Er war auf der Flucht, ein verurteilter Mörder. Doch seine Tour endete abrupt nach einem Unfall in Italien. Jetzt klickten die Handschellen!
Irre Flucht endet im KrankenhausPolizei schnappt Mörder Benjamin F. in Italien

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Der verurteilte Mörder Benjamin F. wurde auf seiner Flucht in Italien gefasst. (Symbolbild)
Die Jagd ist vorbei! Benjamin F. (42), ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger, ist den Behörden ins Netz gegangen. Der Mann war während eines begleiteten Ausgangs im niedersächsischen Peine mit einem Motorrad getürmt.
Ermittler spürten den zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Flüchtigen in einer Klinik auf, so eine Mitteilung des Landeskriminalamts Niedersachsen. In der italienischen Region Venetien war er in einen Verkehrsunfall verwickelt und musste im Krankenhaus versorgt werden. Das berichtet „Focus“.
JVA-Panne: So konnte der Mörder türmen
Die Flucht wirft ein fatales Licht auf die Justiz. Einem Bericht der „Bild“ zufolge konnte F. mit seinem Motorrad entkommen, weil ein Justizvollzugsbeamter ihn unbeaufsichtigt zu einer Garage gehen ließ, um dort an dem Zweirad zu arbeiten.
Das Justizministerium in Hannover bestätigte, dass der Häftling während seines Ausgangs zusammen mit seinem Aufseher bei seiner Mutter war. „Nach ersten Erkenntnissen nutzte der Gefangene gegen 14.30 Uhr einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um sich mit seinem in dieser Garage abgestellten Motorrad zu entfernen“, so die offizielle Mitteilung des Ministeriums vom Mittwoch.
Ein Detail, das fassungslos macht: Das Ministerium verschwieg anfangs, dass die Flucht erst um 15.10 Uhr auffiel, als die Mutter des Flüchtigen Alarm schlug! Der zuständige JVA-Beamte saß währenddessen in der Wohnung der Mutter, weit weg von seinem Schützling. Als der Aufseher dann zur Garage eilte, war der Verurteilte längst verschwunden und auch telefonisch nicht mehr erreichbar.
Kaum zu glauben: Es handelte sich bereits um den 38. begleiteten Ausgang für den Häftling. Die Serie der Ausgänge begann im September 2023. Die 37 davor waren komplett ohne Zwischenfälle abgelaufen.
Verurteilt für brutalen Mord an Melanie R. (†23)
Benjamin F. ist kein Unbekannter. Im Jahr 2010 tötete er die junge Melanie R. (†23) und schändete anschließend ihren Leichnam, wie die „Bild“ damals vom LKA erfuhr. Das Urteil: lebenslange Haft wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung.
Das Landgericht in Hildesheim attestierte ihm die besondere Schwere der Schuld. Es galt als bewiesen, dass der Täter Melanie Ende Oktober 2010 bei einer online vereinbarten Verabredung ermordet hatte. Der Vorsitzende Richter fand in seiner Urteilsbegründung deutliche Worte: „Soviel emotionale Kälte wie bei dem Angeklagten erlebt man selten“. Der deutsche Staatsbürger sitzt seine Strafe ab. Inhaftiert wurde er im Oktober 2010.
Seine grausame Masche: Er lernte sein Opfer über das Internet kennen. Laut Anklageschrift gab er sich als eine Frau namens „Sarah“ aus, um Vertrauen zu erschleichen, bevor er die Frau mit Stichen in Hals und Oberkörper tötete.
Das Motiv war niederschmetternd. Weil die 23-Jährige Sex mit ihm ablehnte, rastete er aus und beging die Tat, so die Feststellungen des Gerichts. Die Staatsanwaltschaft legte dar, wie der Mann sich an der toten Frau verging, ihren Körper in eine Mülltonne zwängte und diese dann in einem Waldstück abstellte.
Großfahndung mit „Metallica“-T-Shirt
Weil die Fahndung nach dem 192 Zentimeter großen und circa 130 Kilogramm schweren Mann mit kurzem Haar und einem Bart zunächst im Sande verlief, leitete das LKA eine öffentliche Suche ein. Dabei wurden Fotos, sein Name und eine Beschreibung veröffentlicht. Bei seiner Flucht trug der 42-Jährige eine schwarze Motorradjacke, eine schwarze Cargohose, schwarze Schuhe und ein schwarzes T-Shirt mit dem „Metallica“-Schriftzug.
Die Behörden warnten die Bevölkerung eindringlich: Wer den Flüchtigen sichtet, sollte Abstand halten und sofort den Notruf wählen. Das LKA vermutete, dass er sich in Peine oder Kassel aufhalten könnte, sah aber keine akute Gefahr für die Bevölkerung in diesen Städten. Mit der Festnahme in Italien hat die nervenaufreibende Flucht nun ein Ende. (red)
