„Da fehlen mir die Worte“ Deutscher soll auf Mallorca jetzt satte 60.001 Euro Bußgeld zahlen

Die Behörden von Mallorca haben einem deutschen Wirt an der Playa de Palma ein Bußgeld in Höhe von 60.001 Euro aufgebrummt. In unserem Archivbild gehen Menschen im Sommer 2020 über die „Bierstraße“.

Die Behörden von Mallorca haben einem deutschen Wirt an der Playa de Palma ein Bußgeld in Höhe von 60.001 Euro aufgebrummt. In unserem Archivbild gehen Menschen im Sommer 2020 über die „Bierstraße“.

Mallorcas Behörden greifen knallhart durch: Das Verbraucherministerium der spanischen Urlaubsinsel hat einen Wirt zu einem satten Bußgeld von 60.001 Euro verdonnert. Jetzt bangt er um seine Zukunft.

Auf der Urlaubsinsel wird hart durchgegriffen – zu hart? Weil ein deutscher Wirt, der eine Bar an der Playa de Palma betreibt, einen Fehler gemacht hat, wird ihm nun von den Behörden vorgeworfen, gegen das Anti-Sauftourismus-Gesetz verstoßen zu haben. Der Wirt muss um seine Existenz bangen. 

Ohne Vorwarnung ist das Bußgeld für ein sehr schweres Vergehen ins Haus geflattert:  Der Deutsche wurde zu 60.001 Euro Bußgeld verdonnert. Der Wirt ist sprachlos und will nun gerichtlich dagegen vorgehen. 

Ob die Behörden ein Einsehen haben?

Seit Anfang 2020 gilt das Anti-Sauftourismusgesetz auf der Insel, das im Eil-Dekret verabschiedet worden war. Das Ziel: Die Insel soll nicht länger ein Hort des Alkoholexzesses sein. Organisierte Sauftouren: verboten. Der Verkauf von Alkohol in Geschäften in den Abendstunden bis zum Morgen: verboten. Flatrate-Saufen in Bars, „2 zum Preis von einem“, trinken so viel man will: verboten. 

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Das neue Gesetz gilt auch für den deutschen Wirt an der Playa de Palma, der die Bar „Beim Kumpel“ betreibt. Wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet, habe der Deutsche kreative Wandgemälde von alkoholischen Getränken anbringen lassen, unter denen die Getränke aufgeführt worden seien. Das Problem: Als der Kontrolleur vorbeikam, konnte er keine reguläre Preisliste vorzeigen. Rumms: Höchststrafe – ohne Vorwarnung. 

Mallorca: Deutscher Wirt soll 60.001 Euro Bußgeld zahlen

Der Wirt aus Bochum hat die Bar auf Mallorca vor sechs Monaten auf Höhe des Balneario 2 eröffnet – Wandbilder inklusive. Als Anfang Juni der Kontrolleur in sein Lokal kam, sind die Preise unter den Gemälden von Jägermeister-Flaschen, Bierflaschen und Sangria-Karaffen aufgefallen: 7 Euro der halbe Liter Sangria, der Liter 12 Euro. Doch auch die gehören zur Kunst, meint der Wirt.

Das Problem: eine richtige Preisliste habe er dem Bericht nach nicht vorzeigen können. „Am Tag der Kontrolle hatte ich gerade eine neue Preisliste erstellt, die ich zu dem Zeitpunkt meinem Steuerberater zur Kontrolle vorgelegt hatte“, wird der Wirt zitiert. Der Kontrolleur wollte dann, dass die Alkohol-Bildchen inklusive Preise verdeckt werden. „Die Bierflaschen habe ich einfach mit Cola-Aufklebern überklebt.“

Mallorca: Hammer-Bußgeld für deutschen Wirt – der will klagen

Knapp drei Monate später dann kam der satte Bußgeldbescheid: Das Ministerium wirft ihm vor, gegen das Anti-Sauftourismus-Gesetz verstoßen zu haben. Zwar heißt es noch an anderer Stelle, der Deutsche könne die Karte mit den Preisen nachreichen. Dennoch stehen die 60.001 Euro Strafe erst einmal. 

„Ohne Vorwarnung haben sie mir direkt die Höchststrafe erteilt. Da fehlen mir die Worte“, sagt der Wirt in dem Bericht. „Ich hatte von dem Gesetz keine Kenntnis und sehe meine Schuld ja ein. 1.000 bis 2.000 Euro hätte ich ohne Murren gezahlt. Aber doch keine 60.000 Euro, die ich in den sechs Monaten noch nicht einmal erwirtschaftet habe.“

Für den Deutschen steht fest: Diesen Betrag will er nicht zahlen. Er wolle anwaltlich gegen das Bußgeld vorgehen. Bleibt zu hoffen, dass die Behörde ein Einsehen hat – und den Deutschen nicht in den Ruin treibt. (mg)

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