Stuttgart 21 wird zur Lachplatte: Özdemir platzt der Kragen
„Wird zur Lachplatte“Özdemir wütend über Stuttgart-Debakel – Eröffnung erst 2031

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Die Eröffnung von Stuttgart 21 könnte sich Medienberichten zufolge weiter verzögern. (Archivbild)
„Projekt wird zur Lachplatte“: Ministerpräsident platzt wegen Stuttgart 21 der Kragen. Das Pannen-Projekt Stuttgart 21 sorgt für den nächsten Aufreger. Nach Berichten über massive neue Verzögerungen fordert Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) jetzt Tacheles von der Bahn. Ihm reicht's!
Angesichts von Meldungen über erneute massive Verzögerungen bei dem Milliarden-Vorhaben fordert Özdemir nun absolute Transparenz von der Bahn. „Ich will nicht, dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen“, äußerte sich der Grünen-Politiker in Stuttgart. „Aber es muss ja auch mal ein Ende haben.“ Er verlangt von der Bahngesellschaft verlässliche Daten und eine Antwort auf die drängende Frage, wann die einzelnen Bauabschnitte und das komplette Vorhaben Stuttgart 21 endlich abgeschlossen sein werden.
Der Auslöser für seine Wut: Laut Medienberichten soll die Inbetriebnahme des Bahnvorhabens noch später erfolgen als bisher gedacht. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) meldete unter Verweis auf Kreise, die mit dem Vorhaben vertraut sind, dass die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs wohl auf das Jahresende 2031 verlegt werden muss.
Özdemir: „Nicht in Grund und Boden schämen“
Das Vorhaben entwickle sich allmählich „zur Lachplatte“, polterte Özdemir. Er spielte dabei auf die groteske Fußgänger-Umleitung von den Bahnsteigen ins Zentrum an, die als „Fernwanderweg“ Spott auf sich zog. Es sei außerdem wichtig zu beweisen, dass die öffentliche Hand in Deutschland fähig ist, Mammutprojekte zu realisieren und sich dafür „nicht in Grund und Boden schämen“ müsse.
Schon im November wurde die teilweise Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs, die ursprünglich für Ende 2026 vorgesehen war, gestoppt. Bahnchefin Evelyn Palla führte damals Schwierigkeiten bei der Digitaltechnik des Verkehrsknotenpunkts als Ursache für die abermalige Verzögerung an. Ein neuer Termin wurde nicht genannt; stattdessen kündigte man eine komplette Neubewertung des Vorhabens an.
Kosten-Explosion von 4,5 auf über 11 Milliarden Euro
Der vielleicht größte „Wie bitte?!“-Moment: An dem Mammut-Vorhaben wird bereits seit 2010 gearbeitet. Als 2009 der Finanzierungsvertrag besiegelt wurde, rechnete man noch mit der Inbetriebnahme für 2019.
Auch die Ausgaben für das Vorhaben sind über die Jahre explodiert. Ein Finanzabkommen von 2009 regelt lediglich die Aufteilung der Ausgaben bis zu einer Summe von circa 4,5 Milliarden Euro. Die Bahn gab die Kosten zuletzt mit ungefähr 11,3 Milliarden Euro an. Nach einem Richterspruch hat die Bahngesellschaft die zusätzlichen Ausgaben allein zu stemmen. (dpa/red)
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