„Ganz Deutschland wird Risikogebiet“ Gesundheitsexperte warnt und fordert neue Verbote

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am 1. Oktober in einer Sitzung des Deutschen Bundestags.

Berlin – Die Infektionszahlen steigen wieder, nicht nur in vielen Teilen der Welt, auch in Deutschland. Das Robert Koch-Institut meldete erneut deutlich über 2000 Corona-Neuinfektionen – an einem Sonntag. Der Vergleich zur Vorwoche lässt aufhorchen: Da waren es nur 1411.

Und dabei handelt es sich eher nicht um einen Ausbrecher. Innerhalb von sieben Tagen wurden 12.954 Infektionen bekannt, im Vergleich zum Vorwochenzeitraum eine Steigerung um 1823.

Am Samstag war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zum dritten Mal in Folge über der Schwelle von 2500 Fällen pro Tag. Erst am Vortag waren 2673 neue Fälle registriert worden. Dies war der höchste Wert seit der zweiten Aprilhälfte.

Dabei befinden wir uns gerade erst im Beginn der kalten Wetterperiode. Welche Zustände drohen uns im Winter?

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Karl Lauterbach sieht ganz Deutschland als Risikogebiet

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Karl Lauterbach hat sich besorgt über die steigenden Corona-Zahlen geäußert. Er erwartet, dass „quasi ganz Deutschland ein Risikogebiet wird“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montagausgabe).

„Ich gehe davon aus, dass wir die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche sehr bald in vielen Regionen in Deutschland überschreiten werden.“

Aktuell (Stand: 4. Oktober, 0 Uhr) liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für ganz Deutschland noch bei 16,2, in einigen Regionen ist die kritische Grenze aber schon deutlich überschritten.

Und Lauterbauch befürchtet, dass das bald flächendeckend der Fall sein wird. Die bestehenden Quarantäneregelungen würden deshalb bald „kaum mehr Sinn machen“.

„Ob man reist oder nicht, wird kaum noch einen Unterschied machen. Quarantänevorschriften könnten daher für Reisen in Deutschland in wenigen Wochen keine große Rolle mehr spielen.“

SPD-Gesundheitsexperte fordert bundesweite Verbote

Viel wichtiger seien weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wie ein bundesweites Verbot von privaten Feiern mit mehr als 25 Personen und eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, auf denen sich Menschen nahekommen und laut gesprochen wird.

Auch zum Thema Impfung ließ Lauterbach sich aus. Er vermutet, dass zunächst nur die Risikogruppen geimpft werden könnten. „Impfungen für alle gibt es wohl erst ab Herbst 2021“, schätzt der SPD-Gesundheitsexperte.

Und auch hier sieht er Einschränkungen. Die Impfungen würden voraussichtlich nur vor einem schweren Verlauf schützen, nicht aber generell vor der Infektion, so Lauterbach weiter. (jv)

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