 1993 in Somalia beteiligt, die später durch den Hollywood-Film „Black Hawk Down“ bekannt wurde.

Auch am Krieg in Afghanistan und an den beiden Irakkriegen soll die Einheit beteiligt gewesen sein und eine entscheidende Rolle bei der Gefangennahme des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein gespielt haben, so military.com.

Krisenstab der Bundesregierung berät über die Situation

Die Regierung in Caracas hat eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. „Im Angesicht der kriminellen Aggression durch die US-Regierung auf unser Heimatland haben wir eine dringliche Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen beantragt“, erklärte Außenminister Yvan Gil am Samstag im Onlinedienst Telegram. Aufgabe des Gremiums sei es, „das Völkerrecht aufrecht zu erhalten“.

Der US-Angriff hatte weltweit für Aufregung gesorgt. Auch die Bundesregierung zeigt sich besorgt. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Der Krisenstab der Bundesregierung berate über die Situation, verlautete von dort. Zuerst hatte „Bild“ darüber berichtet.

Die Lage in dem südamerikanischen Land „ist derzeit in Teilen noch unübersichtlich“. Das Außenministerium stehe „im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas“. Information sickern nur spärlich durch. Für 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) hat Donald Trump eine Pressekonferenz in Mar-a-Lago (Florida) angekündigt. Dort sollen weitere Details bekanntgegeben werden.

Was wir bisher wissen:

  1. Gegen 2 Uhr (Ortszeit, 7 Uhr MEZ) gab es erste, heftige Explosionen in Caracas. Aufnahmen in venezolanischen Medien und sozialen Netzwerken zeigen Explosionen in der Hauptstadt.
  2. Im Laufe des Vormittags bestätigte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social, dass die USA Venezuela angegriffen und den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau gefasst und außer Landes gebracht haben.
  3. In Caracas wurden Explosionen und Rauchsäulen beobachtet. Die Luftangriffe richteten sich ersten Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
  4. Mehrere Explosionen sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo sich ein Stützpunkt der Luftwaffe befindet.
  5. In der Nähe des Präsidentenpalasts Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zu sehen.
  6. Die USA haben ihre Reisewarnungen für Venezuela auf Stufe 4 verschärft: nicht reisen. US-Bürger in Venezuela sollen zu Hause bleiben und das Land verlassen, sobald dies sicher möglich ist.
  7. Die venezolanische Regierung wirft den USA eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele vor. In einer offiziellen Mitteilung erklärt Caracas, die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar.
Die Foto-Kombo zeigt US-Präsident Donald Trump (l.) und den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro. Wo er sich aktuell befindet, ist unklar.

Copyright: AFP

Die Foto-Kombo zeigt US-Präsident Donald Trump (l.) und den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro. Wo er sich aktuell befindet, ist unklar.

Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela hatte sich schon in den vergangenen Monaten zugespitzt. Laut CBS News hatte Trump bereits vor Tagen Angriffe auf Venezuela genehmigt. Ursprünglich seien Attacken an Weihnachten erwogen worden. Die Pläne seien wegen anderer US-Luftschläge (Nigeria) und später wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben worden, so CBS News.

US-Streitkräfte griffen zuletzt nach eigenen Angaben bereits mehrfach mutmaßliche Drogenboote an. Laut US-Regierung kamen dabei mehr als 100 Menschen ums Leben. Die USA bauten ihre militärische Präsenz in der Region massiv aus, darunter mit dem Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“, weiteren Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und einem Langstreckenbomber.

Was wir nicht wissen:

  1. Unklar ist, wo sich Maduro zurzeit befindet.
  2. Umfang, genaue Ziele und Ablauf der US-Angriffe sind offen.
  3. Ort, Ablauf und rechtliche Grundlage der mutmaßlichen Festnahme sind unklar.
  4. Schäden und Opferzahlen: Es gibt bisher keine verlässlichen Angaben zu Toten, Verletzten oder zur Zerstörung ziviler Infrastruktur.
  5. Die langfristigen Folgen für die regionale Sicherheit und die internationale Diplomatie sind nicht absehbar.

 Maduro wurde aufgrund seiner höchst umstrittenen Wiederwahl im Jahr 2024 auch von vielen europäischen Staaten als nicht rechtmäßiger Präsident Venezuelas betrachtet. Nach dem US-Angriff stellt sich nun die Frage: Wer könnte auf Maduro folgen?

Seine innenpolitische Widersacherin María Corina Machado hat sich bislang nicht öffentlich geäußert. Die venezolanische Oppositionsführerin wurde in diesem Jahr der Friedensnobelpreis für „ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie“ zuerkannt.

Da gegen sie unter anderem wegen Vaterlandsverrats ermittelt wird, hatte sie sich seit über einem Jahr im Untergrund aufgehalten. Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, Machado als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen. Sollte sie nach Venezuela zurückkehren wollen, drohen ihr schwerwiegende Folgen wie eine Verhaftung oder ein Einreiseverbot. (AFP/dpa)

Carsten Schneider (l, SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, und seine Begleitung stehen bei der Ankunft zur Preisverleihung der Berlinale auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale Palast.

Eklat bei Berlinale

Sieger-Rede „nicht akzeptabel“ – Bundesumweltminister verlässt Saal