„Wie das schiefgelaufen ist“ Ukraine-Botschafter gibt Merkel Mitschuld am Krieg – seine Aussagen haben es in sich

Diese Aussagen dürften niemandem gefallen, der es mit Angela Merkel hält – und der ehemaligen Bundeskanzlerin schon gar nicht. Der ukrainische Botschafter in Deutschland hat die 67-Jährige in einem Interview angegriffen.

Es sind Worte, die selbst einer erfahrenen Politikerin wie Angela Merkel nicht ganz egal sein dürften – gerade in Anbetracht der aktuellen Lage in der Ukraine.

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat der früheren Bundeskanzlerin schwere Vorwürfe wegen ihrer Russlandpolitik gemacht.

Ukraine-Botschafter bezeichnet „blindes Vertrauen“ zu Merkel als Fehler

Dass sein Land der CDU-Politikerin „fast blind vertraut“ habe, sei ein Fehler gewesen, sagte Melnyk in der Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ von Donnerstag, 14. April 2022.

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„Niemand wusste besser als sie, wie angespannt das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine geblieben ist und dass (der russische Präsident Wladimir) Putin keine Einigung, sondern die Vernichtung meiner Heimat will“, wird Melnyk zitiert.

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine, am 1. März 2022 in Berlin.

Trotzdem sei in Berlin die Entscheidung für die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und gegen Waffenlieferungen an die Ukraine gefallen, sagte Melnyk.

Äußert sich Angela Merkel zum Ukraine-Krieg?

Er forderte Angela Merkel auf, Stellung zu ihrer Russlandpolitik zu nehmen. „Ich glaube, es wäre auch für Deutschland wichtig, dass Frau Merkel sich äußert.“ Trotz der geäußerten Aussagen, die als solche zu verstehen sind, gehe es ihm „nicht um Schuldzuweisungen. Es geht darum, zu verstehen, wie das Ganze schiefgelaufen ist.“

Angela Merkel war von 2005 bis 2022 Kanzlerin der Bundesrepublik. Ihr Vorgänger war Gerhard Schröder, ihr Nachfolger Olaf Scholz, beide jeweils aus der SPD. Melnyk ist seit 2015 Botschafter der Ukraine in Deutschland. Von 2007 bis 2010 war er bereits Generalkonsul seines Heimatlandes in Hamburg. (afp/spol)

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