Affenpocken „Es kann jeden treffen“ – Lauterbach warnt vor Stigmatisierung schwuler Männer

Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, spricht bei einer Pressekonferenz zum Thema Affenpocken, die am Rande des Ärztetages in Bremen stattfindet.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am 24. Mai 2022 in Bremen. Bei „Markus Lanz“ warnte er wegen des Affenpocken-Virus vor einer Stigmatisierung schwuler Männer.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Queer-Beauftragter Sven Lehmann warnen vor einer Stigmatisierung schwuler Männer im Zusammenhang mit dem Affenpocken-Virus.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59) und der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (42), haben vor einer Stigmatisierung schwuler Männer im Zusammenhang mit den Affenpocken gewarnt. Es müsse verhindert werden, „dass Menschen stigmatisiert werden, die homosexuell sind und Sex mit Männern haben“, sagte Lauterbach am Mittwochabend (25. Mai 2022) in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Das ist einfach wichtig zu sagen: Es kann jeden treffen.“

Der Grünen-Politiker Lehmann sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es sei ein Trugschluss, „dass schwule oder bisexuelle Männer an sich gefährdeter sind. Das Virus kennt keine sexuelle Orientierung“. „Panikmache und Stigmatisierung“ müssten unbedingt vermieden werden.

Sven Lehmann: „Sensibilität für die Übertragung von Affenpocken ist wichtig“

Affenpocken werden laut Robert Koch-Institut (RKI) durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Fälle wurden bisher insbesondere bei Männern diagnostiziert, die gleichgeschlechtlichen Sex haben.

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Darauf hatte am Dienstag (24. Mai) auch Lauterbach hingewiesen: „Die Hauptrisikogruppe zum jetzigen Zeitpunkt sind Männer, die Sex mit anderen Männern gehabt haben. Und das muss man ansprechen können, um diese Gruppe zu schützen.“

Eine erhöhte Sensibilität für die Übertragung von Affenpocken sei wichtig, sagte Lehmann. Dazu gehöre auch „zielgruppenspezifische Ansprache gegenüber Männern, die Sex mit Männern haben“. Er fügte aber an, erhöhte Wachsamkeit für Symptome müsse für alle Menschen gelten.

„Viele schwule Männer fühlen sich an den Beginn der Aids-Krise erinnert, als die Infektion ausschließlich schwulen Männern zugeschrieben wurde. Das hat in der Folge dazu geführt, dass schwule Männer stigmatisiert und andere Gruppen wenig geschützt wurden.“ (dpa)

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