Kegelbrüder auf Mallorca Jetzt spricht ein Vertrauter: So waren die Zeit im Knast und die erste Nacht in Freiheit

Das Gefängnis in Palma de Mallorca, in dem acht Kegelbrüder unter dem Vorwurf der Brandstiftung in Untersuchungshaft saßen. Am 15. Juli sind sie nach zwei Monaten frei gekommen.

Das Gefängnis in Palma de Mallorca, in dem acht Kegelbrüder unter dem Vorwurf der Brandstiftung in Untersuchungshaft saßen. Am 15. Juli sind sie nach zwei Monaten frei gekommen. 

Der Fall um die inhaftierten Kegelbrüder auf Mallorca bewegte viele Menschen. Der vertraute Pfarrer, der während der Haft regelmäßig Kontakt zu den Münsteranern hatte und ihnen in der ersten Nacht in Freiheit einen Unterschlupf bot, hat nun mit EXPRESS.de über seine Eindrücke gesprochen. 

13 Freunde machten sich im vergangenen Mai für ein Feier-Wochenende nach Mallorca auf und landeten nach wenigen Stunden in Untersuchungshaft. Der Fall rund um die Kegelbrüder aus Münster erregte bundesweit große Aufmerksamkeit.

Kurzer Rückblick zum 20. Mai 2022: Die Männer wurden beschuldigt, durch das Herunterfallen einer Zigarette von ihrem Hotelbalkon für den Brand an der darunterliegenden „Why Not Mallorca“-Bar am Ballermann auf Mallorca verantwortlich zu sein.

Kegelbrüder in Freiheit: Vertrauter Pfarrer lässt Zeit in Mallorca-Haft Revue passieren

Während fünf von ihnen das Gefängnis gegen die Zahlung einer Kaution schon frühzeitig wieder verlassen durften, saßen acht insgesamt zwei Monate fest. Am Freitag (15. Juli 2022) dann endlich die erlösende Nachricht: Sie dürfen raus, ebenfalls gegen eine Kaution.

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Der endgültige Schritt in die Freiheit zog sich dann jedoch bis in den späten Abend. Erst kurz vor Mitternacht verließ der letzte Kegelbruder schließlich das Gefängnis. 

Da der nächste Flieger in die Heimat erst am darauffolgenden Morgen ging, verbrachten sie die Nacht alle gemeinsam im Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde in Palma de Mallorca, in der Obhut des deutschen Pfarrers-Ehepaar Martje Mechels und Holmfried Braun, das die Männer bereits im Gefängnis regelmäßig besucht hatte.

Braun schilderte gegenüber EXPRESS.de: „Unsere Tochter hat an dem Abend der Freilassung in Windeseile zehn Betten hergerichtet, da neben den acht Kegelbrüder ein Vater und eine Partnerin mit dabei waren. Wir haben dann Pizza bestellt und bis tief in die Nacht zusammen gesessen. Die Stimmung war sehr gelöst und freudig. Wir haben den Jungs Handys gegeben, damit sie nach Hause telefonieren konnten.“

Weiter erzählte der Pfarrer von den Treffen mit den Münsteranern im Gefängnis: „Zu Beginn haben wir nur über ein Telefon und getrennt durch eine Glasscheibe mit ihnen sprechen können. Durch eine besondere Genehmigung wurden schließlich Gruppentreffen erlaubt, bei denen wir regelmäßig mit allen acht Kegelbrüdern zusammen kommen durften“, so Braun.

Haft der Kegelbrüder auf Mallorca: So liefen die gemeinsamen Treffen im Gefängnis ab

Bei dem ersten Besuch im Gefängnis seien die Jungs sehr eingeschüchtert gewesen, gleichzeitig jedoch voller Hoffnung, lässt der Pfarrer Revue passieren. Sie gaben damals die Telefonnummern von ihren Eltern weiter, zu denen Braun und seine Frau dann auch Kontakt aufnahmen. 

Konkret habe das christliche Paar dann bei bürokratischen Hindernissen geholfen. Dazu gehörte zum Beispiel das Übersetzen des Familienstammbaumes, sodass die Eltern vom Besuchsrecht Gebrauch machen konnten. Zudem pflegen die Pfarrer aufgrund regelmäßiger Besuche auch bei anderen deutschen Häftlingen, einen guten Kontakt zum Gefängnispersonal – mitunter eine große Hilfe in einer solchen Situation.

Bei den gemeinsamen Treffen von rund zwei Stunden seien alle Stimmungen vertreten gewesen. Es sei geweint und gelacht worden. Braun habe Briefe von Zuhause mitgebracht und vorgelesen, zudem spanische Wörterbücher ausgeteilt. Die Häftlinge haben sich dann gegenseitig Tipps für den Alltag im Knast gegeben.

Denn: Nicht alle acht Männer seien zusammen inhaftiert gewesen. In einem Trakt seien drei, in einem anderen fünf Kegelbrüder zusammen gewesen. Aus Schutz, wie Braun die Erklärung des Gefängnisdirektors weitergab, sodass keine Rudelbildung und daraus resultierend womöglich Ärger mit anderen Gefangenen entstehen konnte.

Pfarrer Braun aus Mallorca glaubt an Unschuld der Kegelbrüder

Der Gefängnisdirektor, der darauf geachtet habe, die deutschen Verdächtigen in ein Modul zu legen, in dem wenig Gewalt vorherrsche, sei von den Kegelbrüdern begeistert gewesen. Alle Dienste, ob Flur kehren, Bäder putzen oder Essen ausgeben, hätten sie demnach vorbildlich erfüllt. 

In die Akten habe das Pfarrers-Ehepaar zwar keine Einsicht, Brauns Eindruck ist aber dennoch klar: „Ich kann gut glauben, dass sie unschuldig sind. Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort“, so der evangelische Geistliche.

Weiter sagt er: „Wir stehen noch immer in Kontakt und haben Fotos von den Jungs aus der Heimat zugeschickt bekommen. Bald wollen wir uns im Münsterland wieder treffen und auch einen Dankes-Gottesdienst abhalten.“

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