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„Sollen sie zerstören“Trump schockt USA mit Aussage über Angriffe

TOPSHOT - US President Donald Trump throws a pen into the crowd after he signed an executive order during a campaign rally at Pinnacle Bank Expo Center in Grand Island, Nebraska, on October 5, 2026. (Photo by Kent NISHIMURA / AFP)

Copyright: AFP or licensors

US-Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt im Pinnacle Bank Expo Center in Grand Island, im US-Bundesstaat Nebraska.

Aktualisiert:

Bei einem Wahlkampfauftritt in Nebraska sagte Donald Trump, der Iran könne Los Angeles und San Diego „ausschalten“. Seine Anhänger jubelten. In Kalifornien sind die Politiker entsetzt.

Im Pinnacle Bank Expo Center redet sich Donald Trump (80) vor seinen Anhängern am Montagabend (Ortszeit) regelrecht in Fahrt, fast anderthalb Stunden lang. Er spricht über die hohen Preise seit Beginn des Iran-Kriegs: „Es ist ein kleiner Preis dafür, die Welt sicher zu halten, unser Land sicher zu halten.“

Dann folgt der Satz, über den inzwischen die ganzen USA reden: „Sie können eine Stadt ausschalten, lasst sie Los Angeles zerstören, lasst sie San Diego zerstören. Das ist ein sehr kleiner Preis.“ Das Publikum jubelt. Über den Krieg sagt Trump weiter: „Es wird sehr bald vorbei sein.“

„Er ist geistesgestört und gefährlich“

Aus Kalifornien kamen sofort scharfe Reaktionen. Gouverneur Gavin Newsom schrieb auf der Plattform X: „Er ist geistesgestört und gefährlich.“ Sein Pressebüro legte nach, der Präsident befürworte einen Angriff auf mehr als zehn Millionen Menschen in zwei der größten Städte des Landes: „Das ist nicht normal.“

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, erklärte laut „Los Angeles Times“: „Die Aufgabe eines Präsidenten ist es, das Land zu schützen, nicht es aktiv zu bedrohen und zu Angriffen auf amerikanische Leben zu ermutigen.“ Todd Gloria, der Bürgermeister von San Diego, schrieb: „San Diego ist kein Kollateralschaden. Wir sind nicht entbehrlich.“

Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht zu den Aussagen. Im Netz wird darüber gestritten, was Trump eigentlich gemeint hat. Konservative Aktivisten sagen, er habe mit dem „kleinen Preis“ die hohen Benzinpreise gemeint.

Angriff auf US-Städte seitens des Irans unwahrscheinlich

Die USA führen seit Februar Krieg gegen den Iran. Trump hatte zuerst gesagt, der Konflikt werde nur wenige Wochen dauern. Der Iran blockiert seit Monaten die Straße von Hormus, und der Preis für eine Gallone Benzin (knapp 3,8 Liter) liegt in den USA über vier Dollar.

Dass der Iran amerikanische Städte angreifen könnte, ist nach Einschätzung von US-Verteidigungsbeamten derzeit nicht realistisch: Für einen direkten Raketenangriff auf das Festland fehlen Teheran demnach die Mittel. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hat der Iran die Reichweite seiner ballistischen Raketen selbst auf rund 2000 Kilometer begrenzt.

Für Trump steht im November viel auf dem Spiel: Am 3. November sind in den USA Zwischenwahlen, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im Kongress verteidigen müssen. Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos ist Trumps Zustimmungswert auf 32 Prozent gefallen, so niedrig wie noch nie in seiner politischen Karriere.

Sogar in Nebraska, wo die Republikaner normalerweise sicher gewinnen, ist das Rennen um einen Sitz im Senat überraschend knapp. Trump rief seine Anhänger deshalb auf, so abzustimmen, als stünde sein eigener Name auf dem Stimmzettel. (mg)