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Mega-Prozess in LondonHarry und Elton John ziehen gegen Presse-Riesen vor Gericht

Prinz Harry und ein Mann gehen in Anzügen

Prinz Harrys Klage gegen „Daily Mail“ beginnt in London.

Harry, Elton & Co. gegen die „Daily Mail“!

Die britische Medienwelt zittert! Ein Gerichtsverfahren in London sorgt für gewaltiges Aufsehen. Und mittendrin: Prinz Harry, der höchstpersönlich zum Auftakt erschien. Angeklagt ist die Associated Newspapers Limited, das Unternehmen, das die Klatschblätter „Daily Mail“ und „Mail on Sunday“ herausgibt. Die Anschuldigungen sind heftig: Es geht um unsaubere Spionage-Tricks und einen brutalen Eingriff in das Privatleben.

Aber Harry kämpft nicht solo. Ihm zur Seite steht eine geballte Ladung Prominenz, zu der Sir Elton John mit seinem Gatten David Furnish, die Darstellerinnen Liz Hurley und Sadie Frost sowie Aktivistin Doreen Lawrence und der Politiker Simon Hughes gehören. Schon im Jahr 2022 hat diese Gruppe ihre Klage offiziell beim High Court eingereicht. Nun muss geklärt werden, ob die Sache überhaupt vor Gericht kommt und ob eine mögliche Verjährung der Anklage einen Strich durch die Rechnung macht. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Die Anklage baut hauptsächlich auf Indizien, speziell auf Geldflüsse zwischen Reportern und privaten Ermittlern. Mit 14 Zeitungsartikeln, die intime Details preisgaben – zum Beispiel über Harrys frühere Liebelei mit Chelsy Davy oder sein Verhältnis zu Bruder Prinz William – möchte der Royal nachweisen, dass die Infos nur durch krumme Touren erlangt werden konnten. Handfeste Beweise legte die Anklage bislang allerdings nicht vor.

Der attackierte Medienkonzern Associated Newspapers Limited kontert, bezeichnet die Vorwürfe als „absurde Verleumdungen“ und malt ein komplett anderes Szenario. Das Umfeld der Kläger sei eine einzige Plaudertasche gewesen; Freunde und Bekannte hätten ständig Infos an die Medien durchgesteckt. Die Anwälte des Unternehmens betonen, dass es im Gegensatz zu früheren Affären keine Verurteilungen von Journalisten wegen Straftaten gebe. Von fragwürdigen Methoden habe man sich sowieso schon vor Ewigkeiten verabschiedet.

Die Klägerseite setzt aber darauf, dass die gewaltige Menge an Indizien das Gericht beeindrucken kann. Ihr Anwalt, David Sherborne, nannte eine Summe von über drei Millionen Pfund (umgerechnet circa 3,5 Millionen Euro), die der Medienkonzern angeblich für Privat-Schnüffler locker gemacht hat. Er beschuldigte den Verlag des systematischen Rechtsbruchs und einer „Kultur der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung“ vor, welche „das Leben so vieler Menschen zerstört“ habe. Zusätzlicher Zündstoff: Zahlreiche Unterlagen, die als Beweismaterial hätten dienen können, sollen einfach verschwunden sein.

In einem schriftlichen Statement für das Gericht legte Harry offen, wie stark ihn die Vorgehensweisen der Reporter kaputtgemacht haben. Er nannte die Praktiken als „zutiefst beunruhigend“. Um ihre illegalen Nachforschungen zu tarnen, hätten die Journalisten häufig „Freunde“ als Informanten vorgeschoben. Diese Taktik habe seine Freundschaften ruiniert, Argwohn verbreitet und „mich unvorstellbar in Verfolgungswahn getrieben und isoliert“, erklärte Harry. Es wird damit gerechnet, dass er und sämtliche anderen Kläger persönlich im Zeugenstand aussagen werden.

Aufseiten des Verlags sollen jetzige und frühere Redakteure in den Zeugenstand treten, unter ihnen auch Paul Dacre, der viele Jahre Chef-Herausgeber der „Daily Mail“ war. Für den Prozess sind neun Wochen eingeplant. Für Harry ist das schon die dritte Runde im Kampf gegen die britische Klatschpresse. Er hat schon einmal erfolgreich gegen den Herausgeber des „Daily Mirror“ geklagt und sich mit dem Verlagshaus der „Sun“ geeinigt. Die ganze Angelegenheit erinnert stark an den Skandal um das Blatt „News of the World“ von 2011, der bewies, dass es illegale Lauschangriffe früher wirklich gab. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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