Schamlose Alarm-SMS So dreist zockt Ex-Präsident Donald Trump jetzt die Bürger ab

Donald Trump (hier im Dezember 2020, damals noch Präsident der USA) sammelt derzeit riesige Summen ein, auch via SMS.

Donald Trump (hier im Dezember 2020, damals noch Präsident der USA) sammelt derzeit riesige Summen ein, auch via SMS.

Er hat Großes vor: Ex-Präsident Donald Trump verschickt SMS mit Alarmstimmung, um Geld zu sammeln. Er will mit den Summen ein eigenes Social-Media-Netzwerk ausbauen. Ob es gelingt? Eines steht schon jetzt fest: Am Ende fließt das Geld in Trumps Tasche.

SMS, E-Mails, Anzeigen, Veranstaltungen – der ehemalige Präsident Donald Trump lässt keine Möglichkeit ungenutzt, um für sein großes Projekt zu werben. Es nennt sich „TRUTH Social“, eine seit vielen Monaten gewaltig angekündigte Social-Media-Plattform. 

Nachdem er nach dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 auf allen sozialen Netzwerken gebannt worden war und sich seitdem erfolglos dagegen wehrte, will Trump nun ein ganz eigenes Sprachrohr für seine Politik aufbauen. Dafür lässt er kein Mittel ungenutzt.

Unter anderem sammelt er mit kruden SMS Geld, die Alarm verbreiten: „Ich frage Dich demütig ein letztes Mal“, heißt es darin: „Wirst Du Präs Trump auf seiner neuen sozialen Website folgen? Das ist Deine letzte Chance, es ihm zu sagen.“ Das zitiert der „Spiegel“. Über eine Webseite könne der Empfänger der SMS dann Geld spenden, ein Countdown läuft rückwärts. 50, 100, 250, 500, 1000 oder 5000 Dollar – oder mehr?

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Donald Trump sammelt Geld für „TRUTH Social“

Donald Trump sammelt Geld – sehr viel Geld. Mit derlei Aktionen wohl über eine Million Dollar pro Woche, wie die „Washington Post“ jetzt berichtet. Nicht nur das: Für sein geplantes Online-Netzwerk hat er auch finanzkräftige Investoren gefunden. Diese wollen eine Milliarde Dollar (880 Millionen Euro) bereitstellen, wie es in einer Mitteilung der von Trump gegründeten neuen Trump Media & Technology Group (TMTG) heißt. Wer die Investoren genau sind? Unklar.

„TRUTH Social“ – noch ist Trumps Plattform, die er als Gegenentwurf zur „Tyrannei“ der großen Technologiekonzerne angekündigt hatte, nur heiße Luft. Der Plan: Anfang kommenden Jahres soll sie an den Start gehen. Wer sich dort tummeln wird, ist auch schon absehbar: Republikaner, die dem Ex-Präsidenten weiter die Treue halten. Unterstützer der konservativen Basis. Trump-Fans. 

Donald Trump will 2024 noch einmal US-Präsident werden

Trump selbst hat bereits angekündigt, 2024 noch einmal als US-Präsident antreten zu wollen. Ob es wirklich zum Launch kommt, bleibt abzuwarten. Allerdings dürfte die Kasse bei dem Ex-Präsidenten ordentlich klingeln. 

Mehr als ein Link zum Trump-Facebook gibt es derzeit allerdings noch nicht. Vor kurzem feierte TMTG in einer ominösen Präsentation die Vision: Darin wird erklärt, dass „TRUTH Social“ eines Tages mit Diensten wie CNN, Disney und Facebook konkurrieren werde. Es wird kritisiert, dass Trump nicht mehr bei Twitter agieren darf, die Taliban angeblich schon. Auch die vielen Millionen Follower von Trump werden aufgeführt, die er hatte, als er noch in den sozialen Netzwerken aktiv sein durfte.

Im Oktober 2021 warb Trumps Sohn Donald Trump Jr. für das neue Netzwerk, im damaligen Haussender des Präsidenten, „Fox News“. Trump Jr. sagte, es werde eine Plattform, „auf der jeder seine Gefühle ausdrücken kann“. Ein Beta-Test werde in den nächsten Wochen starten und dann soll es im ersten Quartal 2022 losgehen. Im App-Store von Apple wurde der 21. Februar 2022 als Start­datum genannt.

Auch einen Chef für das neue Netzwerk soll es schon geben: Der republikanische Abgeordnete Devin Nunes soll „TRUTH Social“ leiten und dafür nach 18 Jahren den US-Kongress verlassen. Das erklärte TMTG am Montag.

Donald Trump: Testversion von „TRUTH Social“ gefunden

Laut US-Medien wurde bereits eine unveröffentlichte Test-Version von „TRUTH Social“ entdeckt, die von Witzbolden sofort torpediert worden war. Aktivisten haben das Netzwerk mit Fake-Profilen und Protest-Memes geflutet. Die Seite habe wie ein Twitter-Klon ausgesehen, berichtet die „Washington Post“: Benutzer haben „Truths“ („Wahrheiten“) posten können, die wie Tweets aussehen. Es gebe „Re-Truths“, die Retweets sind. Es gebe einen Nachrichten-Feed, den sogenannten „Truth Feed“. Nutzer könnten sich Profile anlegen.

Der Code der Site habe ergeben, dass auf ihr eine größtenteils unveränderte Version von „Mastodon“ läuft, einer kostenlosen Open-Source-Software, die 2016 eingeführt wurde und mit der jeder eine selbst erstellte Social-Networking-Site betreiben kann. Der Gründer von „Mastodon“ sagte, dass die Website von Trump möglicherweise gegen die Lizenzregeln verstoße.

Donald Trumps Netzwerk: Alles nur eine Heuchelei?

Die Aktie zu „TRUTH Social“ soll auch an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden – allerdings gibt es wohl auch hier Ungereimtheiten. Die Börsenaufsicht SEC und die Finanzmarktaufsicht FINRA ermitteln. Die demokratische Senatorin Elisabeth Warren schlug bei der SEC Alarm. Sie vermutet  Verstöße gegen das Börsenregelwerk. Auch, weil wichtige Geschäftspläne und Kennziffern fehlten. 

Ist „TRUTH Social“ am Ende also nur eine groß angelegte Heuchelei, die schlicht darauf abzielt, Investoren Geld für ein höchst fragwürdiges Projekt aus der Tasche zu ziehen?

Donald Trump: Wird „TRUTH Social“ jemals an den Start gehen?

Ob Trumps Facebook an den Start gehen kann, bleibt also zweifelhaft. Im Mai 2021 ließ Trump bereits einen Blog auf seiner Website einrichten.

Dort beklagte er sich vor allem über angeb­liche Betrü­gereien bei den Präsi­dent­schafts­wahlen 2020. Nach nur einem Monat wurde der Blog­bereich wieder geschlossen. Trump habe sich darüber geärgert, dass er vor allem Spott für den Blog geerntet habe. (mg)

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