Alles wegen einer Schwanen-Familie  Rassismus-Vorwürfe: Scharfe Kritik an Polizei

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Die Hamburger Polizei musste nach einem Twitter-Post über eine gerettete Schwanenfamilie viel Kritik einstecken. Das Symbolfoto zeigt zwei Hamburger Polizisten neben ihrem Streifenwagen am 13. Januar.

Hamburg – Eigentlich wollte die Hamburger Polizei mit einem netten Tweet eine schöne Nachricht verbreiten, im Nachhinein entwickelte sich durch den Post aber ein gigantischer Shitstorm. Doch was genau steckt dahinter?

Polizei Hamburg spielt bei Schwanenrettung auf verstorbenen George Floyd an

Bei dem betreffenden Tweet war zu sehen, wie Hamburger Polizeibeamte eine Schwanenfamilie über einen Gehweg begleiteten. Zu dem Bild schrieb die Polizei: „Immer schön der Reihe nach, hieß es heute Morgen bei einem Einsatz in Billstedt. Eine Schwanenfamilie hatte sich offenbar verirrt und erhielt daraufhin ‚Begleitschutz‘. Hätten wir übrigens auch für schwarze Schwäne gemacht.“

Der letzte Satz war dann auch derjenige, der die Twitter-Community zum Kochen brachte...

Offensichtlich spielte die Hamburger Polizei dabei auf den von einem Polizisten getöteten Afroamerikaner George Floyd an, nach dessen Tod weltweit Debatten über Rassismus und Polizeigewalt neu losgetreten wurden. 

Hamburger Polizei erntet Shitstorm, löscht den Tweet und veröffentlicht ein Statement

Vielen Usern stieß diese Andeutung übel auf, sodass die Hamburger Polizei den Tweet wieder löschte und ein Statement veröffentlichte.

„Aktuell erhalten wir zu diesem Tweet deutliche Kritik“, hieß es in der Stellungnahme, „unser Anliegen war es, metaphorisch erneut deutlich zu machen, dass wir für alle da sind und unsere Maßnahmen unabhängig von Aussehen, Geschlecht, Herkunft oder religiösem Hintergrund einer Person treffen.“

So sei der Post „weder witzig noch verletzend gemeint“ gewesen. Die Wirkung des Tweets habe man bei dem sensiblen Thema unterschätzt und gleichzeitig zu wenig Fingerspitzengfühl bewiesen.

Twitter-User reagieren geteilt auf die Entschuldigung der Hamburger Polizei

Auf das Statement gab es geteilte Reaktionen. Viele sahen den zu dem Zeitpunkt bereits gelöschten Post immer noch kritisch: „Schwarze Schwäne erfahren keinen von Menschen gemachten strukturellen oder institutionellen Rassismus! Dieser Vergleich relativiert nur. Und anyway, seit wann ist es okay Menschen mit Tieren zu vergleichen?“ oder „Was denkt ihr euch eigentlich, wenn ihr sowas postet?“ zeigten die Empörung der Twitter-User.

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Allerdings bekam die Polizei auch viel Zuspruch: Kommentare wie „Wer etwas missverstehen will, der versteht es auch miss. Ich fand euren Tweet sogar schön“ oder „Ich persönlich fand den Tweet weder verletzend noch rassistisch, sondern schlichtweg erheiternd“ zeigen, dass dieses allgegenwärtige Thema derzeit sehr kontrovers diskutiert wird. (nb)

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