Ein lebloser Körper treibt im Meer. Ein schrecklicher Verdacht steht im Raum.
Leichenfund vor UrlaubsinselToter Körper im Meer – die Balearen-Route wird zur Todesfalle

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Polizeikommissare Uwe Schröder & Achim Wiese und Spürhund im Boot.
Nahe der Küstenlinie von Cabrera, der unbewohnten Balearen-Insel, ist eine schreckliche Entdeckung gemacht worden. Am Montagnachmittag (21. April 2026) hat eine Person einen leblosen Körper im Wasser gesichtet und sofort die Notrufzentrale informiert. Spezialkräfte der Guardia Civil waren im Einsatz, um den Leichnam zu bergen und ihn nach Mallorca zu bringen.
Der Körper ist in einem so stark zersetzten Zustand, dass eine Identifizierung bisher scheiterte. Es verdichten sich aber die Anzeichen, dass die Person ein ertrunkener Flüchtling aus Afrika sein könnte, der per Boot unterwegs war. Dieser tragische Vorfall rückt die zunehmend genutzte Algerien-Balearen-Strecke in den Fokus. Das berichtet „Mallorca Magazin“.
Die gefährliche Überfahrt: Immer mehr wagen es
Die Zahlen belegen das klar: Einem neuen Report des Observatoriums für Migration im Mittelmeerraum (OMIMED) zufolge kamen im Vorjahr 7.321 Personen mit 401 Booten auf den Balearen an. Dies stellt eine Zunahme von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar. Während die Ankunftszahlen auf den Kanaren und im ganzen Land sanken, probieren immer mehr Flüchtlinge den Weg durch das westliche Mittelmeer. Etwa 22 Prozent sämtlicher in Spanien erfassten Ankünfte fanden über die Balearen statt.
Margalida Capellà, die Chefin des Observatoriums, beschreibt eine Route, die sich „konsolidiert und im Wachstum“ befinde. Mallorca und die umliegenden Inseln haben sich zu einem „zentralen Element auf der Migrationskarte“ entwickelt. Der Trend scheint sich fortzusetzen: Die Ankunftszahlen auf den Inseln kletterten bis Ende März 2026 um über 30 Prozent, wohingegen sie im restlichen Spanien stark fielen.
Wer sind die Menschen – und wie viele sterben?
Mit der wachsenden Zahl an Überfahrten ändert sich auch die Demografie der Ankommenden. Inzwischen sind fast neun Prozent der Menschen Frauen. Außerdem gelangten im letzten Jahr über 600 Minderjährige auf die Inseln, ein Großteil davon unbegleitet. Die wirkliche Zahl der Todesopfer bleibt dabei im Verborgenen. Zwar wurden im Vorjahr offiziell 63 Verstorbene auf diesem Weg gezählt, jedoch vermuten internationale Organisationen und NGOs eine viel höhere Dunkelziffer. Capellà nannte die menschlichen Verluste „schwer zu beziffern“ und verlangt ein zentrales Verzeichnis für Verstorbene und Vermisste.
Kritisiert wird überdies die strafrechtliche Behandlung von Flüchtlingen, die bei der stundenlangen Fahrt auf dem Meer an Bord mithelfen. Ein Netzwerk von Anwälten macht deutlich, dass zahlreiche dieser Personen selbst fliehen und keine Verbindung zu Schleuserbanden haben. Dennoch verurteilt man die meisten Angeklagten. In Spanien mussten sich seit 2020 über 1.300 Geflüchtete wegen Unterstützung zur illegalen Einreise vor einem Gericht verantworten. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
