Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Blamage um PressesprecherinSelbst Trump ist von peinlicher Wahrheit „überrascht“

Donald Trump und seine damalige Sprecherin Katie Zacharia am 13. Oktober vor dem Weißen Haus.

Copyright: IMAGO/ZUMA Press

Donald Trump und seine damalige Sprecherin Katie Zacharia am 13. Oktober vor dem Weißen Haus.

Aktualisiert:

Trumps Pressesprecherin Katie Zacharia ist ihren Job los. Das Weiße Haus hielt sie für eine Anwältin. Dabei war sie durch die Prüfung gefallen.

Der Fall Katie Zacharia ist für das Weiße Haus eine handfeste Blamage. Die 41-Jährige war nur fünf Tage lang am Pressesprecherin im Amt. Nach Angaben mehrerer US-Medien ist das die kürzeste Amtszeit einer Sprecherin des Weißen Hauses überhaupt.

Wie jetzt herauskam, soll auch Trump (80) von der peinlichen Wahrheit über seine eigene Wunschkandidatin „überrascht“ gewesen sein.

Trump: Zacharia „eine ausgezeichnete Anwältin“

Rückblick: Als Trump sie vergangene Woche auf seiner Plattform Truth Social vorstellte, war er noch voll des Lobes. Zacharia sei „eine ausgezeichnete Absolventin der Pepperdine University und der Pepperdine Caruso School of Law, eine Anwältin und eine häufige Kommentatorin in Sendern wie Fox News und Newsmax“.

Wer in den USA Mandanten vertreten will, muss eine staatliche Zulassungsprüfung bestehen. Laut „Wall Street Journal“ fiel Zacharia aber 2011 in Kalifornien durch diese Prüfung, nachdem sie ihr Jurastudium an der Pepperdine-Universität abgeschlossen hatte. In keinem anderen US-Bundesstaat hat sie die Prüfung bestanden, wiederholt hat sie diese nie.

Vor dem Weißen Haus erklärte Katie Zacharia auf Nachfrage noch, sie habe die Anwaltsprüfung bestanden. Später beteuerte sie, sie habe die Frage wegen des Dröhnen des Helis nicht richtig verstehen können.

Copyright: IMAGO/MediaPunch

Vor dem Weißen Haus erklärte Katie Zacharia am Dienstag (13. Oktober) auf Nachfrage noch, sie habe die Anwaltsprüfung bestanden. Später beteuerte sie, sie habe die Frage wegen des Dröhnen des Helis nicht richtig verstehen können.

Noch drei Tage vor der Kündigung erklärte Zacharia auf dem Rasen vor dem Weißen Haus auf Nachfrage eines Reporters, der wissen wollte, wann sie die Anwaltsprüfung bestanden habe: „Als ich nach China gezogen bin.“

Als dann herauskam, dass sie diese Prüfung nie bestanden hatte, erklärte sie ihre Antwort in der „New York Times“ nach: „Ich nahm an, die Frage war: ‚Wo waren Sie nach dem Jurastudium?‘“ Mehr habe sie bei dem Lärm des Präsidentenhubschraubers Marine One, der in der Nähe dröhnte, nicht verstehen können.

Zacharia: „Diese Fragen wurden nicht gestellt“

Bei ihrer ersten Pressekonferenz verbrachte Zacharia den größten Teil ihres 14-minütigen Auftritts damit, nervös von einem Manuskript abzulesen, über das sie immer wieder stolperte. Es folgten zahlreiche Medienauftritte, die den Eindruck eher verstärkten, dass das Rednerpult des Weißen Hauses eher eine Belastung darstellen würde. Ihre Auftritte sorgten für Diskussionen in US-Medien, auch, weil sie sich zahlreiche Patzer leistete. Die Zusammenarbeit wurde beendet.

Katie Zacharias erste Pressekonferenz sorgte für Diskussionen: Sie war sichtlich nervös und verhaspelte sich oft.

Copyright: IMAGO/MediaPunch

Katie Zacharias’ erste Pressekonferenz sorgte für Diskussionen: Sie war sichtlich nervös und verhaspelte sich oft.

Am Freitag versuchte Zacharia noch, mit Fernsehauftritten irgendwie ihren Job zu retten. In der Sendung „Fox & Friends“ fragte der Moderator, ob sie sich wünsche, früher offengelegt zu haben, dass sie die Prüfung nie bestanden hat. Ihre Antwort: „Diese Fragen wurden nicht gestellt.“

Wenige Stunden später, auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia, erzählte Trump den Reportern, wie er ihr den Rücktritt nahegelegt habe: „Ich habe zu ihr gesagt: Ganz ehrlich, wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen. Denk darüber nach, aber ich würde es mir noch einmal überlegen.“ Ein Beamter des Weißen Hauses sagte dem Nachrichtenportal „Axios“, der Präsident sei „überrascht“ gewesen, dass Zacharia gar keine zugelassene Anwältin ist.

Für Trump kommt die Panne zur Unzeit

In einem Interview mit dem rechten Verschwörungstheoretiker Jack Posobiec gab Zacharia schließlich alles zu. Sie sei damals mit dem Umzug nach China beschäftigt gewesen, wo ihr Mann Tyler für eine amerikanische Beteiligungsgesellschaft arbeitete. „Ich hatte mich bereits für die Prüfung vorangemeldet und wollte mich nicht wieder abmelden.“ Sie habe gewusst, dass sie die Zulassung in China nicht brauchen würde, sagte sie. Ihr Jura-Abschluss habe gereicht.

Für Trump kommt die Panne zur Unzeit. Bis zu den Zwischenwahlen sind es weniger als drei Wochen. Laut CNN war Zacharia Trumps spontane Wahl: Er wollte unbedingt eine treue Verteidigerin aus dem Fernsehen, ohne lange über die anderen Anforderungen des Jobs nachzudenken. Nach Karoline Leavitts Abschied sucht das Weiße Haus jetzt also schon wieder eine Pressesprecherin. (mg)