âEs gibt keinen RĂŒckzugsort mehrâ: ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf zeichnete bei Markus Lanz ein dĂŒsteres Bild von der Lage in der Ukraine nach den jĂŒngsten Raketenangriffen auf zivile Ziele in ukrainischen GroĂstĂ€dten: âDie Fronten waren in diesem Krieg noch nie so verhĂ€rtet wie jetzt.â
Bei Markus LanzZDF-Reporterin berichtet von dramatischer Entwicklung in Kyjiw

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ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf (im Hintergrund) spricht bei Markus Lanz ĂŒber die Lage in der Ukraine. CDU-Vize Carsten Linnemann und Ăkonomin Isabella M. Weber lauschen gebannt.Â

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Katrin Eigendorf ist seit Kriegsbeginn eine der wichtigsten Stimmen, die regelmĂ€Ăig aus der Ukraine berichten. Am Dienstagabend war die ZDF-Korrespondentin einmal mehr aus Kyjiw beim Talk âMarkus Lanzâ zugeschaltet. In eindringlichen Worten schilderte sie die Lage, nachdem mehrere ukrainische StĂ€dte mit russischen Raketen angegriffen worden sind.
Nach den Angriffen habe sie die ukrainische Hauptstadt âkomplett verĂ€ndertâ erlebt, sagte Katrin Eigendorf. Der Grund liegt auf der Hand: StĂ€dte wie Kyjiw oder Lwiw hĂ€tten in den vergangenen Monaten als sichere RĂŒckzugsorte gegolten, nun seien zum Zentrum der Angriffe geworden. Im ganzen Land herrsche Alarmstimmung.
Ukraine-Krieg: ZDF-Reporterin berichtet von dramatischer Entwicklung in Kyjiw
Sieben Stunden haben die Angriffe allein am Dienstag gedauert. âDas ist eine ganz neue EskalationsqualitĂ€tâ, konstatierte die Kriegsreporterin. Die Symbolkraft sei dabei nicht zu unterschĂ€tzen: âEs gibt keinen RĂŒckzugsort mehr.â Sie habe âLeute in Panik erlebtâ, berichtete Eigendorf. âEs gibt aber auch Leute, die das sehr wĂŒtend gemacht hat, die sagen: Wir werden das nicht hinnehmen.â Dies sei wohl auch der âder Geist von Kyjiwâ, so die Korrespondentin: âWir machen weiter, wir lassen uns nicht einschĂŒchtern!â
Mit Blick auf den nahenden Winter sprach Katrin Eigendorf angesichts vielfach zerstörter ziviler Infrastrukturen von âeinem Riesenproblem, vor dem die Ukrainer neben dem Kriegsgeschehen stehenâ.
Die Lage werde sich fraglos weiter zuspitzen. âExtrem gefĂ€hrlichâ sei insbesondere die Tatsache, dass das Kernkraftwerk nahe der Stadt Saporischschja weiterhin Angriffen ausgesetzt sei und das Personal gleichzeitig unter enormem Druck stehe. âWir erleben, dass Russland nicht bereit ist, hier ZugestĂ€ndnisse zu machen.â Eine Situation, welche die Gefahr einer nuklearen Katastrophe nicht kleiner macht.
Nach einem Einspieler, der Wolodymyr Selenskyj zeigte, wie er sich nach den jĂŒngsten Angriffen einmal mehr mit martialischen Worten an sein Volk richtete, analysierte Katrin Eigendorf, dass auch der ukrainische PrĂ€sident einen Wandel vollzogen âund im Prinzip die Fronten weiter verhĂ€rtetâ habe.
Am Anfang des Krieges sei die Ukraine noch zu gewissen ZugestĂ€ndnissen bereit gewesen â âdiese Verhandlungsbereitschaft ist jetzt nicht mehr vorhandenâ, sagte die Korrespondentin. Der PrĂ€sident sei in keinster Weise bereit, mit Wladimir Wladimirowitsch Putin zu verhandeln. âDie Fronten waren in diesem Krieg noch nie so verhĂ€rtet wie jetztâ, fasste Eigendorf die Situation zusammen.
Bei Lanz sorgten die Schilderungen der Ukraine-Korrespondentin spĂŒrbar fĂŒr ErnĂŒchterung. âEs gibt keine Exitstrategienâ, erklĂ€rte etwa die âFAZâ-Wirtschaftsredakteurin Julia Löhr in der Sendung, in der es im Folgenden wieder einmal um die wirtschaftlichen Folgen des Kriegsgeschehens in der Ukraine gehen sollte. Immerhin war mit Isabella M. Weber, Ăkonomin und Professorin der University of Massachusetts Amherst, eine der Erfinderinnen des Gaspreisdeckels zu Gast. Und CDU-Vize Carsten Linnemann Ă€uĂerte sich zum Zustand der deutschen Wirtschaft und Staatsfinanzen.
CDU-Politiker Linnemann: Begriff âDritter Weltkriegâ hört er aktuell âsehr oftâ
Er erklĂ€rte im ZDF-Talk unter anderem, was er mit dem Satz meint: âWir können nicht jahrelang alimentieren.â Doch zunĂ€chst musste auch er ĂŒber die âKriegsangstâ in seinem Wahlkreis in Paderborn sprechen. Den Begriff âDritter Weltkriegâ, so Linnemann, bekomme er zurzeit âsehr oftâ zu hören.
Ihm laufe es angesichts der Lage in der Ukraine âeiskalt den RĂŒcken hinunterâ. Dennoch laute seine Haltung weiterhin: âStĂ€rke zeigenâ, so der stellvertretende Parteivorsitzende der CDU. âEs ist unsere Freiheit, die da verteidigt wird.â (tsch)

