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Die alten neuen MännerNach dem Krieg haben diese Hardliner die Macht in Teheran

Iran-Krieg - Iran

Copyright: Francisco Seco/AP/dpa

Seit seiner Ernennung zum obersten Führer hat sich Modschtaba Chamenei nie öffentlich gezeigt. (Archivbild)

Wer jetzt in Teheran regiert: Ein Blick auf die Hardliner

In Washington machte kurz die Hoffnung die Runde, der Konflikt im Iran hätte eine politische Wende erzwungen. Donald Trump, der Präsident der USA, sprach von „neuen und vernünftigeren“ Kräften in Teheran, nannte aber keine Namen. Dafür kassierte seine Regierung Spott, sogar aus den Reihen der iranischen Protestbewegung, die zu Jahresbeginn noch gegen ihre autoritäre Führung demonstriert hatte. Ein genauerer Blick auf die neuen starken Männer enthüllt ein eindeutiges Bild: Sie entstammen genau dem Apparat, der die Islamische Republik seit Jahrzehnten stützt. Ein Überblick:

Der neue Chef: Chameneis Sohn übernimmt

Nachdem der oberste Führer Ali Chamenei am ersten Tag des Krieges getötet wurde, herrschte zunächst Ungewissheit über die Nachfolge an der Staatsspitze der Islamischen Republik. Doch nach etwa einer Woche fällte der Expertenrat seine Entscheidung: Modschtaba Chamenei wurde zum neuen Revolutionsführer ernannt. Damit tritt der 56-Jährige aus dem gewaltigen Schatten seines Vaters direkt ins Rampenlicht eines Systems, das eine Machtübergabe innerhalb der Familie eigentlich strikt ablehnt.

Seit diesem Moment ranken sich Gerüchte um seine Gesundheit. In einem Porträt nannten ihn iranische Staatsmedien einen „Kriegsversehrten“. Seit seiner Ernennung hat er sich nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Seine Mitteilungen werden nur noch schriftlich verteilt oder von anderen vorgetragen.

Welchen Weg der neue Revolutionsführer gehen wird, ist völlig offen. Laut Verfassung hat er bei allen strategischen Entscheidungen die endgültige Autorität. In einer Hadsch-Ansprache, die ihm zugerechnet wird, bekräftigte Chamenei die Feindseligkeit gegenüber Israel und die unnachgiebige Linie seines Vaters. Gleichzeitig flüstern Insider in Teheran, dass er soziale Reformen als Option betrachtet, um das Regime zu festigen und künftige Aufstände zu unterbinden.

Parlaments-Boss Ghalibaf: Der belächelte Strippenzieher

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat nie einen Hehl aus seinem Hunger nach Macht im Apparat der Islamischen Republik gemacht. Genau deswegen, so merken einige Beobachter an, wurde er lange Zeit nicht ernst genommen. Der 64-Jährige ist ein konservativer Stratege, der auf die Unterstützung des technokratischen Flügels der Revolutionsgarden, der Eliteeinheit des Iran, zählen kann.

Seine Karriere startete er im Eiltempo: Er stieg schnell zum General auf, machte als Befehlshaber bei den Revolutionsgarden Karriere und wurde um das Jahr 2000 herum zum obersten Polizeichef berufen. Doch ein dunkler Fleck bleibt: Seine Beteiligung an der brutalen Zerschlagung der Studentenproteste aus jener Zeit werfen ihm Kritiker und gemäßigte Stimmen bis heute vor.

Im Jahr 2005 ging Ghalibaf in die Politik. Sein Versuch, bei der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr für die Konservativen zu punkten, scheiterte. Anstatt Präsident zu werden, übernahm er das Bürgermeisteramt in Teheran. Sogar einige seiner Widersacher gestehen ihm heute eine gelungene Amtszeit zu. Gleichzeitig warfen schwere Korruptionsvorwürfe einen Schatten auf seine Ära als Stadtoberhaupt.

Ghalibaf versuchte es noch drei weitere Male mit der Kandidatur für das Präsidentenamt – und fiel jedes Mal durch. Das machte ihn zur Zielscheibe von Spott. Umso erstaunlicher ist jetzt seine neue Position bei den Gesprächen mit den USA. Nach dem Tod vieler Militärs und Politiker im Iran-Konflikt gehört Ghalibaf plötzlich zu den mächtigsten Personen in Teheran.

Ahmad Wahidi: Ein Hardliner mit düsterer Vergangenheit

Nach dem Tod seines Vorgängers im laufenden Krieg hat Ahmad Wahidi die Führung der Revolutionsgarden übernommen. Der 67-Jährige ist Teil jener Generation, die im Iran-Irak-Krieg ihre Karriere begann und danach den Militärapparat der Islamischen Republik formte. Als ehemaliger Verteidigungs- und Innenminister ist Wahidi bekannt für seine knallharte Linie. In seine Zeit als Innenminister fällt auch die brutale Unterdrückung der Proteste, die im September 2022 unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ begannen.

Aber auch auf internationalem Parkett hat Wahidi Probleme. Ermittler aus Argentinien beschuldigen ihn, an der Planung des Bombenanschlags auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires 1994 beteiligt gewesen zu sein, bei dem Dutzende Menschen starben. Auf Antrag Argentiniens gab Interpol 2007 eine sogenannte Red Notice für ihn heraus. Das ist eine Mitteilung über gesuchte Verdächtige und ein Aufruf zur Mithilfe bei deren Ergreifung. Die Regierung in Teheran bestreitet die Anschuldigungen.

General Solghadr: Der Unbekannte im Sicherheitsrat

Ein weiterer wichtiger Posten ging an einen Mann aus dem Apparat: Nach dem Tod des mächtigen Politikers Ali Laridschani, der im Sicherheitsrat als Schlüsselfigur galt, übernahm ein kaum bekannter General seinen Posten. Mohammed Bagher Solghadr, ein Brigadegeneral a.D., führt nun dieses einflussreiche Gremium. Dadurch bauen die Revolutionsgarden ihre Macht in der Innen- und Außenpolitik des Iran weiter aus.

Viel weiß man über Solghadr nicht. Geboren wurde er Mitte der 1950er-Jahre, er ist ein Veteran aus dem Iran-Irak-Krieg (1980-1988). Seine letzte Position war die eines hochrangigen Mitglieds im sogenannten Schlichtungsrat, einem wichtigen Schiedsgericht innerhalb des iranischen Machtgefüges.

Laut iranischen Medienberichten führte Solghadr früher den Wahlkampf für die ultra-konservative „Volksfront der Kräfte der Islamischen Revolution“. Zu den Mitgliedern dieser Gruppe gehören auch Ghalibaf und der damalige Präsident Ebrahim Raisi, der 2024 bei einem Helikopterabsturz starb.

Außenminister Araghtschi: Der Profi-Diplomat

Eines der bekanntesten Gesichter in der iranischen Führung ist Außenminister Abbas Araghtschi. Der 63-jährige Berufsdiplomat wird als konservativer Realist beschrieben, der sich nicht einfach in eine politische Schublade stecken lässt. Der ausgebildete Politologe machte 1996 seinen Doktor an der britischen Universität Kent. Araghtschi hat zudem ein Buch über die Kunst diplomatischer Verhandlungen geschrieben.

Seine Verhandlungskunst hat ihm wohl auch den Rückhalt von ganz oben gesichert. Schon im Vorjahr war Araghtschi der Leiter der Atomverhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Laut Insidern hat seine Einschätzung im engsten Machtkreis Gewicht, auch wenn er selbst keine direkten Beschlüsse fasst.

Ali Abdollahi Aliabadi: Der Chef im Kriegs-Hauptquartier

An der Spitze der iranischen Militärführung steht Ali Abdollahi Aliabadi. Als Generalmajor kommandiert er das Hauptquartier Chatam al-Anbija. Diese Zentrale übernimmt im Kriegsfall die operative Leitung der iranischen Streitkräfte und stimmt die Einsätze von Armee und Revolutionsgarden ab. Das macht Aliabadi zu einem der bedeutendsten Militärs im Land. Seit der Krieg begann, ist Aliabadi kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Seine Macht entfaltet er vermutlich im Verborgenen, im Maschinenraum der iranischen Kriegsmaschinerie. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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