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KI-Alarm in der BahnSo sollen Pöbler und Schläger gestoppt werden

Brücke, Fluss, Stadtansicht und eine Straßenbahn

Copyright: IMAGO / Eckhard Stengel

Brücke, Fluss, Stadtansicht und eine Straßenbahn.

Schluss mit Pöbeleien! Bremen testet KI gegen Gewalt.

Bremen sagt Pöblern und Schlägern in öffentlichen Verkehrsmitteln den Kampf an! Zum Schutz von Passagieren und Mitarbeitern nutzt die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) eine innovative KI-Lösung. Das in Deutschland bislang einmalige System hört auf den Namen „AI-Watch“ und soll die Sicherheit in den Trams erhöhen.

Das System greift auf die Kameras zurück, die schon in den Waggons installiert sind. Ein eigens entwickeltes Programm, das in Kooperation mit dem Bremer Jungunternehmen „Just Add AI“ entstand, wertet das Videomaterial live aus. Sobald die künstliche Intelligenz feindseliges Benehmen wie Zoff, Beleidigungen oder körperliche Angriffe registriert, wird sofort eine Meldung an den Fahrer und die Zentrale abgesetzt. Diese können dann per Live-Schalte die Situation beurteilen und wenn nötig, Hilfe anfordern. „Das ist wirklich bundesweit einmalig“, sagte Bremens Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal (SPD) bei der Präsentation. Das berichtet „FOCUS online“.

Aber wie sieht es mit der Privatsphäre aus? Die BSAG stellt sicher, dass alle Datenschutzregeln befolgt werden. Die Auswertung der Videoaufnahmen erfolgt unmittelbar im Waggon, wobei Gesichter unkenntlich gemacht werden. Weder werden persönliche Informationen gesichert noch zum Trainieren der KI genutzt. „Uns ist erst einmal egal, wer da irgendetwas tut“, macht BSAG-Vorstand Thorsten Harder unmissverständlich klar. „Für uns ist wichtig: Was passiert im Fahrzeug?“

Wie notwendig das System ist, belegen die Statistiken der BSAG. Jährlich kommt es zu ungefähr 150 Konflikten zwischen Passagieren. Hinzu rechnet man etwa 90 verbale Attacken und 30 bis 40 tätliche Angriffe, bei denen beispielsweise Personal angespuckt oder gegen die Fahrerkabine gehämmert wird. Das macht in der Summe circa 280 gemeldete Ereignisse im Jahr.

Momentan sind schon 15 Trams mit der innovativen KI-Anlage ausgerüstet. Bis zum Ende des Jahres ist die Installation in mehr als 40 Bahnen geplant, was einem Drittel der gesamten Flotte entspricht. Auf lange Sicht soll die Technologie auch in Bussen zum Einsatz kommen. Die Ausgaben je Bahn betragen circa 10.000 Euro, wovon das Bundesverkehrsministerium 80 Prozent finanziert. Nach Angaben der BSAG haben bereits andere Verkehrsbetriebe ihr Interesse bekundet. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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