Abo

Razzia beim „König von der Kö“Schwere Vorwürfe gegen Düsseldorfer Immobilien-Mogul

Uwe Reppegather, Mark Keller und Heiner Lauterbach

Copyright: IMAGO / Tinkeres

Uwe Reppegather, Mark Keller und Heiner Lauterbach.

Großeinsatz beim „Kö-König“! Der Vorwurf: Betrug in Millionenhöhe.

In der Immobilienwelt von Düsseldorf war er eine auffällige Erscheinung, man nannte ihn schlicht den „König von der Kö“. Hinter kostspieligen Vorhaben wie dem Kö-Bogen II steckte Uwe Reppegather (61). Am Donnerstag aber griffen die Behörden durch: Auf seiner Finca auf Ibiza klickten für den Unternehmer die Handschellen. Die Polizei nahm zudem seinen Bruder in Leichlingen fest.

Die Anschuldigungen sind gravierend: Wegen Bankrott, Untreue sowie Kapitalanlagebetrug hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Ermittlungen aufgenommen. Ein Schaden in einem hohen zweistelligen Millionenbereich wird vermutet. Mittlerweile soll sich Reppegather wieder in Freiheit befinden. Das berichtet „FOCUS online“.

Protz, Prunk und ein sündhaft teurer Sportwagen

Die Razzien offenbarten ein Dasein in purem Überfluss. Was die Behörden alles mitnahmen, ist schier unglaublich: Auf Ibiza allein wurden zwei Anwesen mit einem geschätzten Wert von circa zehn Millionen Euro konfisziert. Zusätzlich wurden Vermögensposten von über vier Millionen Euro, Kunstobjekte für fast 400.000 Euro und auch Zeitmesser sowie Schmuckstücke mit einem Gesamtwert von 1,3 Millionen Euro einkassiert.

Ebenso beschlagnahmte man Luxus-Zubehör und Handtaschen für Damen im Wert von rund 670.000 Euro, dazu Goldbarren sowie 400.000 Euro in bar. Auf den Bankkonten der verdächtigen Personen sollen 1,3 Millionen Euro gelegen haben. Ein Lamborghini Urus, dessen Preis bei nicht unter 190.000 Euro liegt, gehört anscheinend ebenfalls zu seinem Eigentum.

Aufstieg und Fall: Vom Milliarden-Plan zur Pleite

Der Zugriff war ein gewaltiger Einsatz: Unterstützt von Eurojust, filzten 400 Fahnder insgesamt 49 Immobilien in sechs verschiedenen Staaten, zu denen die Schweiz, Österreich und auch die Niederlande gehörten. Nur in Nordrhein-Westfalen waren 250 Beamte beteiligt, die beispielsweise in Köln und Düsseldorf aktiv waren. Die Federführung bei diesem Verfahren hat die Zentralstelle für die Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität (ZeFin NRW).

Für die „Centrum“-Unternehmensgruppe von Reppegather fingen die Schwierigkeiten im Sommer 2023 inmitten der Krise am Immobilienmarkt an. Es sammelten sich Verbindlichkeiten von 1,6 Milliarden Euro an, weil der Firmenchef bei zahlreichen Vorhaben eine persönliche Bürgschaft übernommen hatte. Wegen der Zahlungsunfähigkeit platzte auch ein Vorhaben in Milliardenhöhe, das „Calatrava-Boulevard“.

Die Centrum-Gruppe konnte sich zwar 2024 sanieren, doch für die privaten Gläubiger von Reppegather sah die Lage schlecht aus: Laut der „Rheinischen Post“ bekamen sie nach Beendigung seines Insolvenzverfahrens im April 2025 nur magere 0,72 Prozent ihrer Ansprüche erstattet. Das entspricht 72 Cent je 100 Euro. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Junge Frau mit Sonnenbrille und blonden Haaren

Alarmierende Studie

Jeder Fünfte will Deutschland verlassen