Bundespräsidenten-Wahl Angela Merkel stiehlt allen die Show – Skandal um Ex-AfD-Chef Gauland

Die Bundespräsidentenwahl in Berlin ging am Sonntag erwartungsgemäß deutlich mit 1045 Stimmen an Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier. Doch Star der Veranstaltung war Angela Merkel.

Nach ihrem Rückzug aus dem Kanzleramt hatte sich Angela Merkel in der Öffentlichkeit rar gemacht. Keine Auftritte, keine Reden – die ehemalige Kanzlerin hatte sich ganz ins Privatleben zurückgezogen.

Bei der Wahl des Bundespräsidenten am Sonntag, 13. Februar 2022, in Berlin tat Merkel in der Bundesversammlung ihren Dienst. Frank-Walter Steinmeier wurde für eine zweite Amtszeit bestätigt. Er ist damit erst der fünfte Bundespräsident mit einer zweiten Amtszeit.

Die Bundesversammlung ist das größte parlamentarische Gremium in Deutschland. Seine einzige Aufgabe ist die Wahl des Staatsoberhaupts alle fünf Jahre. Die Versammlung setzt sich zusammen aus den Abgeordneten des Deutschen Bundestags und einer gleich großen Zahl von Mitgliedern, die die 16 Landtage entsenden.

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Bundespräsidentenwahl: Angela Merkel war das begehrteste Fotomotiv

Mit dabei war auch Ex-Kanzlerin Angela Merkel (67), die vor der Wahl langen Applaus erhielt. Die 67-Jährige wirkte locker und gelöst. Die Rente bekommt ihr offensichtlich gut.

Die ehemalige Kanzlerin scherzte und lachte. Und sie war an diesem Sonntag das gefragteste Fotomotiv. Dutzende Abgeordnete und Wahlleute umringten Merkel. Immer wieder musste sie sich für ein Selfie in Position stellen.

Bundespräsidentenwahl: Darum durfte Gauland von der AfD nicht wählen

Nicht an der Bundespräsidentenwahl teilgenommen hat übrigens der ehemalige Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland. Nach Angaben seiner Fraktion seien bei Gauland und vier weiteren AfD-Bundestagsabgeordneten die Corona-Testnachweise nicht anerkannt worden, teilte ein Sprecher der Fraktion am Sonntag mit.

Sie hätten sich einem Spucktest unterzogen. Dieser sei unter Aufsicht von Fraktionsmitglied Christina Baum, einer Zahnärztin, vorgenommen worden. Fünf weitere Fraktionsmitglieder, die seinen Angaben zufolge ebenfalls von Baum auf die gleiche Weise getestet wurden, seien dagegen zur Bundesversammlung zugelassen worden, sagte der Sprecher.

Alexander Gauland wettert: „Skandalös“

„Die willkürliche Anerkennung beziehungsweise Ablehnung negativer Testergebnisse, die unter identischen Bedingungen von derselben Ärztin erstellt wurden, ist skandalös“, sagte Gauland. Aus der Bundestagsverwaltung hieß es, Gaulands Test sei nicht anerkannt worden. Es sei ihm jedoch angeboten worden, sich ohne Wartezeit von der Parlamentsärztin testen zu lassen.

Der Fraktionssprecher bestätigte, dass Abgeordneten, deren Testnachweise nicht anerkannt wurden, eine Testmöglichkeit vor Ort angeboten worden sei. Er könne aber nicht sagen, wer von dieser Möglichkeit letztlich Gebrauch gemacht habe. Fest stehe, dass am Ende insgesamt 133 AfD-Mitglieder und von ihnen eingeladene Prominente an der Bundesversammlung teilgenommen hätten, sagte er. (dpa/susa)

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