Nach der Feuer-Hölle: Der Kampf zurück ins Leben.
Blick in den Spiegel wird zum SchockÄrztin über das Leid der Brandopfer

Copyright: IMAGO / Zoonar
Chirurgen nutzen Hightech-Methoden für schwere Verbrennungen (Symbolbild).
In Kliniken quer durch Europa kämpfen die Menschen, die das Flammen-Inferno von Crans-Montana überlebt haben, einen harten Kampf ums Überleben. Lieve De Cuyper, die leitende Ärztin des ZAS Cadix Krankenhauses in Antwerpen, beschreibt gegenüber der belgischen Publikation „De Morgen“, was für eine gewaltige Aufgabe das für die Kliniken darstellt. Eine ganze Armada von Fachleuten, darunter Chirurgen, Psychologen und auch Ernährungsberater, arbeitet rund um die Uhr für die Opfer.
Die psychische Last wiegt zusätzlich zu den Verletzungen am Körper enorm schwer. Der erstmalige Blick ins eigene Spiegelbild stellt eine äußerst kritische Situation dar. „Es ist oft ein sehr konfrontativer Moment, mit dem wir bewusst umgehen. In unseren Hochbetreuungsräumen gibt es keinen Spiegel“, erläutert De Cuyper. In diesem Moment erhalten die Betroffenen einen kleinen Spiegel in die Hand, und ein Psychologe leistet ihnen Beistand. Das berichtet „FOCUS online“.
Heutige medizinische Verfahren muten beinahe wie aus einem Zukunftsroman an. Damit die Verletzten auch ohne den Schutz ihrer Haut eine Überlebenschance haben, müssen die Zimmer auf eine Temperatur von 30 Grad erwärmt werden. Die Laser-Doppler-Bildgebung ermöglicht es Ärzten, die Durchblutung unterhalb der verbrannten Hautschichten zu beurteilen. So wird entschieden, welches Gewebe noch gerettet werden kann. Spezielle Enzyme in einer „Ananassalbe“ genannten Creme lösen ganz gezielt ausschließlich abgestorbenes Gewebe ab. Sollte nicht ausreichend eigene Haut für eine Verpflanzung zur Verfügung stehen, werden Hautzellen aus einem Spray oder im Labor hergestellte Stammzellen verwendet.
Der Heilungsweg bleibt ungeachtet der hochmodernen Technik ein sehr langwieriger und qualvoller Vorgang, der häufig monatelang andauert. Eine spezielle Bedrohung stellen Inhalationstraumata dar. Toxische Dämpfe, die durch das Verbrennen von Plastik entstanden, sind fähig, lebensbedrohliche Lungenreaktionen hervorzurufen.
Das Flammeninferno in Crans-Montana forderte am 1. Januar 2026 in den frühen Stunden 40 Todesopfer und 116 Verletzte. Im Südklinikum Hamburg, das zu den führenden deutschen Einrichtungen für schwere Brandverletzungen zählt, wird ein Betroffener behandelt, auch wenn sich keine Deutschen unter den Geschädigten befinden. Diese Maßnahme dient der Entlastung der Schweizer Kliniken. Um die laufenden Untersuchungen zu sichern, kam der Bar-Inhaber Jacques Moretti am Montag in U-Haft. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
