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Putin trifft sich mit Xi Dieser Handschlag könnte für Russland bald zu einer Katastrophe werden

Fast tausend Tage lang hat sich Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in seinem Land eingeigelt, jetzt trifft er sich mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Es werden frische Fotos entstehen, beide werden sich als starke Staatsmänner auf Augenhöhe inszenieren. Doch das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist längst ungleich: Putin wird immer mehr zum Unterlegenen. 

Sieben Monate lang führt Moskau bereits seinen Krieg in der Ukraine, jetzt will Kreml-Chef Wladimir Putin, erstmals seit dem Einmarsch, Chinas Staatschef Xi Jinping treffen. Beide nehmen am zweitägigen Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im usbekischen Samarkand teil, der am Donnerstag (15. September) beginnt.

Die SCO kann als eine Art Gegenkonstrukt zur Nato verstanden werden: China will Parallelstrukturen zu den westlich dominierten internationalen Institutionen errichten, eine Art „Gegen-Nato“. Acht Staaten sitzen mit am Tisch, unter der Führung Chinas und Russlands: nicht die USA oder Europa, dafür aber Belarus oder der Iran. Doch auch hier wird der Krieg in der Ukraine wohl im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen.

Beide Präsidenten, Putin und Xi, haben sich noch kurz vor dem Krieg „grenzenlose Freundschaft“ geschworen.

Russland und China: Xi nutzt Putin für billiges Öl und Gas

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China und Russland eint der gemeinsame Gegner: die USA. Beide üben den Schulterschluss, das zeigt sich auch in den kommenden Projekten. Der Bau der Gaspipeline Power of Siberia II wird ebenfalls weit oben auf der Agenda stehen: Sie soll künftig Gas aus Westsibirien nach China pumpen. Russlands Wirtschaft ist völlig marode und am Boden, laut „Financial Times“ sinken Russlands Staatseinnahmen wieder, trotz hoher Weltmarktpreise für Gas und Öl. Die neue Pipeline soll Abhilfe schaffen, wird nach Europa nur noch ein Fünftel der früheren Mengen verkauft. 

Der Handel zwischen China und Russland wächst: Chinesische Produkte füllen immer mehr die Lücken im Markt von Putin, die wegen der Sanktionen des Westens entstehen. Und China bezieht immer mehr billiges Gas und Öl aus Russland, um seine gewaltige Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig lenkt der Krieg in der Ukraine von seinen eigenen Machtansprüchen ab.

Putin treibt Russland immer weiter in die Abhängigkeit Chinas

Doch wer sich diese Konstellation anschaut, merkt: Putin ist der Unterlegene in dieser Beziehung. Wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ analysiert, liegt die wirtschaftliche Zukunft Putins im fossilen Geschäft – und das wird in den kommenden Jahren immer mehr einbrechen. Das weiß auch China, setzt seinerseits auf einen Mix aus erneuerbaren Energien und Atomenergie. Was, wenn Peking eines Tages nicht mehr abhängig ist von russischer Energie?

Putin treibt Russland immer mehr in die Abhängigkeit Chinas, sein Land droht laut politischen Beobachtern immer mehr zu einem Vasallen Chinas zu werden.

Bereits jetzt muss sich Russland immer öfter Hilfe suchend an seinen Partner wenden: Nicht nur, weil die Wirtschaft schwächelt, sondern auch, weil die Rüstungsindustrie leidet. Brian Carlson, Leiter des Global Security Team des Think Tank am Center for Security Studies (CSS), erklärt: „Wenn die neuen westlichen Waffensysteme das Blatt in der Ukraine wenden, wird es russische Regierungsmitglieder geben, die China um Hilfe bitten werden.“ Eine weitere Annäherung, eine weitere Abhängigkeit von China, könnte für Russland aber fatal enden.

Putin und Xi: Wenn Russland nicht aufpasst, droht die nächste Gefahr

Carlson: „Die Schwächung Russlands könnte es China ermöglichen, seinen Einfluss auf Eurasien auszuweiten. Und Russland könnte abhängiger von China werden. All dies könnte China Chancen bieten“, erklärt Carlson der schweizerischen Zeitung „Blick“. China sei zwar generell auf eine gewisse Stärke Russlands angewiesen, damit Russland ein wertvoller Partner bleibe. „Aber die relative Schwächung Russlands – solange sie nicht zu weit geht – kann für China auch von Vorteil sein.“

Je abhängiger Russland von China werde, desto größer die Gefahr, dass China am Ende genug Einfluss hat, um Russland dazu zu bringen, das Land bei einem bewaffneten Konflikt in Asien zu unterstützen – etwa in Taiwan. Eine toxische Beziehung. Experte Carlson erklärt, dass ein Ende dieser Beziehung nicht in Sicht sei. „Langfristig ist das möglich. Aber nicht, solange Putin da ist.“ Es müsste ein großes Umdenken in der russischen Führung stattfinden.

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