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103-Millionen-Loch im Staatssäckel:Kölner Ermittler jagen Auto-Mafia

Polizei und Finanzbeamte durchsuchen Villen in Iserlohn

Copyright: Alex Talash/dpa

Bewaffnete Einsatzkräfte waren in Iserlohn vor Ort.

Ein harter Hieb gegen das organisierte Verbrechen! Ermittler haben bei einer gewaltigen Aktion in Deutschland und acht anderen Staaten eine Gruppe von Autohändlern zerschlagen. Der Verdacht wiegt schwer: Steuerhinterziehung in unfassbarem Ausmaß.

Über 1100 Einsatzkräfte waren am Dienstagmorgen europaweit im Einsatz. Die Europäische Staatsanwaltschaft (Eppo) aus Luxemburg bestätigte über 150 Razzien. Infolgedessen klickten bei neun mutmaßlichen Tätern die Handschellen – vier in der Bundesrepublik und fünf in Tschechien.

Der finanzielle Schaden für den Fiskus ist enorm: Schätzungen belaufen sich auf 103 Millionen Euro! Bei den Zugriffen wurden Luxusautos, Cash, Kunstwerke sowie weitere Besitztümer mit einem Gesamtwert von mehr als 13,5 Millionen Euro sichergestellt.

Kölner Ermittler federführend: NRW-Autohäuser im Fokus

Auch hier in der Gegend liefen die Stränge der Operation zusammen. Laut Meldungen der dpa wurde der Großeinsatz von den Eppo-Büros in Berlin, Prag und Köln koordiniert. Als Hauptbeschuldigte gelten die Inhaber einer Autohaus-Kette mit Standorten in Berlin sowie in Iserlohn (NRW).

Dort fanden an mehreren Standorten Durchsuchungen statt. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass die Inhaber die Drahtzieher einer kriminellen Vereinigung sind, deren Aktivitäten sich über zahlreiche EU-Staaten ausdehnen. Außer in der Bundesrepublik fanden auch in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Italien, Polen und der Slowakei Zugriffe statt.

Die perfide Masche der Auto-Betrüger

Die Beschuldigten sollen den Fiskus mit einer raffinierten Methode, dem sogenannten Umsatzsteuerkarussell, geprellt haben. Mithilfe von Scheinunternehmen wurde offenbar die Abführung der Umsatzsteuer vermieden, während man sich an anderer Stelle widerrechtlich Steuern zurückholte.

Der Hammer kommt noch: Laut Eppo umfassen die mutmaßlichen Delikte den Zeitraum von 2017 bis 2025. Es scheint, als hätte die Gruppierung ihre illegalen Geschäfte auf Jahre hinaus durchgeplant.

Bei der Europäischen Staatsanwaltschaft handelt es sich um die eigenständige Strafverfolgungsbehörde der EU. Ihre Aufgabe ist es, Straftaten zu verfolgen, welche die finanziellen Belange der Union beeinträchtigen. Hierzu zählen Delikte wie Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder die Zweckentfremdung von EU-Geldern. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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