Nicht nur „New York, New York“ Große Städte, große Lieder

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Über New York wurden unzählige Lieder geschrieben, doch „New York, New York“ fängt die Essenz der Stadt, die niemals schläft, wohl am besten ein. „If I can make it there, I'll make it anywhere – it's up to you, New York, New York“.

New York  – Als der legendäre Frank Sinatra (†1998) das erste Mal die berühmten Zeilen „Start spreadin’ the news, I’m leaving today/ I want to be a part of it: New York, New York“ anstimmte, war er bereits 64, sah dem Ende seiner Karriere entgegen.

Und landete doch einen Welthit, der bis heute unzertrennlich mit der US-Metropole verknüpft ist. Es ist die Hymne der Stadt, die niemals schläft. Und es ist gar kein Song von „Old Blue Eyes“...

Liza Minnelli sang zuerst „New York, New York“ – ohne Erfolg

„Theme from New York, New York“ heißt das Original, ist auf dem Soundtrack des ziemlich erfolglosen Scorsese-Musicalfilms „New York, New York“ aus dem Jahr 1977 zu hören, gesungen von Liza Minnelli (heute 73).

Alles zum Thema Brings
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Das Original des Sinatra-Klassikers über die Stadt, die niemals schläft, stammt von Liza Minnelli.

Für sie wurde es nicht zum Erfolg, doch Frank Sinatra machte es zum zeitlosen Welthit. Vor genau 40 Jahren brachte er das Lied als Single heraus – und es versprüht bis heute wie kein Zweites das Metropolen-Feeling. Dabei war es nicht mal das erste New-York-Lied von Sinatra.

Frank Sinatra sang mehrfach über den „Big Apple“

Der trällerte in der Verfilmung des Musicals „On the Town“ (1949) bereits das von Leonard Bernstein komponierte „New York, New York“, ein völlig anderer Song, den Sie alle sicher aber auch kennen: Die erste Zeile lautet: „New York, New York, it’s a hell of a town!“

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„Old Blue Eyes“ Frank Sinatra feierte mit 64 Jahren nochmal einen ganz großen Hit mit „New York, New York“. 

Der Big Apple ist in unzähligen Songs verewigt, mal im Songtitel (u.a. „New York City Boy“ von den Pet Shop Boys, „New York State of Mind“ von Billy Joel, „Fairytale of New York“ von The Pogues, „Talking New York“ von Bob Dylan oder „Ever since New York“ von Harry Styles – und vielen mehr), mal innerhalb der Texte (wie z. B. in „Empire State of Mind“ von Jay-Z und Alicia Keys).

Großstädte inspirieren Künstler 

Große Städte haben immer Künstler zu Liedern inspiriert, viele haben die Songs gleich nach der Stadt benannt.

Wir zeigen Ihnen eine kleine Auswahl (ist nicht vollständig) zum Im-Geiste-Mitsummen, In-Erinnerungen-Schwelgen und als Inspiration für Ihre Playlists – oder die nächste Platte, die Sie auflegen...

Neue-Deutsche-Welle-Kultband sang über „Berlin“

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Neue-Deutsche-Welle-Kultband Ideal schrieb 1980 ein Loblied auf den Westteil Berlins.

Bei den deutschen Städten, die in Liedern erwähnt werden, liegt die Hauptstadt ganz vorne. Auch den Songtitel „Berlin“ gibt es gleich mehrfach, Heidi Brühl sang 1969 superrockig „Berlin“ (auf Englisch), Lou Reed verpackte 1973 in „Berlin“ die Geschichte eines drogensüchtigen Paares, und die Neue-Deutsche-Welle-Kultband Ideal (Foto) schrieb 1980 ein Loblied auf den Westteil der Stadt.

Musikalische Hommage an „Barcelona“

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Queen-Sänger Freddie Mercury sang gemeinsam mit Opernsängerin Montserrat Caballé das Lied „Barcelona“.

Zwei Hammerstimmen kombiniert: Rocksänger Freddie Mercury (1946-1991) und Opernsängerin Montserrat Caballé (1933-2018) brachten 1987 „Barcelona“ auf den Markt, eine verrückte Hommage an Caballés Geburtsstadt, eine Mischung aus Rock und Operngesang. Zu den Olympischen Sommerspielen 1992 wurde der Titel erneut als Single veröffentlicht.

Hymne der Hippies: „San Francisco“

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Scott McKenzie sang 1967 das Lied „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“. 

Eine echte Hymne, die die Hippiebewegung glorifiziert: Scott McKenzie (1939-2012) sang 1967 das Lied „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“. Es bezieht sich auf das Human Be-In, das am 14. Januar 1967 im Golden Gate Park von San Francisco mit 20.000 Hippies stattfand. Das Happening markierte den Auftakt des sogenannten „Summer of Love“.

Songs über die Stadt der Liebe: „Paris“

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Edith Piaf besang 1949 ihre Heimatstadt Paris.

Die Stadt der Liebe ist natürlich ein Klassiker bei den Städte-Songs. Edith Piaf (1915-1963), der Spatz von Paris, besang ihre Heimatstadt natürlich mehrfach, in „Paris“ (1949), „Sous le ciel de Paris“, „ Paris-Méditerranée“, „Les Amants de Paris“ – und das sind nur die Songs, die Paris auch im Titel tragen. „Sous le ciel de Paris“ (1954) ist wohl das bekannteste, ursprünglich sang es Jean Bretonnière (1924-2001)

Auch „Moskau“ wird besungen

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Die Band Band „Dschinghis Khan“ sang 1979 über de russische Hauptstadt Moskau.

„Kosaken hey hey hey hebt die Gläser (hey/hey)/ Natascha ha ha ha du bist schön (ha ha)... Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand/ Russland ist ein schönes Land/ Ho ho ho ho ho, hey“ – nun, der Text von „Moskau“ (1979) der Band „Dschinghis Khan“ ist schlicht, aber eingängig. In Deutschland kam das Lied auf Platz 3 der Charts, in Australien stand es gar wochenlang auf Platz 1 – warum auch immer.

Chanson für „Amsterdam“

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Jacques Brel besang 1964 Amsterdam.

Wir fangen mal mit dem Chanson „Amsterdam“ an, den Jacques Brel (1929-1978) im Jahr 1964 trällerte. Er besingt das Treiben von Matrosen im Rotlichtviertel. Noch bekannter (und betanzter) ist „Amsterdam“ des Duos Cora (1984). Stichwort: „Liebe hat total versagt“. Cora schrieben das Lied für Juliane Werding (63), die lehnte ab, für Cora wurde es ein Hit. Heute läuft meist die Party-Version von Axel Fischer (39).

Die meistbesungenen Städte Deutschlands

1. Berlin – 6012

2. Hamburg – 1226

3. Frankfurt – 876

4. München – 468

5. Bonn – 417

6. Köln – 373

7. Düsseldorf – 308

8. Stuttgart – 279

9. Kiel – 275

10. Dresden – 253

Quelle: Holidu/Musixmatch; Stand 2018

Lieder übers Rheinland

Gefühlt ist jeder Kölner der Meinung, dass keine Stadt in Deutschland mehr besungen wird als Kölle. Ist nicht so, das zeigt die Tabelle oben zumindest (ermittelt von der Suchmaschine Holidu und dem Liedtextportal Musixmatch). Aber es gibt sie, die unzähligen Songs die Köln im Titel tragen, als Thema haben oder die Stadt auch nur am Rande benennen.

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Natürlich wurden auch über Köln schon einige Lieder geschrieben.

„Ne kölsche Jung“ wie Millowitsch (oder auch Brings), das ist ja klar. Dutzende Karnevalsbands kommen hinzu, man denke an „Du bes Kölle“ von Tommy Engel, an „Hey Kölle Du bes e Jeföhl“ und „Viva Colonia“ von den Höhnern oder „Kölle Du uns Stadt am Rhing“ von Bläck Fööss.

Bei Liedern mit Düsseldorf-Bezug muss man mehr in den Hirnwindungen kramen: Da sind Klassiker wie „Modestadt Düsseldorf“ von den Toten Hosen (die Düsseldorf ja nicht nur einmal besungen haben) oder Farid Bang mit „Ich bin Düsseldorf“. Und sogar Chris Rea hat die Stadt in „Windy Town“ bedacht.

Große Songs über kleinere Städte

Epochale Lieder kann man nicht nur über Millionenmetropolen machen: „Bochum“ (1984) von Herbert Grönemeyer (63) ist dafür ein schönes Beispiel. Oder „Westerland“ (1988) von den Ärzten. Es ist schon verwunderlich, welche Städte mit einem Song bedacht wurden.

Foyer des Arts beschreiben „Wissenswertes über Erlangen“ (1982) – und das ist nicht gerade rühmlich für die Stadt (laut Songtext sind dort alle spießig-blöd). Dass selbst ein Wort wie Münster reimtechnisch zu gebrauchen ist, beweisen Astra Kid mit „Parken in Münster“. Unbedingt reinhören sollte man auch mal bei „Delmenhorst“ von „Element of Crime“: „Ich bin jetzt immer da, wo du nicht bist/ Und das ist immer Delmenhorst/ Es ist schön, wenn's nicht mehr weh tut/ Und wo zu sein, wo du nie warst...“ 

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