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Propaganda-Show in Moskau Putin hält Rede: Sein Äußeres sollte russischem Volk zu denken geben

18.03.2022, Russland, Moskau: Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik durch AP veröffentlichte Poolbild zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der die Teilnehmer des Konzerts zum achten Jahrestag des Referendums über den Status der Krim und Sewastopols und deren Wiedervereinigung mit Russland begrüßt.

Russlands Präsident Putin hielt am 18. März 2022 eine Rede im Moskauer Luschniki-Stadion. Dabei trug er offenbar ein italienisches Luxus-Outfit.

Damit dürfte er auch beim russischem Volk an Glaubwürdigkeit verlieren: Wladimir Putin lief bei einer Rede in Moskau offenbar in einem italienischen Luxus-Outfit auf.

Wladimir Putin hat am Freitag, 18. März 2022, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Einmarsch in die Ukraine seine Armee für ihren „heldenhaften“ Einsatz gelobt. Nicht sehr überraschend. Aber: Ein Detail sorgte bei der Rede des russischen Präsidenten im Moskauer Luschniki-Stadion für ordentlich Gesprächsstoff.

Denn bei seinem öffentlichkeitswirksamen Auftritt soll Putin laut einem Bericht von „RTL.de“ mit einer teuren Daunenjacke eines italienischen Luxuslabels vor das russische Volk getreten sein.

Wladimir Putin tritt in italienischer Luxusjacke vor russisches Volk

Die Kosten für das edle Teil der Marke Loro Piana liegen bei rund 1,5 Millionen russische Rubel – umgerechnet etwa 12.000 Euro. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich desaströsen Lage, in der sich das russische Volk durch die Sanktionen des Westens befindet, erscheint das Outfit des Präsident doch sehr paradox.

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Italien gehört als Nato- und EU-Mitglied schließlich zu Putins Gegnern. Zahlreiche westliche Firmen haben ihre Produktion in Russland gestoppt und Geschäfte geschlossen.

Loro Pianas Firmenchef Pier Luigi bezeichnete Putins Kleiderwahl gegenüber der italienischen Zeitung „Repubblica“ als „eine Angelegenheit, die aus menschlicher Sicht etwas peinlich ist“.

„Die Gruppe, zu der Loro Piana gehört, hat bereits alle Maßnahmen ergriffen, um sich von der menschlichen Tragödie, die wir erleben, zu distanzieren und sich mit den europäischen Positionen zu solidarisieren.“

Putin soll auch Luxus-Pulli aus Italien getragen haben

Loro Piana gehört zu 80 Prozent dem französischen Konzern LVMH. Dieser hat, wie auch andere europäische Luxusmarken, seit Anfang März 2022 Lieferungen in Russland unterbrochen und dortige Boutiquen auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Pier Luigi: „Ich denke, die von Putin getragene Jacke ist ein Kauf, der längere Zeit zurückliegt, aber ich glaube auch, dass dies Kleinigkeiten im Vergleich zu einer Kriegstragödie sind. Als Unternehmen stehen wir voll und ganz hinter den Positionen der LVMH-Gruppe. Ich fühle mich nicht schuldig für diese Luxusjacke, die er auf der Bühne getragen hat, aber ich glaube, dass Putin über das Leid nachdenken sollte, das er dem ukrainischen Volk zufügt.“

Das Unternehmen hat die Ukraine seit Kriegsbeginn mit Spenden an Hilfsorganisationen unterstützt.

Als sei die Jacke aus russischer Sicht nicht schon unpassend genug, soll Putin unter dieser ebenfalls ein Luxusteil getragen haben. Laut einer Modekritikerin der „New York Times“ soll es sich bei dem hellen Pulli um ein Designerstück des Labels Kiton aus Neapel handeln.

„So schimpft es sich warm und bequem auf westliche Dekadenz“, polterte ZDF-Journalist Thomas Walde auf seinem Twitter-Account.

Putin-Rede in Moskau plötzlich unterbrochen

Alle Pläne würden umgesetzt, sagte Putin am Freitag in seiner Rede vor Zehntausenden jubelnden Menschen im Moskauer Luschniki-Stadion. Der Auftritt sorgte zudem für Aufsehen, weil die Übertragung im Staatsfernsehen ohne Angabe von Gründen plötzlich unterbrochen wurde. Stattdessen liefen aufgezeichnete Bilder.

Putin brachte die Rede im Stadion zu Ende, blieb aber auffällig kurz. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow führte technische Probleme als Grund für die Unterbrechung an.

Es habe eine Panne auf einem Server gegeben. Anlass für Putins Auftritt war der achte Jahrestag der Einverleibung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim am 18. März 2014. (jba, mit dpa)

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