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„Wir werden uns an der Kuh vergnügen“Gruppenvergewaltiger auf Mallorca verurteilt

Justitia vor der Flagge der Europäischen Union

Copyright: IMAGO / Herrmann Agenturfotografie

Justitia vor der Flagge der Europäischen Union.

Acht Männer haben eine Frau missbraucht und die Tat dabei gefilmt. Nun stehen die Strafen fest.

In Palma ist das Urteil im Fall der Gruppenvergewaltigung in Magaluf gefallen. Lange Haftstrafen wurden gegen acht junge Männer verhängt – sieben davon Franzosen, einer Schweizer. Zu der Entscheidung kam es am Montag (9. März). Zuvor hatten sich die Anwälte aller Beteiligten kurz vor dem Start des Prozesses auf einen Deal geeinigt, den die zuständige Richterin akzeptierte.

Das Strafmaß variiert: Für drei der Täter lautet das Urteil 13 Jahre Freiheitsentzug. Davon entfallen elf Jahre auf die Vergewaltigung, zwei weitere Jahre kommen für die Persönlichkeitsrechtsverletzung durch das Aufnehmen des Verbrechens hinzu. Gegen zwei andere Beteiligte wurde eine Freiheitsstrafe von elf Jahren sowie drei Monaten verhängt. Sechs Jahre Gefängnis bekam ein weiterer Angeklagter. Die Strafe für die letzten beiden Männer, die lediglich zugeschaut und gefilmt hatten, beläuft sich auf zwei Jahre sowie drei Monate. Weil sämtliche Angeklagte ihre Zustimmung gaben, ist das Urteil sofort rechtskräftig. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.

Die abscheulichen Details des Verbrechens

Das Verbrechen geschah am Vormittag des 14. August 2023. Eine junge Britin, die wegen ihres starken Alkoholkonsums beinahe hilflos war, wurde von der Gruppe in deren Hotelzimmer gebracht. Laut der Anklageschrift wurde die Frau dort oral, vaginal und anal missbraucht.

Was die Tat noch widerwärtiger macht: Die Täter hielten ihr Verbrechen auf Video fest. Es wurden insgesamt 21 Clips erstellt, von denen ein Teil bei Snapchat online gestellt wurde. Die Videos zeigen nicht nur die Misshandlungen, man hört auch die erniedrigenden Äußerungen der Männer. Es fielen Aussagen wie „Wir werden uns heute an der Kuh vergnügen“ oder „Schlampe“. Weitere Zitate aus den Clips sind: „Sie soll ihn lutschen“ und „Wir werden ihren Hintern löchern“.

Kommen alle Täter wirklich hinter Gitter?

Trotz der gefällten Urteile ist noch offen, ob jeder der Verurteilten seine Haftstrafe auch antreten muss. Von den acht Tätern befanden sich fünf schon in U-Haft, während drei davor auf freiem Fuß waren. Vor allem für die beiden Männer, die mit zwei Jahren sowie drei Monaten die geringste Strafe erhielten, gibt es eine Chance, dem Gefängnis zu entgehen. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien häufig zur Bewährung ausgesetzt; ihr Strafmaß überschreitet diese Grenze nur geringfügig. Eine finale Entscheidung hierzu ist aber noch nicht gefallen.

Die Täter müssen der jungen Britin über die Freiheitsstrafen hinaus auch eine Entschädigungssumme von 150.000 Euro leisten. Zusätzlich wird pro Kopf eine Geldstrafe von 1.800 Euro fällig. Des Weiteren wurde ein Kontaktverbot zum Opfer für die Dauer von 15 Jahren verhängt, und nach der Haftentlassung folgt eine zehnjährige Bewährungszeit. Auf dem Weg zum Gericht versteckten die Männer, die alle zwischen Anfang und Mitte 20 sind und keine Vorstrafen haben, ihre Gesichter unter Kapuzen. Zum Prozess erschien das Opfer nicht. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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