Historische Wahl Erstmals zwei Transgender-Frauen im Bundestag

Tessa Ganserer am 25. August 2021 vor dem Bundestag in Berlin.

Tessa Ganserer am 25. August 2021 vor dem Bundestag in Berlin.

Tessa Ganserer wurde als erste Transgender-Frau aller Voraussicht nach in den Bundestag gewählt. Sie lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD-Kandidatin Gabriela Heinrich um Platz zwei hinter Sebastian Brehm (CSU).

Nürnberg/Leverkusen. Ihre Wahl ist etwas Besonderes – sollte es aber eigentlich heute schon nicht sein, und wird auch in Zukunft hoffentlich einfach „normal“.

Die nordrhein-westfälische Grünen-Politikerin Nyke Slawik (27) und ihre Parteikollegin Tessa Ganserer (44) aus Bayern zogen jeweils über die Landeslisten ins Parlament ein. Beide sind offen lebende Transfrauen.

„Wahnsinn! Ich kann es noch gar nicht so recht fassen“, twitterte Slawik am Sonntagabend. „Ich hoffe, dass wir heute ein neues Kapitel der Selbstbestimmung in der Politik aufschlagen und die jahrelange Bevormundung queerer Menschen beenden können.“ Die Leverkusenerin möchte sich für „für eine vielfältige, soziale Gesellschaft und eine mutigere Klimapolitik“ einsetzen, wie sie auf ihrer Webseite schreibt.

In den vergangenen Jahren hatte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für zwei Grünen-Abgeordnete im NRW-Landtag gearbeitet. Sie kandidierte im Wahlkreis Leverkusen - Köln IV, den der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit großem Vorsprung gewann. Slawik kam bei den Erststimmen mit 11,3 Prozent auf den dritten Platz.

Tessa Ganserer hinter SPD und CSU

Im Wahlkreis Nürnberg-Nord lieferte sich Ganserer am Sonntag (26. September) ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD-Kandidatin Gabriela Heinrich um Platz zwei hinter Sebastian Brehm (CSU).

Ganserer kam schließlich auf 22,6 Prozent der Erststimmen, Heinrich auf 21,9 Prozent. Ganserer sagte dem BR, sie habe ein „super Ergebnis“ eingefahren, das sei ein Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft.

Weitere Transmenschen auf den Listen zur Bundestagswahl

Im Bundestag gab es bisher nur eine Transperson, die sich aber erst nach ihrer Amtszeit outete. „Die Bundestagswahlen 2021 sind in dieser Hinsicht ein historischer Moment“, hatte Gabriel_Nox Koenig vom Bundesverband Trans* e.V. im Vorfeld der Wahl erklärt.

Denn mit Tessa Ganserer, ihren Parteikolleginnen Victoria Broßart (Bayern) und Nyke Slawik (NRW) sowie der SPD-Politikerin Ria Cybill Geyer (Brandenburg) waren laut Verband zum ersten Mal offen lebende Transmenschen auf den Wahllisten vertreten. (dpa)

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