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Chinas fiese Spionage-FalleKölner Experte warnt: So werden Forscher ahnungslos ausgenutzt

Wissenschaftsspionage für China? Zwei Verdächtige gefasst

Copyright: René Priebe/PR-Video /dpa

Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, für einen ausländischen Geheimdienst gearbeitet zu haben.

Experte warnt: Chinas perfide Spionage-Masche in NRW

China legt eine perfide Köder aus – und deutsche Forschende tappen ahnungslos hinein. Ein Sicherheitsexperte aus Köln warnt jetzt eindringlich vor der Spionage-Masche, die auch Akademiker in NRW in Gefahr bringt.

Laut Luca Manns, einem Kölner Fachmann für Sicherheit, stolpern deutsche Akademiker, die ins Visier des chinesischen Geheimdienstes geraten, in der Regel ohne jeden Verdacht in eine Falle. Im Gegensatz zu Russland, das zur Einschüchterung teilweise aggressiv mit „Low-Level-Agents“ agiere, sei Chinas Vorgehen weitaus raffinierter, erklärt der Geschäftsführer der Forschungsstelle Nachrichtendienste an der Universität Köln.

Gegenüber dem „Morgenecho“ von WDR 5 äußerte Manns: „China ist leise unterwegs, langfristig angelegt, und die Spionage Chinas dient in erster Linie dazu, dem Ziel, globale wirtschaftliche Weltmacht zu werden, förderlich zu sein“. Dies impliziere ein geringes Risiko: „Also warum in Deutschland Personen abgreifen, wenn man sie vielleicht nach China einladen kann?“ Sollte China in Deutschland operieren, „dann eben möglichst geräuschlos“.

Mutmaßliches Spionage-Paar in Haft

Ein deutsches Ehepaar chinesischer Herkunft aus München ist ins Visier der Ermittler geraten. Ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag eines chinesischen Nachrichtendienstes Verbindungen zu deutschen Universitäten aufgebaut zu haben. Zudem sollen sie Wissenschaftler mit erfundenen Geschichten nach China gelockt haben. Die Bundesanwaltschaft ordnete am Mittwoch die Festnahme des verdächtigen Paares in München an.

Zehn Akademiker in sechs verschiedenen Bundesländern, einschließlich Nordrhein-Westfalen, stehen ebenfalls im Fokus der Untersuchungen, da sie mit den Verdächtigen in Verbindung gestanden haben sollen. Nach Auskunft der Bundesanwaltschaft werden sie als Zeugen geführt und sind aktuell keine Beschuldigten. Involviert sind bisher acht Universitäten und Hochschulen. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen hat gegenüber der dpa ebenfalls eine Betroffenheit eingeräumt.

Tarnung funktioniert: Universitäten ahnen nichts

Dieser Vorfall ist laut Experte Manns nur ein Glied in einer Kette von vergleichbaren Fällen. Für China sei die Vorgehensweise des Paares typisch, das mit unauffälligen Tarnidentitäten operierte – mal als Übersetzer, mal als Angestellte eines Fahrzeugherstellers. Der Wirtschaftsjurist mahnt: „Die Hochschulen sind nicht misstrauisch“. Er fügt hinzu: „Es genügt eben dieser Anschein und mit wenig Aufwand kann man im Zweifel viele spannende, wertvolle und für unsere Wirtschaft wichtige Informationen transferieren.“

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilt, wurden manche der Akademiker mit einer erfundenen Geschichte nach China geködert. Man bot ihnen Geld für Vorträge an, die sie vor einem vermeintlich zivilen Auditorium halten sollten. Tatsächlich bestand das Publikum aber aus Mitarbeitern von staatlichen Rüstungsfirmen.

Manns beschreibt, dass die getäuschten Akademiker häufig nach Deutschland heimkehren, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was sich ereignet hat. „Sie wissen in aller Regel nicht, vor wem sie dann in China eigentlich sprechen und was diese Menschen – in dem Fall chinesische Militärangehörige – mit diesen Informationen tun werden.“

Fachmann nennt die Opfer „nützliche Idioten“

Für diese hinterhältige Methode gibt es eine Bezeichnung. Der Kölner Fachmann erläutert: „China nutzt gerne useful idiots (zu Deutsch: nützliche Idioten)“. Man frage Hochschullehrende nicht direkt, ob sie eine Spionagetätigkeit für China aufnehmen möchten. „Da würden die meisten ja sagen: Nein.“ Die Anwerbung erfolge stattdessen über unverdächtig scheinende Einladungen zu Konferenzen, Empfängen oder es wird ihnen sogar ein Ehrendoktortitel in Aussicht gestellt.

Insgesamt arbeite die deutsche Spionageabwehr recht erfolgreich, resümiert Manns. „Zur Wahrheit gehört natürlich, viele Informationen – gerade auch über ausländische Spione – die gewinnt der Verfassungsschutz nicht selbst, sondern die bekommt er von befreundeten Partnerdiensten, weil die eben in der technischen Aufklärung, also im Massenabhören, aber auch mit Quellen in den gegnerischen Diensten etwas stärker unterwegs sind als wir.“ Auf diese Weise sei es am Ende möglich, die Agenten zu enttarnen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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