Abo

Sohn von RAF-Opfer klagt anNach Klette-Urteil: Nur einer von 30 RAF-Morden aufgeklärt

Michael Buback

Copyright: Ole Spata/dpa

Michael Buback, Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hofft auf die Aufklärung vieler RAF-Verbrechen. (Archivbild)

Nach Klette-Urteil: Sohn von RAF-Opfer mit Schock-Bilanz

Der Schuldspruch für die Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette (67) steht fest, aber Frieden bringt er den Hinterbliebenen der Opfer nicht. Michael Buback, dessen Vater 1977 einem RAF-Anschlag zum Opfer fiel, verlangt nun eine lückenlose Klärung – und legt eine schockierende Wahrheit offen.

„Das Urteil gegen Daniela Klette setzt keinen Schlusspunkt“, erklärte Buback gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er übt scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Justiz: „Es ist noch nicht rechtskräftig, vor allem aber erfolgte hier der zweite vor dem ersten Schritt.“

Buback macht auf ein zusätzliches Verfahren aufmerksam, das der 67-Jährigen bevorsteht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Straftaten, die sie während ihrer Aktivität bei der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) mutmaßlich verübt hat. „Die von der Bundesanwaltschaft erst kürzlich beim OLG Frankfurt angeklagten Verbrechen zu Klettes Beteiligung an RAF-Terroranschlägen zu Beginn der 1990er Jahre wurden vor den jetzt verhandelten Verbrechen verübt“, äußerte Buback. Vorgeworfen wird ihr von der Bundesanwaltschaft unter anderem die Mitwirkung an drei Anschlägen der RAF im Zeitraum von 1990 bis 1993. Die Entscheidung, ob und zu welchem Zeitpunkt ein Prozess stattfindet, obliegt nun dem Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht in Frankfurt am Main.

Bubacks bittere Bilanz: Nur ein einziger von 30 RAF-Morden ist geklärt

Buback enthüllt daraufhin eine Statistik, die sprachlos macht: „In diesem Zusammenhang sollte auch beachtet werden, dass von den über 30 der RAF zugerechneten Morden nur ein einziger vor Gericht aufgeklärt wurde.“ Sein Appell ist daher glasklar: „Hier sollte noch vieles geschehen, da Mord nicht verjährt.“

Wer am 7. April 1977 seinen Vater, den Generalbundesanwalt Siegfried Buback, zusammen mit zwei Begleitern in Karlsruhe tötete, ist bis heute ungeklärt. Anfang der 1980er-Jahre erhielten zwar Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar und Knut Folkerts lebenslange Freiheitsstrafen, aber ihre direkte Beteiligung als Täter wurde Jahrzehnte danach durch neue Publikationen angezweifelt.

Klettes Komplizen: Weiterhin auf der Flucht

Am Mittwoch verhängte das Landgericht Verden eine Haftstrafe von 13 Jahren gegen Klette. Für das Gericht steht fest, dass sie gemeinsam mit ihren vermuteten Komplizen Burkhard Garweg (57) und Ernst-Volker Staub (71) im Zeitraum von 1999 bis 2016 acht Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen beging. Die Gruppe erlangte dabei etwa zwei Millionen Euro, um ihr Leben im Verborgenen zu bestreiten. Noch im Gerichtssaal kündigten die Anwälte der Verurteilten an, das Urteil anzufechten.

Die Festnahme von Klette durch Einsatzkräfte fand im Februar 2024 in einem Appartement in Berlin-Kreuzberg statt; dort hatte sie unter der Identität „Claudia“ gelebt. Die Fahndung nach ihren Komplizen Garweg und Staub läuft indes weiter. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Schwerer Unfall
Tragödie auf Kreuzung
Autofahrerin (71) stirbt bei Kollision mit einem Transporter