Fabian (†8) ermordet: Vater und Angeklagte sind ein Paar.
„Wildschweinkuhle“ des GrauensMordprozess um Fabian (8): Schreckliche Fotos vom Tatort gezeigt

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Die Angeklagte (l-r), wird von den Rechtsanwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker verteidigt.
Fabian (†8) getötet: Grausame Bilder im Gerichtssaal – doch die Beziehung der Angeklagten zum Vater macht sprachlos. Ein einsamer Tümpel, die verkohlte Leiche eines Kindes. Im Prozess um den ermordeten Fabian (†8) kommen furchtbare Fakten ans Licht. Doch die Verbindung zwischen der Angeklagten und dem Kindsvater sorgt für pures Entsetzen und wirft erschütternde Fragen auf.
Schauplätze von Gewalttaten sind stets entsetzlich. Aber dieser Ort ist von einer besonderen Trostlosigkeit geprägt. Am Rande eines Feldes, verborgen hinter Gebüsch, befindet sich ein kleines Gewässer. In einem Polizeibericht wird es als „Wildschweinkuhle“ bezeichnet. Hier entdeckte man im Oktober des Vorjahres den leblosen Körper des kleinen Fabian. Dieser Fundort stand am achten Prozesstag vor dem Landgericht Rostock im Fokus.
Mehr als 150 Bilder von der Stelle nahe Klein Upahl (Landkreis Rostock) wurden präsentiert – zahlreiche davon waren kaum auszuhalten. Zusätzlich gab es eine genaue 3D-Rekonstruktion des Fundorts, mit der Distanzen präzise vermessen wurden. Erneut richtete der vorsitzende Richter Holger Schütt eine Warnung an die etwa 90 Anwesenden im Gerichtssaal. Wer die Aufnahmen eventuell nicht verkraften könne, möge den Raum lieber verlassen.

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Der Vorsitzende Richter Holger Schütt warnte die Zuschauer vor schwer zu ertragenen Fotos, die im Prozess gezeigt würden.
Grausame Bilder im Gerichtssaal
Es wurden nicht nur Bilder von Fußspuren und dem Feld mit dem Gewässer vorgeführt. Man zeigte auch explizite Fotos des fast komplett verbrannten Körpers. Laut Anklage soll die 30-jährige Beschuldigte den Jungen am 10. Oktober 2025 erstochen und anschließend in Brand gesetzt haben, um Beweise zu vernichten. Zu den Anschuldigungen äußert sich die Frau bisher nicht. Fabian wurde seinerzeit erst nach einer viertägigen, intensiven Suche entdeckt.
Am 14. Oktober verständigte die Beschuldigte persönlich die Polizei und leitete die Einsatzkräfte zum Ort, an dem die Leiche lag. Gemeinsam mit einer Freundin sei sie damals mit Hunden unterwegs gewesen, so die Aussage eines Polizisten vor dem Rostocker Landgericht, der als erster Beamter am Gewässer eintraf. Die Angeklagte habe an dieser Stelle den toten Körper des Jungen entdeckt.
Die zwei Frauen lotsten die Polizei am Vormittag in die Umgebung des Ortes und beschrieben den Beamten die exakte Lage des Leichnams. Beide wirkten zwar nervös, aber nicht sonderlich erschüttert oder schockiert, schilderte der Polizist. Er sei dann vor Ort durch hohes Gestrüpp zu dem verstorbenen Jungen gelangt. Die Beschuldigte habe zudem darauf hingewiesen, dass ihre eigenen Spuren am Fundort sein müssten, da sie schon vorher dort gewesen sei.
Die Kriminalisten entdeckten Fußspuren sowohl vom Jungen als auch von der Beschuldigten. Zahlreiche eng beisammen gefundene Abdrücke der Schuhe wurden gesichert und am achten Prozesstag in einer Fotodokumentation präsentiert. Ein Gutachter merkte jedoch an, dass diese Spuren für eine eindeutige Zuordnung nicht ausreichten. Nachgewiesen seien allerdings Abdrücke mit einem Turnschuhprofil, das zu drei Paar Schuhen passte, die die Angeklagte besaß.
Vater des Opfers hält zur Angeklagten – die unfassbare Beziehung
Und jetzt kommt der Moment, der fassungslos macht: Die wegen Mordes beschuldigte Frau und Fabians Vater haben eine „On/Off“-Beziehung – und sind aktuell wieder ein Paar. Seit November des Vorjahres befindet sie sich in Untersuchungshaft. Er kümmert sich um ihre Pferde, besucht sie im Gefängnis und beteuert laut eigener Aussage, dass sie unschuldig sei. Die Mutter von Fabian ist als Nebenklägerin meistens persönlich im Prozess anwesend, fehlte aber aufgrund der gezeigten Bilder auch dieses Mal.
Ihre Rechtsanwältin, Christine Habetha, stellte in ihrem Auftrag einen Antrag: Die Öffentlichkeit solle für die Vorstellung des rechtsmedizinischen Gutachtens am Donnerstag ausgeschlossen werden. Als Grund nannte sie die postmortalen Persönlichkeitsrechte, die ein Teil der Menschenwürde seien. Das öffentliche Interesse habe dahinter zurückzustehen. Über diesen Antrag wird das Gericht am Donnerstag vor dem Start des neunten Verhandlungstages befinden.
Zahlreiche Zeugen und ein fehlendes Detail
In der Verhandlung, die am 28. April startete, haben schon sowohl die Mutter als auch der Vater sowie Fabians Großmutter mütterlicherseits ausgesagt. Auch Freunde des Achtjährigen wurden per Video-Schaltung als Zeugen vernommen. Des Weiteren sagten diverse Gutachter, Ermittlungsbeamte sowie Anwohner, Angestellte eines Jugendtreffs und die Lehrerin von Fabian aus. Der Prozess ist mit Terminen bis zum 10. September angesetzt. Ein gerichtsmedizinisches Gutachten soll am kommenden Donnerstag besprochen werden.
Die Anklage geht davon aus, dass Fabian mit sechs Messerstichen ums Leben kam. Jedoch ist die Tatwaffe bis jetzt nicht aufgetaucht. Forensische Spezialisten prüften bereits mehr als zwölf unterschiedliche Messer. Aber bei keinem einzigen wurde menschliches Blut gefunden, so die Mitteilung einer DNA-Forensikerin aus der Vorwoche.
Tatmotiv: Wollte sie den Vater um jeden Preis zurück?
Die Anklagebehörde vermutet, dass die Beschuldigte den Jungen umbrachte, weil sie hoffte, die damals gescheiterte Beziehung zum Kindsvater neu zu beleben. Ihr Handeln sei zielgerichtet gewesen, um durch den Tod des Kindes einen Konfliktpunkt mit dem Vater aus dem Weg zu räumen und ihn so zurückzuerobern. Es heißt, sie habe rücksichtslos das Leben des Achtjährigen ausgelöscht, nur für die unbestimmte Hoffnung auf eine Versöhnung.
Auch wenn die Beschuldigte seit dem 28. April kein Wort sagt, hört man ihre Stimme im Saal 2.002 des Landgerichts häufig. Der Grund: Das Schwurgericht spielt unzählige Sprachnachrichten vor, die sie mit Fabians Vater ausgetauscht hat.
Dabei versendete insbesondere die Angeklagte Nachrichten im Minutentakt, in denen sie den 35-Jährigen anflehte, wieder zu ihr zu kommen. Selbst nach Fabians Verschwinden am 10. Oktober sandte sie in den folgenden Tagen teilweise bis spät in die Nacht hinein Nachrichten. Darin ersuchte sie den Vater, bei der Suchaktion mitwirken zu dürfen.
Die Beschuldigte und der Vater waren bis August 2025 für ungefähr vier Jahre ein Paar. Anfangs hatte Fabian seinen Vater, der nicht mehr mit Fabians Mutter zusammenlebte, noch oft besucht. Dabei spielte er auch mit dem Sohn der Angeklagten, der circa ein Jahr jünger ist. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
