Mallorca platzt aus allen Nähten. Einheimische sind am Limit.
Schon jetzt alles voll!Mallorca-Wahnsinn: „So kann es nicht weitergehen“

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Schlange von Personen an Bushaltestelle.
Schon Ende Februar herrscht auf Mallorca ein Andrang, den man sonst nur aus der Hochsaison kennt. Während es an der Playa de Palma noch beschaulich zugeht, sind Orte wie Palma und Sóller bereits jetzt überlaufen. Für viele Einheimische ist klar: Die Saison startet jedes Jahr früher – und bringt das Leben auf der Insel an seine Grenzen.
Ein Samstagvormittag an der Estació Intermodal in Palma, kurz nach 11 Uhr. Vor der Haltestelle des Busses 204 nach Port de Sóller bildet sich schon eine halbe Stunde vor Abfahrt eine lange Schlange. Zehn Minuten später sind es fast 30 Wartende. Immer wieder blicken ankommende Urlauber ungläubig auf die Menschenmenge und reihen sich frustriert am Ende ein. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
„Ein Wahnsinn“: Öffis schon jetzt am Limit
Valentina Giraldo, die täglich mit diesem Bus zur Arbeit fährt, kennt das Problem. „Ich komme immer schon ungefähr 25 Minuten vor Abfahrt her“, erzählt die Kellnerin. Nur so sei ihr ein Platz sicher. Ihre Meinung zur Situation? „Una locura (ein Wahnsinn). Aber was soll man machen?“, sagt sie und zuckt mit den Schultern.
Dieses Bild setzt sich in Sóller fort. Am Markttag sind die Terrassen brechend voll. Eine Kellnerin im Ca'n Nadal an der Plaça de la Constitució meint: „Wie es momentan ist, kenne ich es eigentlich nur vom September.“ Sie vermutet, dass in Deutschland Ferien sein müssen, anders könne sie sich den Ansturm nicht erklären.
Kellner schlagen Alarm
Auch in Palma ist die Lage angespannt. In der bei Deutschen beliebten Bar Bosch am Paseo del Born sind die Tische Ende Februar komplett besetzt. „Es ist viel mehr Arbeit als in den vergangenen Jahren um dieselbe Zeit“, stellt Kellner Fabio M. fest. Für ihn ist es das dritte Jahr, aber so einen frühen Andrang hat er noch nicht erlebt. Zwar sei das Trinkgeld gut, doch die Arbeitsbelastung sei schon jetzt enorm hoch.
Das Chaos im Nahverkehr ist allgegenwärtig. Nicht nur die Linie 204 ist überfordert. Auch bei der Linie 25 zwischen Arenal und Palma leuchtet oft nur noch „Bus complet“ auf der Anzeige. Am vergangenen Wochenende rauschte die Tramuntana-Linie 203 in Deià einfach an 20 wartenden Menschen vorbei – voll besetzt. Die nächste Verbindung? Erst in 70 bis 90 Minuten.
Ein deutsches Paar, das zum Wandern auf der Insel ist, überlegt kurz, ein Taxi zu nehmen. Doch bei 45 Minuten Wartezeit und einem Preis von rund 75 Euro für die Fahrt nach Palma entscheiden sie sich um. Richard C., der nach seiner Acht-Stunden-Schicht in einem Restaurant in Deià nur noch nach Hause will, ist fassungslos. Er fasst die Stimmung zusammen: „Mallorca lebt vom Tourismus, aber wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen“. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

