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Schluss mit dem HassLangs Plan gegen Sex-Fakes im Netz

Pornografie im Internet

Copyright: Marcus Brandt/dpa

Im Fokus der aktuellen Debatte stehen auch Deepfakes, bei denen etwa das Gesicht einer Frau in ein anderes Video - etwa eine Porno-Sequenz - eingefügt wird. (Symbolbild)

Die Grünen-Politikerin will Nackt-Apps verbieten und fordert in einem 10-Punkte-Plan harte Konsequenzen für Täter.

Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang macht jetzt Front. An ihrer Seite stehen weitere bekannte Frauen, die gemeinsam ein Forderungspapier gegen sexualisierte Gewalt im Netz erarbeitet haben. Die wichtigste Forderung darin: Das Herstellen und Weiterleiten von gefälschten Sex-Aufnahmen, den sogenannten Deepfakes, muss endlich strafbar sein. Auch Apps zum „Entblößen“, sogenannte Nudify-Apps, sollen laut dem Papier untersagt werden. Der „Spiegel“ hatte als erstes Medium darüber berichtet.

Weiter heißt es, dass Internet-Anbieter in die Pflicht genommen werden müssen, um sexualisierte Deepfake-Inhalte umgehend zu löschen. Geschädigte sollen demnach einen klaren Rechtsanspruch auf die Entfernung der Inhalte sowie auf Auskünfte zur Identifizierung der verantwortlichen Personen erhalten.

Proteste in Berlin nach schweren Anschuldigungen

Auslöser der jetzigen Debatte sind gravierende Anschuldigungen, die von der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren früheren Partner, den Darsteller Christian Ulmen, erhoben wurden. Der „Spiegel“ hatte diese zuerst publik gemacht. Ulmens Rechtsbeistand Christian Schertz kündigte juristische Schritte gegen die Veröffentlichung an. Es handle sich dabei «in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung». Überdies würden «unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet».

Am vergangenen Sonntag kamen Tausende Menschen in Berlin für eine Demonstration zusammen. Der Titel der Veranstaltung lautete «Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern». Die Versammlung am Brandenburger Tor fand laut Angaben der Organisatoren aus Solidarität mit Fernandes statt und war eine Reaktion auf die aktuelle Diskussion.

Lang: „Der Fall von Collien Fernandes ist kein Einzelfall“

„Der Fall von Collien Fernandes ist kein Einzelfall“, erklärte Lang, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. „Soziale Medien und neue Technologien wie KI bieten zudem neue Möglichkeiten, um Frauen im Netz bloßzustellen und zu unterdrücken.“ Diese Form des Frauenhasses sei viel zu lange bagatellisiert und übersehen worden.

Talk „STERN-STUNDE“ mit Ricarda Lang und Kevin Kühnert

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Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang setzt sich für Maßnahmen gegen digitale sexualisierte Gewalt ein. (Archivbild)

Lang warnte, dass es nicht ausschließlich Prominente treffe. Es gehe ebenso um Frauen nach einer Trennung oder sogar um Schülerinnen, deren Aufnahmen auf dem Schulhof geteilt würden. „Wir wollen, dass Deutschland von einem Täterparadies zu einem Land wird, in dem Frauen in ihrer Würde und ihrer Freiheit geschützt sind.“

Zehn-Punkte-Plan fordert drastische Änderungen

In dem Zehn-Punkte-Dokument, das Lang mit der Publizistin Düzen Tekkal und der Aktivistin Kristina Lunz entworfen hat, werden zahlreiche weitere Maßnahmen verlangt. Dazu gehört, den Grundsatz „Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht festzuschreiben und eine „nationale Strategie zur Bekämpfung männlicher Gewalt“ zu entwickeln. Außerdem gefordert werden spezialisierte Justizbehörden, die Aufnahme des Straftatbestands Femizid ins Strafgesetzbuch sowie die Kriminalisierung der Anfertigung und Weitergabe voyeuristischer Aufnahmen. Es wird ein baldiges Treffen mit der Bundesregierung gefordert. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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