Kiffen am Steuer: Unfälle werden jetzt genau erfasst.
Cannabis-Hammer für FahrerGesetzentwurf soll Unfälle unter Cannabis-Einfluss erfassen

Copyright: Fabian Sommer/dpa
Schwere Unfälle mit Cannabis sollen künftig systematisch erfasst werden. (Illustration)
Kiffen ist legal, aber was, wenn's am Steuer kracht? Für Autofahrer, die Cannabis konsumieren, ziehen die Behörden jetzt die Zügel an. Eine neue Gesetzesinitiative soll Unfälle unter Drogeneinfluss knallhart erfassen – das hat Folgen.
Eine Gesetzesvorlage aus dem Bundesverkehrsministerium plant, dass gravierende Kollisionen im Straßenverkehr, bei denen Drogen im Spiel sind, zukünftig offiziell registriert werden. Ziel ist es, die Konsequenzen der Freigabe für die Sicherheit auf den Straßen zu analysieren. Diese Vorlage wird am kommenden Freitag (7. Juni 2026) dem Bundesrat vorgelegt.
Im Detail bedeutet das: Die Unfallstatistik wird um den „Grad der Cannabiseinwirkung“ erweitert. Das ist ein ähnliches Vorgehen wie bei Alkoholkontrollen, das es schon lange gibt. Es dreht sich hierbei um die Konzentration des psychoaktiven Stoffes THC, welche von den Beamten bei der Protokollierung eines Crashs festgestellt wird.
Kiffer-Unfälle im Visier: Das wird jetzt registriert
In diese neue Erhebung fließen alle Kollisionen ein, bei denen es zu Personenschäden kam, also jemand ums Leben kam oder Blessuren davontrug. Ebenfalls berücksichtigt werden folgenschwere Zusammenstöße, die nur materiellen Schaden verursachten. Darüber hinaus sammelt man Informationen zum Alter, zum Geschlecht der Beteiligten, zum genutzten Fahrzeug und zur Besitzdauer der Fahrerlaubnis.
Teurer Rausch: Diese Strafen drohen bei Cannabis am Steuer
Bereits seit dem August 2024 existiert eine offizielle Obergrenze für den THC-Wert hinterm Lenkrad. Wer mit einem Wert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum oder darüber angetroffen wird, dem drohen normalerweise eine Geldstrafe von 500 Euro, ein einmonatiger Führerscheinentzug und zwei Einträge im Register in Flensburg.
Richtig teuer wird die Sache bei Mischkonsum mit Alkohol: In diesem Fall sind meist 1.000 Euro Buße fällig, plus ein Monat ohne Lappen und die gleichen zwei Punkte. Für Neulinge im Straßenverkehr während der zweijährigen Probephase sowie für alle Personen unter 21 Jahren besteht ein striktes Cannabis-Verbot. Ein Verstoß schlägt hier üblicherweise mit 250 Euro zu Buche.
Mehr Wissen für Forschung und Prävention
Das Ministerium erklärt in seiner Vorlage, dass die methodisch gesammelten Informationen die Untersuchung von Unfällen voranbringen sollen. Es soll beispielsweise präziser erforscht werden, wer für Kollisionen unter Drogeneinfluss verantwortlich ist oder wie das Fahrverhalten von jungen Leuten und Führerschein-Neulingen aussieht. Ebenso können Vorbeugung und Informationskampagnen effektiver gestaltet werden.
Die Freigabe von Cannabis, welche noch unter der Ampel-Regierung durchgesetzt wurde, gestattet Erwachsenen seit dem 1. April 2024 den Gebrauch und die Kultivierung der Pflanze unter Einhaltung vieler verschiedener Regeln. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
