RTLzwei stellt sich neu auf. Fernsehen und Streaming werden jetzt getrennt. Das hat Folgen für die Mitarbeitenden.
Nach RTL-KahlschlagJetzt auch Stellenabbau bei RTLzwei

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Thorsten Braun, hier beim 28. RTL-Spendenmarathon 2023, plant strukturelle Veränderungen.
Thorsten Braun ist der neue Chef bei RTLzwei und wirbelt alles gehörig durcheinander. Seit seinem Antritt am 12. November 2025 verfolgt der neue Geschäftsführer eine deutliche Strategie, die mit einem schmerzhaften Schnitt einhergeht.
Aufgrund des starken Marktdrucks, den Braun als „Anpassungsdruck“ bezeichnet, wird Personal abgebaut. Ziel sei es, die Unternehmensstruktur zu verändern, damit der Sender auf lange Sicht finanziell sicher aufgestellt ist.
Nach Kahlschlag bei RTL: Auch
Wie viele Mitarbeitende das Unternehmen verlassen müssen, darüber gibt es bislang keine konkreten Zahlen. Wie „DWDL.de“ berichtet, sollen betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermieden werden.
„Gemeinsam mit dem Betriebsrat haben wir eine freiwillige Vereinbarung getroffen und setzen zunächst auf ein Programm, das möglichst freiwillige Lösungen ermöglicht“, sagt Braun und betont: „Uns ist sehr bewusst, dass solche Entscheidungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen persönlich belastend sind.“
Um den Sender aber auch langfristig wirtschaftlich stabil zu halten, müssen laut des Geschäftsführers die Strukturen angepasst werden. Dazu zählt die schmerzhafte Reduzierung der Personalstärke.
Der Stellenabbau sei der hohen Marktdynamik und dem damit verbundenen Anpassungsdruck geschuldet, heißt es. Zuvor hatte es bereits bei RTL einen personellen Kahlschlag gegeben. Der Kölner Sender hatte sich von Hunderten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen getrennt.
Bekannte Moderatorinnen wie Elena Bruhn und Sat.1-Kollegin Marlene Lufen hatten sich daraufhin zu Wort gemeldet.
TV und Streaming? Ab jetzt getrennt!
Die Ursache für diese drastische Neuorientierung findet sich in den Einschaltquoten. Einst galt RTLzwei als Kanal für die Altersgruppe von 14 bis 29, aber diese Ära ist Geschichte. Die Zuschauer im klassischen Fernsehen altern zusehends: Lediglich etwas mehr als 30 Prozent haben das 50. Lebensjahr noch nicht erreicht, die Mehrheit ist darüber.
Beim Streaming-Angebot zeigt sich das genaue Gegenteil: Hier gehören mehr als 80 Prozent der Zuschauenden zur Altersklasse von 14 bis 49.
Braun möchte diese Aufteilung jetzt rigoros durchziehen. Sein zentrales Statement ist: „Wir wollen Streaming und Fernsehen in Zukunft getrennter betrachten“, sagte er dem Branchendienst „DWDL.de“.
Damit endet die bisherige Vorgehensweise. Sendungen, die online erfolgreich sind, aber im linearen TV schlechte Zuschauerzahlen bringen, müssen dort nicht mehr unbedingt laufen.
Der neue Senderchef würde sogar ein Minusgeschäft akzeptieren, wenn ein erfolgreiches Reality-Programm im Streaming-Bereich extrem populär wird. Die Profitabilität jeder einzelnen Sendung sei nicht mehr entscheidend, sondern das, „was am Jahresende unterm Strich steht“. Das klassische Fernsehprogramm wird sich künftig auf eine andere Altersgruppe konzentrieren: Menschen zwischen 30 und 59.
Fünf-Punkte-Plan für RTLzwei
Braun hat im Interview mit „DWDL“ fünf Kernpunkte definiert, um den Kanal für die Zukunft zu rüsten.
- Der Sender soll sich als führender Anbieter für nationale Streaming-Produktionen etablieren.
- Das TV-Programm soll sich unter dem Leitspruch „Rethink TV“ neu gestalten.
- Zusätzlich fokussiert man sich auf „Bold Ideas“, was für kühne und ausgefallene Konzepte ohne Tabus steht.
- In sämtlichen Abteilungen soll Künstliche Intelligenz als digitaler „Co-Worker“ fest integriert werden.
- Der fünfte Punkt, benannt als „Kreativschmiede Grünwald“, soll eine engere, fächerübergreifende Kooperation fördern.
Braun schwebt eine Art experimentelles Umfeld vor, in dem neue Formate für Reality oder kurze Clips, beispielsweise für TikTok, entstehen können.
Dabei plant RTLzwei, sich nicht länger ausschließlich auf den Kooperationspartner RTL+ zu stützen. Die Eigenständigkeit des Kanals wird von Braun hervorgehoben, der auch im Streaming-Sektor für neue Partnerschaften aufgeschlossen ist.
Es sind schon zusätzliche FAST-Channels für populäre Marken wie „Grip“, „Die Geissens“ und „Die Wollnys“ in Planung, damit die Sendungen dort verfügbar sind, wo das Publikum sie sucht. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

