Feuer auf Mallorca „Das ist das Volk, das hier keiner sehen will“: Insel stinksauer auf deutsche Touris

Menschen halten sich am Strand von Arenal in der Abenddämmerung auf.

Nach dem Brand eines Restaurants in Palma reagieren die Inselbewohnerinnen und Bewohner sauer auf den Sauf-Tourismus. Viele Deutsche feiern gerne am Strand von Arenal (13. Mai 2022).

Nach dem Brand einer Bar in Palma, der mutmaßlich von deutschen Urlaubern ausgelöst wurde, wächst auf Mallorca der Unmut gegen den deutschen Sauf-Tourismus.

Das Feuer, das am Freitag (20. Mai 2022) in einer Bar in Palma ausgebrochen ist, sorgt auf Mallorca für großen Ärger. Seit Samstag (21. Mai) sitzen 13 Touristen aus Deutschland in Palma unter dem Vorwurf der Brandstiftung in Haft. Den Deutschen drohen mehrjährige Haftstrafen, wie spanische Anwälte der Deutschen Presse-Agentur am Montag (23. Mai) auf Anfrage erklärten.

Doch auch ein paar Tage nach der Festnahme der deutschen Kegel-Truppe sorgt der Fall für großen Unmut und Diskussionen. Es gebe einen Tourismus, „der auf den Balearen nicht willkommen ist“, sagt Francina Armengol, die Präsidentin Mallorcas und der Nachbarinseln, gegenüber dem „RND“.

Mallorca-Anwohnerin sauer: „Solche brauchen wir wirklich nicht“

Auch andere Anwohnerinnen und Anwohner äußer sich gegen den Sauf- und Krawalltourismus. Annet Kähler, die Betreiberin einer Bäckerei an der Playa de Palma, stimmt der Präsidentin zu. „ Armengol hat schon recht: Solche brauchen wir dann ja wirklich nicht.“

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Mit „solchen“ sind Leute wie die 13 jungen Deutschen gemeint, die am vergangenen Freitag (20. Mai) mutmaßlich eine Bar in Brand gesteckt haben sollen. Das Feuer breitete sich auch in ein darunter liegendes Bordell und eine angrenzende Wohnung in Arenal aus.

Auch andere deutsche Anwohnerinnen und Anwohner äußerten sich nach der Tat deutlich. „Brandstiftung ist in Spanien kein Kavaliersdelikt“, sagt der Mallorquiner Ferienhausverwalter Peter Berghoff gegenüber dem „RND“. Über die mutmaßlichen Brandstifter sagt er: „Das ist ja genau das Volk, das hier keiner sehen will.“

Mallorca: Bordell-Besitzer fassungslos – „Solche Leute wollen wir hier nicht haben“

Der Bordell-Besitzer Silverio Mendo, der sein Lokal unter der abgebrannten Bar gerade eröffnen wollte, ist fassungslos. „Mein ganzes Lokal war bereit für die Saison“, sagte Mendo gegenüber der „Bild“-Zeitung. „Wir wollten am Samstag eröffnen, jetzt steht durch den Brand alles unter Wasser. Die Polizei schätzt den Schaden auf über 100.000 Euro.“

Während der Löscharbeiten sei Mendos Bordell komplett ruiniert worden. Tausende Liter Wasser hätten alle Wände und das Inventar durchnässt. Eine Wiederöffnung des Bordells sei im Moment undenkbar. „Die Leute, die uns das mit dem Feuer angetan haben, hätten auch in Deutschland bleiben können“, so Mendo sauer. „Solche Leute wollen wir hier nicht haben.“

Mieterin sauer: „Es heißt immer, in Deutschland ist alles so ordentlich“

Auch die Mieterin der von Feuer erfassten Wohnung ist stinksauer. „Es heißt immer, in Deutschland ist alles so ordentlich. Aber dann kommen sie hierher und rasten aus“, so die Mieterin gegenüber der „Mallorca-Zeitung“.

Bäckerei-Betreiberin Anett Köhler machte jedoch deutlich, dass nicht alle deutschen Touristen so „ausrasten“ würden. „Wir haben jetzt gerade eine Gruppe hier sitzen, mit sechs, sieben Leuten. Die sind halt lieb!“

Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland drohe den festgenommenen Deutschen nun ein langer Gefängnisaufenthalt. Die Indizien gegen sie seien so stark, dass ein Richter am Sonntag (22. Mai) Untersuchungshaft für sie angeordnet hatte. Es sei gut möglich, dass sie das kommende Jahr bis zum Prozessbeginn in Mallorcas Gefängnis im Norden Palmas verbringen werden. (mn)

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