Deutschland im Ausnahmezustand. Die eisige Elli trifft weite Teile Deutschlands. Wir haben die aktuellen Infos.
Aktuelle Infos zu Sturmtief „Elli“Bahn-Update nach Stillstand im Fernverkehr
Aktualisiert
„Elli“ ist da! Das eisige Sturmtief beschert Deutschland eine extreme Wetterlage.
Der Wintersturm zieht über Deutschland. Viele Straßen und Schienenverbindungen sind betroffen. Für weite Teile Norddeutschlands gelten Unwetterwarnungen. In Bayern starben zwei Menschen.
Massenhafter Schnee, spiegelglatte Straßen, Schulausfälle, Chaos auf Straßen und Schienen, Absage von Sportveranstaltungen und Bundesligaspielen – wen es wann trifft und wie die aktuelle Lage ist.
Wir informieren euch fortlaufend. Die wichtigsten Infos in Kürze
- 17.08 Uhr: Die Deutsche Bahn will den wegen Unwetters eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland am Samstagmorgen wieder schrittweise aufnehmen. Am Samstag sei trotzdem bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.
- 16.38 Uhr: Das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim fällt an diesem Samstag aus. Die Partie kann wegen flächendeckender Vereisungen und erheblicher Schneeverwehungen im Stadionareal nicht stattfinden, teilte die Deutsche Fußball Liga mit.
- 14.47 Uhr: Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag bundesweit Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Reisenden wird empfohlen, Verbindungen vorher zu prüfen oder Reisen nach Möglichkeit zu verschieben.
- 13.41 Uhr: Das erste Bundesligaspiel wurde abgesagt. Am Millerntor kann nicht gespielt werden. Die Partie zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig fällt aus. Wegen der widrigen Wetterbedingungen mit Schnee und stürmischem Wind ist ein Fußballspiel nicht möglich, wie beide Vereine und die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitteilten.
- 13.37 Uhr: Sturmtief „Elli“ bremst bei VW in Wolfsburg aus: Weil wegen verschneiter Straßen nicht genug Teile von den Zulieferern ankommen, ist im Stammwerk eine der drei geplanten Spätschichten abgesagt worden. Betroffen sei ausschließlich die Golf-Fertigung. In Emden hatte VW die Produktion bereits vorsorglich komplett gestoppt. Ein eigentlich für Ende Januar in Emden geplanter Ruhetag sei auf diesen Freitag vorgezogen worden. Der Standort hat mehr als 8.000 Mitarbeiter.
- 12.34 Uhr: Weil die Temperaturen in den tiefergelegenen Gebieten an Rhein und Ruhr auf bis zu sieben Grad stiegen und es gleichzeitig regnete, schmolz der Schnee vielerorts innerhalb von wenigen Stunden weg. Das wird in den kommenden Tagen absehbar die Pegelstände vieler Flüsse ansteigen lassen. Zu Hochwasser an den Flüssen wird die schnelle Schneeschmelze nach Einschätzung von Experten trotzdem nicht führen. Die Pegelstände sind im Moment überall vergleichsweise niedrig. Sowohl im Rhein als auch in den kleineren Flüssen sei der Wasserstand noch weit entfernt von einem möglichen Hochwasser, teilten die Behörden mit.
- 12.26 Uhr: NRW ist bislang glimpflich davongekommen. Lediglich in Ostwestfalen und im Sauerland gab es am Vormittag auch im Regionalverkehr zeitweise Probleme. Auf einigen Linien seien durch den Wintereinbruch Weichen ausgefallen, teilte die Bahn mit. Betroffen waren etwa Verbindungen rund um Paderborn oder im Hochsauerland. In Kalletal im Kreis Lippe wurde der Busverkehr eingestellt, weil es zu glatt war.
- 12.02 Uhr: Fahrgäste müssen sich bis auf weiteres auf erhebliche Beeinträchtigungen im Fern- und Regionalverkehr der Bahn im Norden Deutschlands einstellen. „Wie lange die Einschränkungen in Norddeutschland andauern, kann ich im Moment noch nicht sagen“, sagte ein Bahnsprecher am Vormittag in Berlin. Die Lage sei sehr dynamisch, eine seriöse Prognose nicht möglich. „Ich kann nur versprechen, dass wir alles dafür tun, die Strecken schnell und sicher freizubekommen“, betonte er.
- 11.31 Uhr: Auch der Sport ist von der Wetterwalze betroffen. Die erste Top-Liga hat ein Spiel abgesagt. Aufgrund der Witterungsverhältnisse kann die Basketball-Bundesliga-Partie zwischen den Veolia Towers Hamburg und den Vet-Concept Gladiators Trier nicht stattfinden.
- 10.53 Uhr: Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos sind in Niederbayern zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, war eines der Autos auf einer Staatsstraße bei Reisbach ins Schleudern geraten - vermutlich wegen des Winterwetters. Ein 27-jähriger Fahrer und sein 18-jähriger Beifahrer erlitten tödliche Verletzungen, der Fahrer des anderen Wagens wurde laut Polizei schwer verletzt. Zunächst gab es keine weiteren Informationen zu dem Unfall im Landkreis Dingolfing-Landau.
- Bei einem Unfall in der Oberpfalz (Bayern) starb ein Autofahrer. Der 52-Jährige kam in einer Kurve von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum.

Copyright: Jason Tschepljakow/dpa
Zwei stark beschädigte Fahrzeuge stehen nach einem Frontalzusammenstoß im Landkreis Dingolfing-Landau an der Unfallstelle. Zwei Menschen kamen ums Leben.
- 10:32 Uhr: In Nordfrankreich sind zigtausende Haushalte ohne Strom. Auch im Ärmelkanal tobt der Sturm.
- 10.21 Uhr: Während Deutschland bibbert, kämpft Australien am anderen Ende der Welt mit extremer Hitze, schweren Buschbränden und Unwettern. Besonders betroffen ist der Südosten, während im Norden ergiebige Regenfälle drohen.
- 9.31 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt Fernverkehr in Norddeutschland ein. Wegen des stürmischen Winterwetters wird mindestens bis zum Mittag kein Zug fahren. Das hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Köln und NRW. Der Verkehr im Großraum Hannover sei „bis mindestens heute Mittag“ unterbrochen, teilte die Bahn mit. Damit sei eines der bundesweit wichtigsten Drehkreuze betroffen „und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich“. Die Einstellung des Fernverkehr sei „notwendig, um Fahrgäste, Mitarbeitende und Fahrzeuge zu schützen“, betonte die Bahn.
- Die A1 Richtung Dortmund bleibt zwischen der Anschlussstelle Mechernich und Wißkirchen gesperrt. Dort kippte ein Lkw wegen eines geplatzten Reifens um.
- 7.26 Uhr: Während NRW kaum betroffen ist, sorgt „Elli“ in Niedersachsen für Chaos. Der Flugverkehr in Hannover ist eingeschränkt. Auf der A2 Richtung Dortmund geht in Höhe der Landeshauptstadt gerade nichts mehr. Bei Wunstorf schleuderte ein Lkw auf glatten Fahrbahn und fing Feuer. Die Autobahn wurde wegen der Löscharbeiten bei heftigem Schneefall gesperrt.
- Im Münsterland ist es eisig glatt. Notaufnahmen melden erste Verletzte.
- 6.39 Uhr: Auf der A7 bei Homberg und Bad Hersfeld (Hessen) haben sich Fahrzeuge im Schnee festgefahren. Zudem gab es auf A7 und A2 in Niedersachen erste Unfälle, teils mit Leichtverletzten.
- Schneechaos zwingt Unheilig zu Konzert-Absagen
Wetterlage aktuell
In weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen ist es noch vergleichsweise ruhig. An der Grenze nach Niedersachsen ist es glatt, dort gibt es den ersten Schneeregen. Die A 45 bei Siegen musste in der Nacht gesperrt werden. Inzwischen ist sie wieder befahrbar.
Die Experten warnen noch für das Sauerland sowie für Teile Ostwestfalens vor gefährlichem Schneefall. Dort gilt noch bis 9 Uhr eine amtliche Warnung. Trotzdem appellierte die Polizei an Autofahrer, überall vorsichtig zu fahren.
Die größte Gefahr durch „Elli“ sieht der Deutsche Wetterdienst weiter im Nord-Osten - so wird unter anderem in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein vor Gefahren für den Verkehr gewarnt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet „von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle“, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann, wie der Wetterdienst warnt.
Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind - am Morgen rasch in Regen übergehen. Dann wird es sehr glatt.
In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen, wie die Meteorologen in Offenbach am Morgen prognostizierten.
Und: „Ein Großteil des Schnees fällt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden - gebietsweise Unwetter!“, heißt es im Wetterbericht von 5.00 Uhr. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann allmählich nachlassen, dann werden nur noch wenige Zentimeter Neuschnee erwartet.
Bundesliga-Spiele gefährdet
Ob die Fußball-Bundesliga wie geplant nach der Winterpause starten kann, ist fraglich. Besonders im Fokus: die Partie zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig. Hamburg versinkt im Schnee, An- und Abfahrtswege müssen freigeräumt werden. Auch Bremen gegen Hoffenheim und Union Berlin gegen Mainz stehen möglicherweise auf der Kippe.
„Die DFL ist alarmiert. Aktuell finden aber alle Spiele statt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Fußball Liga auf dpa-Anfrage. Man schaue vor allem auf die Situation im Norden und bewerte die Situation täglich neu.
Glätte und Unfälle
Autofahren kann bei diesen Wetterverhältnissen hochgefährlich sein, der DWD warnt vielerorts vor spiegelglatten Straßen. In der Nacht kam es bereits zu ersten Unfällen aufgrund der Glätte.
In der Nacht und am frühen Morgen gab es in Nordrhein-Westfalen erste Unfälle. Auf der B1 auf der Höhe Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe) fuhren sich laut Polizei Lkws aufgrund der Witterung fest. Daraufhin konnte auch das Schneeräumfahrzeug nicht an ihnen vorbei und musste ebenfalls verharren. Die Fahrbahn sei aktuell blockiert, hieß es. Ein weiterer Schneepflug sollte den festgefahrenen Wagen befreien.
In der Nacht verlor ein Fahrer im Hochsauerland auf der B7 witterungsbedingt die Kontrolle über sein Auto und fuhr in die Leitplanke. Er blieb unverletzt.
In Baden-Württemberg rutschte ein Bus einen Hang hinunter. Dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. Etwa zwei Dutzend Lastwagen fuhren sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus.
Die Lagezentren in den Bundesländern sprachen in den frühen Morgenstunden allerdings insgesamt von einem bis dahin ruhigen Verlauf auf den Straßen mit eher kleinen Unfällen. Mancherorts wurde für Freitag vorsichtshalber der Busverkehr eingestellt oder schon vor Einschränkungen gewarnt.
Bahnverkehr
Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen des Regionalverkehrs gestrichen.
Die Bahn hat darüber hinaus Vorbereitungen getroffen: In Bayern zum Beispiel können von den mehr als 10.000 Weichen laut DB rund 8.140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen würden schwere Loks über verschneite Gleise fahren und eine Spur für nachfolgende Züge ziehen, sagte eine Sprecherin. Allerdings sei man selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungsfolgen gefeit, hieß es am Donnerstag.
Fährverkehr
Auch der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drückt das Wasser von der Küste weg, Fähren können dann nicht oder nur eingeschränkt fahren.
Schulen
Schneefrei, zumindest für manche Schüler: In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.
Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen. (red mit dpa)

